Sehr geehrte Damen und Herren,
sehr geehrter Herr Enz,
mit Interesse lese ich Ihren Kommentar über die deutsche Luftverkehrsabgabe wie übrigens so manche anderen Beiträge auch in deutschen Medien.
Offen gestanden komme ich aus dem Staunen nicht mehr heraus, denn nach der allgemeinen Lesart sieht die Lage so aus: Ich zahle für ein Flugticket von Frankfurt nach Santa Cruz de la Palma rd 500 Euro zzgl Luftverkehrsabgabe von 7,50 Euro. Für ein Ticket von Frankfurt nach Melbourne muss ich rd 1400 Euro auf den Tisch legen zzgl 42 Euro Steuer.
Wir sprechen also von einer Belastung zwischen einem und drei Prozent.
Wenn es also stimmt, wie Sie und Ihre Kollegen argumentieren, würden deutlich mehr Menschen die Ziele ansteuern, sobald die Steuer wegfällt. Sind Sie ernsthaft davon überzeugt, dass ein Kunde auf einen Flug auf die Kanaren verzichtet, weil er wegen der Luftverkehrsteuer 7,50 Euro mehr zahlt oder seinen Plan verwirft, nach Australien zu fliegen, weil der Flug steuerbedingt 42 Euro mehr kostet?
Die Rechenleistung von Quantencomputern wird in den nächsten drei bis fünf Jahren als Serviceangebot nutzbar sein. In zehn Jahren werden Quantencomputer im Zusammenspiel mit herkömmlichen digitalen Rechnern durch ihre ungeheure Rechenleistung vollkommen neue Möglichkeiten für die Entwicklung etwa von neuen Medikamenten, der Analyse ferner Planeten und der Bearbeitung großer Mengen von Daten bieten. Davon ist William Hurley überzeugt, Managing Director bei Goldman Sachs.
Im Mai 2016 hatten mehr als 3000 Experten und Institutionen in Europa das Quantum Manifesto unterzeichnet. Darin heißt es: „This Manifesto calls upon Member States and the European Commission to launch a €1 billion flagship-scale initiative in Quantum Technology, preparing for a start in 2018 within the European H2020 researchand innovation framework programme. It is endorsed by a broad community of industries, research institutes and scientists in Europe.“
Hurley sprach am Freitag, 15. September, auf der me Convention in der Frankfurter Festhalle, die zum ersten Male als Kooperation von Digital- und Kulturkonferenz South by Southwest (SXSW) und Mercedes Benz zeitgleich zur Internationalen Automobilausstellung veranstaltet worden ist. Die SXSW, die seit 1987 in Austin (Texas) ausgerichtet wird, versteht sich als Messe für digitale Innovationen und als Treffpunkt für kreative Köpfe aus den Bereichen Digitalisierung, Kunst und Kultur.
Die me Convention hat sich bei der Premiere in diesem Jahr mit den Themen New Leadership, New Creation, New Realities, New Urbanism und New Velocity. Der gemeinsame Kongress von SXSW und Mercedes-Benz ist auf drei Tage angelegt.
Sheryl Sandberg, Geschäftsführerin (COO) von Facebook, im Gespräch mit Dieter Zetsche, Vorstandsvorsitzender der Daimler AG, me Convention 2017, IAA, Frankfurt am Main, Festhalle. Bild: Jürgen Schultheis
In Frankfurt ist die erste me Convention mit einem Impulsvortrag von Buzz Aldrin eröffnet worden. Aldrin war nach Neil Armstrong der zweite Mensch, der im Verlauf der Apollo 11 Mission den Mond betreten hat. Aldrin appellierte am Freitag für mehr Verantwortung. Der Mensch möge mehr darüber nachdenken, was er tut.
