Earth Day 2018 in Frankfurt am Main: Vortrag über die “Mobilität der Zukunft”

Earth Day 2018: “Die Mobilität der Zukunft im Spannungsfeld von Digitalisierung, Energiewende und Klimawandel. Vortrag aus Anlass des Earth Days am 23. April 2018 in der Industrie- und Handelskammer (IHK) Frankfurt am Main, Börsenplatz 4. Beginn: 10 Uhr

Earth Day 2018 in Deutschland: Der Vortrag über die “Mobilität der Zukunft im Spannungsfeld von Digitalisierung, Energiewende und Klimawandel” geht von der These aus, dass das Konzept einer Mobilität, die vornehmlich auf der Grundlage eines motorisierten Individualverkehrs beruht, nicht mehr für das 21. Jahrhundert taugt. Verstopfte Straßen und Autobahnen, wachsende volkswirtschaftliche Kosten durch Staus und das Scheitern des Klimaziels für 2020 nicht zuletzt wegen wachsender CO2-Emissionen setzen den Verkehrssektor vor dem Hintergrund internationaler Klimaabkommen unter erheblichen Druck. Zumal der Verkehrssektor der einzige Bereich in Deutschland ist, dessen CO2-Emissionen seit 1990 von damals 164 Mio t auf heute 170 Mio t gestiegen sind – während andere Sektoren den Ausstoß des klimaschädlichen Gases zum Teil erheblich verringern konnten.

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Fahrverbote für Dieselautos – Über den Irrsinn falscher Empörung und Bigotterie

Fahrverbote – die Empörung nach dem Urteil des Bundesverwaltungsgerichtes ist groß. Aber Fahrverbote – temporär und örtlich begrenzt – treffen nicht einmal 0,6% aller deutschen Kommunen. Gravierender für den Kurs der deutschen Automobilindustrie ist die wachsende Zahl von Staaten, die ein Verkaufsverbot für Verbrenner ausgesprochen haben. Und China, der größte Automobilmarkt der Welt, lässt gerade prüfen, für welches Jahr ein Verkaufsverbot verhängt werden kann. Beobachter gehen davon aus, dass ein Verbot in den Zeitraum zwischen 2030 und 2040 fällt. Das Land der aufgehende Sonne nimmt sich ein Beispiel an Großbritannien und Frankreich. Temporäre und örtlich begrenzte Fahrverbote sind vor diesem Hintergrund eher Petitessen, die Aufregung lenkt vom eigentlichen Thema ab – dem absehbaren Ende des Verbrennungsmotors.

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Seattle

“Kostenloser” ÖPNV – eine Chance für die Verkehrswende

Das Konzept des „kostenlosen“ ÖPNV als Teil einer neuen vernetzten Mobilität, die dem Umweltverbund Vorfahrt einräumt, kann ein Beitrag sein, um eine weniger umweltschädliche Mobilität zu ermöglichen. Die Politik braucht aber mehr Mut, um solche Entscheidungen zu treffen. Auswirkungen von Fahrverboten können in diesem Kontext weniger gravierend sein als befürchtet. Ein Beispiel aus dem Autofahrerland USA zeigt, welche Erfolge möglich sind, wenn dem ÖPNV Vorfahrt eingeräumt wird. Seattle hat erfolgreich temporäre Fahrverbote auf einer Hauptverkehrsstraße eingeführt, um den ÖPNV erfolgreich zu stärken. Es gilt aber auch, was der Sprecher des Vorstandes des Rhein-Main Verkehrsverbundes (RMV), Prof. Knut Ringat, kürzlich gesagt hat: Erst Netzausbau, dann Nulltarif.

“Fossiles Denken schadet noch mehr als fossile Brennstoffe.”
Bank Sarasin

Der Beitrag beleuchtet das Thema auch vor dem Hintergrund der externen Kosten des (Auto-)Verkehrs  und stellt einen Zusammenhang zu den Klimazielen her, auf die sich die Europäische Union, Deutschland und das Land Hessen nach der Pariser Klimakonferenz (COP21) verpflichtet haben.

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Global Mobility Index

The Global Mobility Index shows how people move in 100 cities around the world. This visualization focuses on three aspects of urban mobility for each city: congestion levels calculated using TomTom real-time traffic-monitoring data, commuting time, and the estimated percentage of trips that could be shared if citizens would be willing to wait five minutes to share a trip.

