Seattle

“Kostenloser” ÖPNV – eine Chance für die überfällige Verkehrswende in Deutschland

„Kostenloser“ ÖPNV? Wer versteckte Verkehrssubventionen abschafft, die Klimaziele ernst nimmt, konsequent auf Bürgerbeteiligung setzt und dem Öffentlichen Personennahverkehr Vorfahrt in Städten und Metropolregionen einräumt, wird mit dem Konzept des „kostenlosen“ ÖPNV gut fahren – zum Vorteil aller Beteiligten. Ein Beispiel aus dem Autofahrerland USA zeigt, wie es gehen kann (Bild: Elaine Thomson).

(mehr …)

Global Mobility Index

The Global Mobility Index shows how people move in 100 cities around the world. This visualization focuses on three aspects of urban mobility for each city: congestion levels calculated using TomTom real-time traffic-monitoring data, commuting time, and the estimated percentage of trips that could be shared if citizens would be willing to wait five minutes to share a trip.

Jürgen Schultheis, DVZ, Klimawandel, Verkehr, Mobilität

Klimawandel und Dekarbonisierung – eine Herausforderungen für den Verkehr

Die vollständige Dekarbonisierung der Energiesysteme einschließlich des Verkehrssektors, eine klimaverträgliche Stadtentwicklung und ein Wandel der Landnutzung bei gleichzeitiger Minderung des Verlustes von jährlich 15 Millionen ha Wald – das fordert der Wissenschaftliche Beirat Globale Umweltveränderungen (WBGU) der Bundesregierung angesichts des Klimawandels.

Dekarbonisierung der Energiesysteme: Die Herausforderung auf globaler Ebene ist gigantisch: Bei einem Plus von maximal 1,5 Grad bis zum Jahrhundertende dürfen nur noch 200 Gigatonnen Kohlendioxid emittiert werden. Bei aktuell 41 Gigatonnen CO2 pro Jahr weltweit wäre das Budget in fünf Jahren verbraucht. Es war einer der Gründe, warum Ende November 2017 mehr als 15.000 Wissenschaftler aus 184 Staaten die „World Scientists´ Warning to Humanity: A Second Notice“ veröffentlicht haben.

Unter der Überschrift „Eine historisch beispiellose Herausforderung“ ist in der XXL-Ausgabe der DVZ im Dezember 2017 eine Kurzfassung meines Beitrages „Über Klimawandel und Verkehr“ erschienen, in dem der Zielkonflikt von Wirtschaftswachstum und „Great Acceleration“ auf der einen Seite und Ökosystemleistung und Grenzen des Wachstums vor dem Hintergrund des „Anthropozän“ auf der anderen Seite erläutert wird.

Den ausführlichen Beitrag finden Sie auf dieser Website unter diesem Link

Regionalverband muss zum Spielmacher in der Metropolregion FRM werden

Regionalpolitiker, Bürgermeister und Gewerkschafter der Metropolregion fordern eine intensivere und zielorientiertere Politik für FrankfurtRheinMain. Die Gruppe, die sich zum Initiativkreis Metropolregion FrankfurtRheinMain zusammengeschlossen hat, plädiert in einer Stellungnahme zum Metropolgesetz der Landesregierung, den Regionalverband FrankfurtRheinMain für die Rolle eines zentralen Spielmachers zur Entwicklung der Region zu ertüchtigen, ihn handlungsfähiger zu machen, sein Gebiet zu erweitern und ein direkt gewähltes Parlament zu etablieren.

Download der ausführlichen Stellungnahme

Nur auf diesem Weg könnten die aktuellen Herausforderungen nach Einschätzung der Unterzeichner etwa in den Bereichen Wohnungsbau, Verkehr und Landschaftsschutz in angemessener Abwägung lokaler und regionaler Belange, demokratisch legitimiert und auf Dauer gelöst werden.

(mehr …)

Über Klimawandel und Verkehr

Der Klimawandel verändert Europa: Hitzewellen, Niedrig- und Hochwasserstände und andere extreme Wetterereignisse zeigen, dass der Wandel an Dynamik gewinnt. Zugleich erfordert der Klimawandel die umgehende Dekarbonisierung unseres Wirtschaftssystems. Der Verkehrssektor, der heute immer noch so viel Kohlendioxid ausstößt wie 1990, muss in den nächsten Jahren emissionsfrei werden, sofern die Erwärmung des Erdklimas aus plus 1,5 Grad Celsius begrenzt werden soll. Doch Lobbyismus, mangelnde politische Führung und Entscheidungswille und die Fixiertheiten einer auto-orientierten Gesellschaft machen es unwahrscheinlich, das 1,5-Grad-Ziel einhalten zu können.

Klimawandel, Verkehr, Jürgen Schultheis, Bondo, Piz Cengalo, Enjoy St Moritz,
Murgang bei Bondo unterhalb des Piz Cengalo

Mitte August dieses Jahres stürzen im Kanton Graubünden mehrere Millionen Tonnen Schlamm und Gestein ins Tal. Der Murgang, wie die Lawine aus Geröll, Schutt und Erdmaterial genannt wird, kostet acht Menschen das Leben und richtet im Dorf Bondo unterhalb des Piz Cengalo enorme Schäden an. Bis Mitte September gehen bei drei weiteren Erd- rutschen am 3600 Meter hohen Berg noch einmal mehr als eine Million Tonnen Schlamm und Gestein nieder.