Am Mittag sprachen Facebook-Geschäftsführerin Sheryl Sandberg und Mercedes-Benz-Chef Dieter Zetsche über die Herausforderung der Zukunft, über die Vernetzung der Menschen in der virtuellen und realen Welt und über die Frage, wie mehr mehr Frauen in Führungspositionen gelangen können. Sandberg empfahl Eltern und vor allem Männern, neue Rollenbilder zu leben, die jungen Mädchen ein neues Selbstverständnis geben könnten. Ihre Empfehlung an die Männer: „Don´t buy flowers, do laundry!“
Am Nachmittag sprachen u.a Katherine Maher, Geschäftsführende Direktorin der Wikimedia-Stiftung, und Sarah Marie Thornton, vom Dynamic Design Lab an der Universität Stanford (USA). Thornton beschäftigt sich mit Algorithmen für autonome Fahrzeuge und der Frage, wie Software bei Zielkonflikten entscheidet.
Andrew Keen und Lea Steinacker, me Convention 2017, IAA, Frankfurt am Main, Bild: Jürgen Schultheis
Andrew Keen und Lea Steinacker, me Convention 2017, Expert Talk, Q&A, IAA, Frankfurt am Main, Bild: Jürgen Schultheis
Andrew Keen und Lea Steinacker, me Convention 2017, IAA, Frankfurt am Main, Bild: Jürgen Schultheis
Sheryl Sandberg, Geschäftsführerin (COO) von Facebook, und Dieter Zetsche, Vorstandsvorsitzender Daimler Benz AG, me Convention 2017, IAA, Frankfurt am Main, Bild: Jürgen Schultheis
Sheryl Sandberg, Geschäftsführerin (COO) von Facebook, und Dieter Zetsche, Vorstandsvorsitzender Daimler Benz AG, me Convention 2017, IAA, Frankfurt am Main, Bild: Jürgen Schultheis
Sheryl Sandberg, Geschäftsführerin (COO) von Facebook, und Dieter Zetsche, Vorstandsvorsitzender Daimler Benz AG, me Convention 2017, IAA, Frankfurt am Main, Bild: Jürgen Schultheis
IAA Frankfurt, Festhalle, Mercedes Benz, Bild: Jürgen Schultheis
Die Mobilität der Zukunft basiert auf dem Zusammenspiel von Energie- und Verkehrswende, berücksichtigt den Ressourcen- und Energieaufwand für die Beförderung von Personen und Informationen und den für Transport von Gütern, reduziert die Raumwirkung von Verkehrsinfrastrukturen, entkoppelt Verkehrsmittel und Reisenden und vernetzt die jeweiligen Verkehrsmittel situationsabhängig und anlassbezogen für die schnelle und komfortable Reise von A nach B. Die Mobilität der Zukunft ermöglicht bei geringerer Umweltwirkung mehr Bewegung bei reduziertem Energieverbrauch und erhöhtem Komfort und steigert die Lebensqualität in Metropolräumen und in ländlichen Gebieten. Die Mobilität der Zukunft ist eine wichtige Säule im Konzept der Stadt von Morgen (Smart City / Smart Region).
Mobilität der Zukunft bedeutet im weiteren, umfassenderen Sinne, Verkehrs-, Informations- und Energiesektor als Einheit und damit systemisch zu betrachten. Erst im Zusammenspiel der einzelnen Sektoren und durch ihre Vernetzung entfaltet das Konzept die volle Bandbreite der Möglichkeiten.
Wie viel Verkehr können wir noch verantworten? Immer häufigere und längere Staus auf Autobahnen, kein reduzierter CO2-Ausstoß seit 1990, wachsende Stickoxid-Wolken in den Städten und steigender Ressourcenverbrauch: Unsere praktizierte Mobilität der Verkehr,, wie wir in kennen, entwickelt sich zu einer immer größeren Herausforderung für eine Wirtschafts- und Lebensweise, die ihre Verantwortung auch für künftige Generationen erkennt und dafür einstehen will.