Jürgen Schultheis, DVZ, Klimawandel, Verkehr, Mobilität

Klimawandel und Dekarbonisierung – eine Herausforderungen für den Verkehr

Die vollständige Dekarbonisierung der Energiesysteme einschließlich des Verkehrssektors, eine klimaverträgliche Stadtentwicklung und ein Wandel der Landnutzung bei gleichzeitiger Minderung des Verlustes von jährlich 15 Millionen ha Wald – das fordert der Wissenschaftliche Beirat Globale Umweltveränderungen (WBGU) der Bundesregierung angesichts des Klimawandels.

Dekarbonisierung der Energiesysteme: Die Herausforderung auf globaler Ebene ist gigantisch: Bei einem Plus von maximal 1,5 Grad bis zum Jahrhundertende dürfen nur noch 200 Gigatonnen Kohlendioxid emittiert werden. Bei aktuell 41 Gigatonnen CO2 pro Jahr weltweit wäre das Budget in fünf Jahren verbraucht. Es war einer der Gründe, warum Ende November 2017 mehr als 15.000 Wissenschaftler aus 184 Staaten die „World Scientists´ Warning to Humanity: A Second Notice“ veröffentlicht haben.

Unter der Überschrift „Eine historisch beispiellose Herausforderung“ ist in der XXL-Ausgabe der DVZ im Dezember 2017 eine Kurzfassung meines Beitrages „Über Klimawandel und Verkehr“ erschienen, in dem der Zielkonflikt von Wirtschaftswachstum und „Great Acceleration“ auf der einen Seite und Ökosystemleistung und Grenzen des Wachstums vor dem Hintergrund des „Anthropozän“ auf der anderen Seite erläutert wird.

Den ausführlichen Beitrag finden Sie auf dieser Website unter diesem Link

Regionalverband muss zum Spielmacher in der Metropolregion FRM werden

Regionalpolitiker, Bürgermeister und Gewerkschafter der Metropolregion fordern eine intensivere und zielorientiertere Politik für FrankfurtRheinMain. Die Gruppe, die sich zum Initiativkreis Metropolregion FrankfurtRheinMain zusammengeschlossen hat, plädiert in einer Stellungnahme zum Metropolgesetz der Landesregierung, den Regionalverband FrankfurtRheinMain für die Rolle eines zentralen Spielmachers zur Entwicklung der Region zu ertüchtigen, ihn handlungsfähiger zu machen, sein Gebiet zu erweitern und ein direkt gewähltes Parlament zu etablieren.

Download der ausführlichen Stellungnahme

Nur auf diesem Weg könnten die aktuellen Herausforderungen nach Einschätzung der Unterzeichner etwa in den Bereichen Wohnungsbau, Verkehr und Landschaftsschutz in angemessener Abwägung lokaler und regionaler Belange, demokratisch legitimiert und auf Dauer gelöst werden.

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Über Klimawandel und Verkehr

Der Klimawandel verändert Europa: Hitzewellen, Niedrig- und Hochwasserstände und andere extreme Wetterereignisse zeigen, dass der Wandel an Dynamik gewinnt. Zugleich erfordert der Klimawandel die umgehende Dekarbonisierung unseres Wirtschaftssystems. Der Verkehrssektor, der heute immer noch so viel Kohlendioxid ausstößt wie 1990, muss in den nächsten Jahren emissionsfrei werden, sofern die Erwärmung des Erdklimas aus plus 1,5 Grad Celsius begrenzt werden soll. Doch Lobbyismus, mangelnde politische Führung und Entscheidungswille und die Fixiertheiten einer auto-orientierten Gesellschaft machen es unwahrscheinlich, das 1,5-Grad-Ziel einhalten zu können.

Klimawandel, Verkehr, Jürgen Schultheis, Bondo, Piz Cengalo, Enjoy St Moritz,
Murgang bei Bondo unterhalb des Piz Cengalo

Mitte August dieses Jahres stürzen im Kanton Graubünden mehrere Millionen Tonnen Schlamm und Gestein ins Tal. Der Murgang, wie die Lawine aus Geröll, Schutt und Erdmaterial genannt wird, kostet acht Menschen das Leben und richtet im Dorf Bondo unterhalb des Piz Cengalo enorme Schäden an. Bis Mitte September gehen bei drei weiteren Erd- rutschen am 3600 Meter hohen Berg noch einmal mehr als eine Million Tonnen Schlamm und Gestein nieder.