Die Katastrophe in Graubünden steht für Extremereignisse, wie sie als Folgen des Klimawandels immer häufiger auftreten. Die Alpen, mit 200.000 km² Fläche das größte Gebirge Europas, sind davon in besonderem Maße betroffen. Die mittleren Temperaturen werden bis zum Ende des Jahrhunderts nach Einschätzung des Schweizer Bundesamtes für Umwelt um drei bis fünf Grad steigen. Aber schon heute tauen Dauerfrostböden (Permafrost) jenseits der 2500-Meter-Marke und Hänge rutschen ab.

(mehr …)

“Ohne Freiheitsbeschränkungen kommen wir nicht klar” – Über Ethik der Mobilität

Ethik der Mobilität 2017: Subventionen im Verkehr abbauen, defizitäre Flughäfen schließen, Bewusstsein schaffen über das Maß  der Umweltbelastung im Verkehrssektor, Transparenz beim persönlichen CO2-Ausstoß und stärkere Regulierungen durch den Staat – diese Empfehlungen haben die Teilnehmer die 2. Diskussionsrunde „Ethik der Mobilität – wie viel Verkehr können wir noch verantworten?“ am Vorabend des Deutschen Mobilitätskongresses im House of Logistics and Mobility (HOLM) gegeben. Angesichts des unvermindert hohen CO2-Aussstoßes im Verkehrssektor und den Folgen des Klimawandels forderten die Diskutanten, schneller und entschiedener zu reagieren. Hessens Minister für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung, Tarek Al-Wazir, sagte: „Das Richtige zu tun, ist das eine, dafür Mehrheiten zu erkämpfen und zu halten, das andere.“

Ethik der Mobilität, Verkehr, Klimawandel, Werner Balsen, Detlef Esslinger, Martin Gropp, Frank-Thomas Wenzel, Jürgen Schultheis, #eth_mob
Diskussion “Ethik der Mobilität – wie viel Verkehr können wir noch verantworten?” Anfang Oktober im House of Logistics and Mobility, Impulse von Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Bildmitte vor dem Bildschirm) und Martin Schmied (Umweltbundesamt). Es diskutierrten Werner Balsen (DVZ, Brüssel), Detlef Esslinger (Süddeutsche Zeitung), Martin Gropp (Frankfurter Allgemeine Zeitung) und Frank-Thomas Wenzel (Berliner Zeitung / Frankfurter Rundschau) unter Leitung von Jürgen Schultheis (House of Logistics and Mobility).

Unter Leitung von Jürgen Schultheis, Senior Manager der HOLM GmbH, debattierten Werner Balsen (DVZ, Brüssel), Detlef Esslinger (Süddeutsche Zeitung), Martin Gropp (Frankfurter Allgemeine Zeitung) und Frank-Thomas Wenzel (Berliner Zeitung / Frankfurter Rundschau) in der Reihe “Ethik der Mobilität – wie viel Verkehr können wir noch verantworten?” die Frage, welcher Verkehr ethisch verantwortbar ist und wie der Wandel hin zu einem weniger umweltschädlichen Verkehr möglich ist.

(mehr …)

Luftverkehrsabgabe – über begrenzte Horizonte und falsche Gewichtungen – Offener Brief an die Neue Zürcher Zeitung

Sehr geehrte Damen und Herren,
sehr geehrter Herr Enz,

mit Interesse lese ich Ihren Kommentar über die deutsche Luftverkehrsabgabe wie übrigens so manche anderen Beiträge auch in deutschen Medien.

Offen gestanden komme ich aus dem Staunen nicht mehr heraus, denn nach der allgemeinen Lesart sieht die Lage so aus: Ich zahle für ein Flugticket von Frankfurt nach Santa Cruz de la Palma rd 500 Euro zzgl Luftverkehrsabgabe von 7,50 Euro. Für ein Ticket von Frankfurt nach Melbourne muss ich rd 1400 Euro auf den Tisch legen zzgl 42 Euro Steuer.

Wir sprechen also von einer Belastung zwischen einem und drei Prozent.

Link zum Kommentar in der Neuen Zürcher Zeitung.

Wenn es also stimmt, wie Sie und Ihre Kollegen argumentieren, würden deutlich mehr Menschen die Ziele ansteuern, sobald die Steuer wegfällt. Sind Sie ernsthaft davon überzeugt, dass ein Kunde auf einen Flug auf die Kanaren verzichtet, weil er wegen der Luftverkehrsteuer 7,50 Euro mehr zahlt oder seinen Plan verwirft, nach Australien zu fliegen, weil der Flug steuerbedingt 42 Euro mehr kostet?