Dieselgate und die Verabredung führender Autokonzern-Manager, keine ausreichend großen AdBlue-Tanks in moderne Autos einzubauen, haben die Aktualität ethischer Fragen erneut belegt. Hinzu kommt: Die Überlastung der Biosphäre, markiert durch den Earth Overshoot Day, wächst Jahr um Jahr, weshalb der Tag, an dem Ressourcen verbraucht sind, welche die Natur in einem Jahr wiederherstellen kann, immer früher im Jahr liegt. Weltweit war es 2017 der 2. August, in Deutschland war es der 24. April.
In der Reihe „Ethik der Mobilität – wie viel Verkehr können wir noch verantworten?“ diskutieren am
4. Oktober, 18 Uhr, im House of Logistics and Mobility (HOLM) Bessie-Coleman-Str. 7 Frankfurt am Main / Gateway Gardens
die Redakteure Werner Balsen (Deutsche Verkehrszeitung DVZ, Brüssel), Detlef Esslinger (Süddeutsche Zeitung, München), Martin Gropp (Frankfurter Allgemeine Zeitung, Frankfurt) und Frank-Thomas Wenzel (Berliner Zeitung und Frankfurter Rundschau, Frankfurt) im House of Logistics and Mobility (HOLM), Bessie-Coleman-Str. 7 in Frankfurt. Impulse für die Diskussion geben Hessens Minister für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung, Tarek Al-Wazir, und Martin Schmied, Abteilungsleiter für „Verkehr, Lärm und räumliche Entwicklung“ im Umweltbundesamt. Moderation der Veranstaltung: Jürgen Schultheis.
Anmeldungen für die Veranstaltung „Ethik der Mobilität – wie viel Verkehr können wir noch verantworten“ im House of Logistics and Mobility (HOLM) bis 22. September unter dieser Mail-Adresse. Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenlos, die Anmeldung gilt als Eintrittskarte.
Earth Overshoot Day einmal neu interpretiert: Je weniger polares Meereis, umso größer die Chancen! Das jedenfalls denkt der Teil einer deutschen Volkspartei, die den Namen „Berliner Kreis“ trägt: Eine eisfreie Nordpassage, neue Fischfangmöglichkeiten und besserer Rohstoffabbau, heißt in diesem Kreis, eröffnen Möglichkeiten für die Wirtschaft. Den einseitigen Blick auf den Klimawandel will dieser Kreis überwinden helfen. Dass es ein bisschen wärmer wird – wen sollte das stören?
Man reibt sich verwundert die Augen an diesem Weltumwelttag und fragt sich, ob der Horizont des Berliner Kreises an der Landesgrenze endet.
Verkehrspolitik unter der Lupe: Max Uthoff und Klaus von Wagner sezieren am 7. März in der ZDF Anstalt Autowahn und Verkehrspolitik: Vom Dienstwagenprivileg – zwei Drittel aller Neuzulassungen sind gewerblich angemeldete Autos, die steuerbegünstig sind – über Feinstaub- und Stickoxidemissionen bis hin zum Neuen Europäischen Fahrzyklus (NEFZ), bei dem Autos unter Rahmenbedingungen und einer Fahrweise getestet werden, die es nicht – und bei dem Verbräuche ermittelt werden, die es so nicht gibt. Und bitte schön: Wo ist das Problem?
GRAFIK Die TOP 20 Modelle im deutschen Gesamtmarkt 2015
Beim Dienstwagenprivileg werden jährlich 4,3 Milliarden Euro Subventionen gezahlt: Die Kassiererin im Supermarkt finanziert mit ihren Steuern das Dienstwagenprivileg der besserverdienenden Angestellten.