Die Katastrophe in Graubünden steht für Extremereignisse, wie sie als Folgen des Klimawandels immer häufiger auftreten. Die Alpen, mit 200.000 km² Fläche das größte Gebirge Europas, sind davon in besonderem Maße betroffen. Die mittleren Temperaturen werden bis zum Ende des Jahrhunderts nach Einschätzung des Schweizer Bundesamtes für Umwelt um drei bis fünf Grad steigen. Aber schon heute tauen Dauerfrostböden (Permafrost) jenseits der 2500-Meter-Marke und Hänge rutschen ab.

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“Ohne Freiheitsbeschränkungen kommen wir nicht klar” – Über Ethik der Mobilität

Ethik der Mobilität 2017: Subventionen im Verkehr abbauen, defizitäre Flughäfen schließen, Bewusstsein schaffen über das Maß  der Umweltbelastung im Verkehrssektor, Transparenz beim persönlichen CO2-Ausstoß und stärkere Regulierungen durch den Staat – diese Empfehlungen haben die Teilnehmer die 2. Diskussionsrunde „Ethik der Mobilität – wie viel Verkehr können wir noch verantworten?“ am Vorabend des Deutschen Mobilitätskongresses im House of Logistics and Mobility (HOLM) gegeben. Angesichts des unvermindert hohen CO2-Aussstoßes im Verkehrssektor und den Folgen des Klimawandels forderten die Diskutanten, schneller und entschiedener zu reagieren. Hessens Minister für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung, Tarek Al-Wazir, sagte: „Das Richtige zu tun, ist das eine, dafür Mehrheiten zu erkämpfen und zu halten, das andere.“

Ethik der Mobilität, Verkehr, Klimawandel, Werner Balsen, Detlef Esslinger, Martin Gropp, Frank-Thomas Wenzel, Jürgen Schultheis, #eth_mob
Diskussion “Ethik der Mobilität – wie viel Verkehr können wir noch verantworten?” Anfang Oktober im House of Logistics and Mobility, Impulse von Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Bildmitte vor dem Bildschirm) und Martin Schmied (Umweltbundesamt). Es diskutierrten Werner Balsen (DVZ, Brüssel), Detlef Esslinger (Süddeutsche Zeitung), Martin Gropp (Frankfurter Allgemeine Zeitung) und Frank-Thomas Wenzel (Berliner Zeitung / Frankfurter Rundschau) unter Leitung von Jürgen Schultheis (House of Logistics and Mobility).

Unter Leitung von Jürgen Schultheis, Senior Manager der HOLM GmbH, debattierten Werner Balsen (DVZ, Brüssel), Detlef Esslinger (Süddeutsche Zeitung), Martin Gropp (Frankfurter Allgemeine Zeitung) und Frank-Thomas Wenzel (Berliner Zeitung / Frankfurter Rundschau) in der Reihe “Ethik der Mobilität – wie viel Verkehr können wir noch verantworten?” die Frage, welcher Verkehr ethisch verantwortbar ist und wie der Wandel hin zu einem weniger umweltschädlichen Verkehr möglich ist.

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Luftverkehrsabgabe – über begrenzte Horizonte und falsche Gewichtungen – Offener Brief an die Neue Zürcher Zeitung

Sehr geehrte Damen und Herren,
sehr geehrter Herr Enz,

mit Interesse lese ich Ihren Kommentar über die deutsche Luftverkehrsabgabe wie übrigens so manche anderen Beiträge auch in deutschen Medien.

Offen gestanden komme ich aus dem Staunen nicht mehr heraus, denn nach der allgemeinen Lesart sieht die Lage so aus: Ich zahle für ein Flugticket von Frankfurt nach Santa Cruz de la Palma rd 500 Euro zzgl Luftverkehrsabgabe von 7,50 Euro. Für ein Ticket von Frankfurt nach Melbourne muss ich rd 1400 Euro auf den Tisch legen zzgl 42 Euro Steuer.

Wir sprechen also von einer Belastung zwischen einem und drei Prozent.

Link zum Kommentar in der Neuen Zürcher Zeitung.

Wenn es also stimmt, wie Sie und Ihre Kollegen argumentieren, würden deutlich mehr Menschen die Ziele ansteuern, sobald die Steuer wegfällt. Sind Sie ernsthaft davon überzeugt, dass ein Kunde auf einen Flug auf die Kanaren verzichtet, weil er wegen der Luftverkehrsteuer 7,50 Euro mehr zahlt oder seinen Plan verwirft, nach Australien zu fliegen, weil der Flug steuerbedingt 42 Euro mehr kostet?

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