(mehr …)

William Hurley (Whurley), Quantencomputer, me Convention Frankfurt IAA

Über die Zukunft der Quantencomputer – Erste me Convention in Frankfurt am Main

Die Rechenleistung von Quantencomputern wird in den nächsten drei bis fünf Jahren als Serviceangebot nutzbar sein. In zehn Jahren werden Quantencomputer im Zusammenspiel mit herkömmlichen digitalen Rechnern durch ihre ungeheure Rechenleistung vollkommen neue Möglichkeiten für die Entwicklung etwa von neuen Medikamenten, der Analyse ferner Planeten und der Bearbeitung großer Mengen von Daten bieten. Davon ist William Hurley überzeugt, Managing Director bei Goldman Sachs.

Im Mai 2016 hatten mehr als 3000 Experten und Institutionen in Europa das Quantum Manifesto unterzeichnet. Darin heißt es: “This Manifesto calls upon Member States and the European Commission to launch a €1 billion flagship-scale initiative in Quantum Technology, preparing for a start in 2018 within the European H2020 researchand innovation framework programme. It is endorsed by a broad community of industries, research institutes and scientists in Europe.”

Hurley sprach am Freitag, 15. September, auf der me Convention in der Frankfurter Festhalle, die zum ersten Male als Kooperation von Digital- und Kulturkonferenz South by Southwest (SXSW) und Mercedes Benz zeitgleich zur Internationalen Automobilausstellung veranstaltet worden ist. Die SXSW, die seit 1987 in Austin (Texas) ausgerichtet wird, versteht sich als Messe für digitale Innovationen und als Treffpunkt für kreative Köpfe aus den Bereichen Digitalisierung, Kunst und Kultur.

Die me Convention hat sich bei der Premiere in diesem Jahr mit den Themen New Leadership, New Creation, New Realities, New Urbanism und New Velocity. Der gemeinsame Kongress von SXSW und Mercedes-Benz ist auf drei Tage angelegt.

Sheryl Sandberg, COO, Facebook, Dieter Zetsche, Daimler AG, me Convention 2017, Frankfurt am Main, Bild: Jürgen Schultheis
Sheryl Sandberg, Geschäftsführerin (COO) von Facebook, im Gespräch mit Dieter Zetsche, Vorstandsvorsitzender der Daimler AG, me Convention 2017, IAA, Frankfurt am Main, Festhalle. Bild: Jürgen Schultheis

In Frankfurt ist die erste me Convention mit einem Impulsvortrag von Buzz Aldrin eröffnet worden. Aldrin war nach Neil Armstrong der zweite Mensch, der im Verlauf der Apollo 11 Mission den Mond betreten hat. Aldrin appellierte am Freitag für mehr Verantwortung. Der Mensch möge mehr darüber nachdenken, was er tut.

Am Mittag sprachen Facebook-Geschäftsführerin Sheryl Sandberg und Mercedes-Benz-Chef Dieter Zetsche über die Herausforderung der Zukunft, über die Vernetzung der Menschen in der virtuellen und realen Welt und über die Frage, wie mehr mehr Frauen in Führungspositionen gelangen können. Sandberg empfahl Eltern und vor allem Männern, neue Rollenbilder zu leben, die jungen Mädchen ein neues Selbstverständnis geben könnten. Ihre Empfehlung an die Männer: „Don´t buy flowers, do laundry!“

Am Nachmittag sprachen u.a Katherine Maher, Geschäftsführende Direktorin der Wikimedia-Stiftung, und Sarah Marie Thornton, vom Dynamic Design Lab an der Universität Stanford (USA). Thornton beschäftigt sich mit Algorithmen für autonome Fahrzeuge und der Frage, wie Software bei Zielkonflikten entscheidet.

  • Andrew Keen, me Convention, Frankfurt 2017, Bild: Jürgen Schultheis
    Andrew Keen und Lea Steinacker, me Convention 2017, IAA, Frankfurt am Main, Bild: Jürgen Schultheis
Mobilität der Zukunft - Mobilität der Vergangenheit

Die Mobilität der Zukunft

Die Mobilität der Zukunft basiert auf dem Zusammenspiel von Energie- und Verkehrswende, berücksichtigt den Ressourcen- und Energieaufwand für die Beförderung von Personen und Informationen und den für Transport von Gütern, reduziert die Raumwirkung von Verkehrsinfrastrukturen, entkoppelt Verkehrsmittel und Reisenden und vernetzt die jeweiligen Verkehrsmittel situationsabhängig und anlassbezogen für die schnelle und komfortable Reise von A nach B. Die Mobilität der Zukunft ermöglicht bei geringerer Umweltwirkung mehr Bewegung bei reduziertem Energieverbrauch und erhöhtem Komfort und steigert die Lebensqualität in Metropolräumen und in ländlichen Gebieten. Die Mobilität der Zukunft ist eine wichtige Säule im Konzept der Stadt von Morgen (Smart City / Smart Region).

Mobilität der Zukunft bedeutet im weiteren, umfassenderen Sinne, Verkehrs-, Informations- und Energiesektor als Einheit und damit systemisch zu betrachten. Erst im Zusammenspiel der einzelnen Sektoren und durch ihre Vernetzung entfaltet das Konzept die volle Bandbreite der Möglichkeiten.

(mehr …)