Globale Trends 2035 beschreibt auf Basis zahlreicher Studien und Analysen ein Szenario für die Zukunft des Landes Hessen im Kontext internationaler Entwicklungen. Für die vorliegende Beschreibung sind die Prognosen für Klimawandel, Digitalisierung, Quanten-Computer-Technologie (Qubit-Rechner), Energie und Verkehrs und ihre Auswirkungen auf Deutschland, Hessen und die Metropolregion FrankfurtRheinMain berücksichtigt worden.
Der vorliegende Text ist eine aktualisierte und erweiterte Fassung des Kapitels „Globale Trends“ im Zukunftsbild Logistik und Mobilität in Hessen 2035 (Download), das von der House of Logistics and Mobility (HOLM) GmbH und dem Fraunhofer Institut für Materialfluss und Logistik IML erarbeitet worden ist.
Hans Jonas, Das Prinzp Verantwortung, Versuch einer Ethik der technischen Zivilisation:
„Die Zukunft aber ist in keinem Gremium vertreten; sie ist keine Kraft, die ihr Gewicht in die Waagschale werfen kann. Das Nicht-Existente hat keine Lobby, und die Ungeborenen sind machtlos.“
Die ausführliche Beschreibung der globalen Trends mit zahlreichen Verlinkungen auf Studien finden Sie hier.
Jetzt, da der satte Pöbel die Axt gegen den Baum der Freiheit schwingt, der Europa heißt, und der Ungeist Tweed trägt, muss an dieser Stelle aus den Notizen von Max Horkheimer zitiert werden.
„Die Demokratie, deren Wähler nicht zugleich erleuchtet und human sind, muß schließlich den skrupellosesten Progandisten anheimfallen. Die Entfaltung der Massenbeeinflussungsmittel Zeitung, Rundfunk, Fernsehen, Umfragen in Verbindung und Wechselwirkung mit dem Rückgang der Bildung müssen notwendig zu Diktatur und Rückgang der Humanität führen.“
Max Horkheimer, Gesammelte Werke, Notizen 1956 – 1958″ (aus einer Zeit, in der Frankfurt am Main die Stadt des Geistes und des Geldes war)
Die Wissensökonomie steht heute im Schatten der Digitalisierung. Doch der Entwurf einer allumfassend virtuellen Welt verstellt den Blick auf die Notwendigkeit physischer Interaktion und kreativer Prozesse, wie sie durch die Wissensökonomie beschrieben werden. So wertvoll die Kommunikations-Instrumente sind, die uns im Zuge der Digitalisierung bereitgestellt werden – face-to-face-Kontakte werden sie nicht ersetzen können. Denn Vertrauen als Basis erfolgreicher Kooperation entsteht nur im physischen, niemals allein im virtuellen Raum. Weshalb sich Marshal McLuhan fundament geirrt hat, als er Ende der 60er Jahre glaubte, die neue Informations- und Kommunikationstechnologie werde Städte wie New York überflüssig machen. Im US-Magazin Skift ist jetzt ein Beitrag von Greg Oates zum Thema Wissensökonomie und Airport Cities erschienen.
Ethik der Mobilität – Mitte März dieses Jahres gibt die philippinische Senatorin Loren Legarda (Bild) das aktuelle Stichwort zur Diskussion: In der philippinischen Hauptstadt Manila sind Politiker und Wissenschaftler zusammengekommen, unter ihnen der ehemalige US-Vizepräsident Al Gore, um im Rahmen des 31st Climate Reality Leadership Corps Training über Klimawandel und Gerechtigkeit zu diskutieren. „Justice is giving everyone their due“, sagt Legardo.
Und: “The injustice here is that the Philippines is minor emitter of greenhouse gases with only 0,3% of global emissions, but it is among the most vulnerable to climate change impacts.” 2013 haben 30 tropische Wirbelstürme und 13 Taifune Teile des Landes verwüstet. Die Philippinen gehören deshalb zu den Staaten, die am schwersten von den Folgen des Klimawandels betroffen sind. Wo liegt unsere Verantwortung, und welche Bedeutung hat Ethik in dieser Frage?