Frankfurt könnte Testfeld für
Drittnutzerfinanzierung im ÖPNV werden
Mobilität für viele kann ohne Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) kaum gewährleistet werden. Trotz steigender Fahrgastzahlen und obwohl der ÖPNV diese Leistung erbringt, bleibt der Betrieb defizitär. Eigenwirtschaftlich ist die Leistung mit Bus, Tram und U-Bahn in den Kommuen und Landkreisen nicht zu erbringen. Fahrgeldeinnahmen decken bundesweit nach Einführung des Deutschlandtickets nur noch 40% der Kosten. Seit Jahren debattiert die Branche deshalb über eine Drittnutzerfinanzierung.
Beim Workshop von DVWG, kcw GmbH, HOLM eV und dem Verein für Verkehrswissenschaften (VfV) im MobiHub im House of Logistics and Mobility (HOLM) haben die Staatssekretärin im hessischen Verkehrsministerium, Inés Fröhlich (SPD), und Vertreter von kcw GmbH, Rhein-Main Verkehrsverbund (RMV) und BBG und Partner Empfehlungen gegeben. Unter mehreren Instrumenten der Drittnutzerfinanzierung hat sich die Runde am Ende für einen Testlauf mit einer freiwilligen Arbeitgeberabgabe ausgesprochen.
Drittnutzerfinanzierung, auch das ist ein Ergebnis der Debatte, kann das Finanzierungsproblem des ÖPNV nur zum Teil lösen. Darüber hinaus braucht der ÖPNV mehr Planungssicherheit bei der Finanzierung. Die Sanierung der maroden Infrastruktur sollte neben der Finanzierung des laufenden Betriebes Priorität haben.
Für die Verkehrswende und die Einhaltung der Ziele im hessischen Klimaplan spielt der ÖPNV die entscheidende Rolle, weil die Umweltwirkung des Umweltverbundes – CO2-Ausstoß und Flächenverbrauch von ÖPNV, Fuß- und Radverkehr -, im Vergleich mit dem Autoverkehr deutlich geringer ist. Hessen wird das im Klimaplan festgelegte Ziel für den Verkehrssektor aber nicht erreichen: In den nächsten 3,5 Jahren müsste der Ausstoß von klimaschädlichem Kohlendioxid um 20 Prozentpunkte verringert werden (Link zum Beitrag). Das ist unrealistisch.

