Drittnutzerfinanzierung
Mobilität für alle kann ohne Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) kaum gewährleistet werden. Trotz steigender Fahrgastzahlen bleibt der ÖPNV defizitär, eigenwirtschaftlich ist die Leistung mit Bus, Tram und U-Bahn in den Kommuen und Landkreisen nicht zu erbringen. Seit Jahren debattiert die Branche deshalb über eine Drittnutzerfinanzierung. Beim Workshop von DVWG, kcw GmbH, HOLM eV und dem Verein für Verkehrswissenschaften (VfV) im MobiHub im House of Logistics and Mobility (HOLM) haben die Staatssekretärin im hessischen Verkehrsministerium, Inés Fröhlich (SPD), und Vertreter von kcw GmbH, Rhein-Main Verkehrsverbund (RMV) und BBG und Partner Empfehlungen gegeben.
Drittnutzerfinanzierung, das ist eine der Ergebnisse der Debatte, kann das Finanzierungsproblem des ÖPNV nur zum Teil lösen. Ein Instrument unter mehreren für die Drittnutzerfinanzierung im hessischen ÖPNV ist die Arbeitgeberabgabe. Darüber hinaus braucht der ÖPNV mehr Planungssicherheit bei der Finanzierung. Die Sanierung der maroden Infrastruktur sollte neben der Finanzierung des laufenden Betriebes Priorität haben.
Die Frage der Attraktivität und Leistungsfähigkeit des ÖPNV könnte bald noch höhere Priorität erlangen. Der ÖPNV spielt für die Verkehrswende DIE entscheidende Rolle, weil die Umweltwirkung des Umweltverbundes – ÖPNV, Fuß- und Radverkehr – gering ist. Hessen wird das in Klimaplan festgelegte Ziel für den Verkehrssektor mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht erreichen: In den nächsten 3,5 Jahren muss der Ausstoß von klimaschädlichem Kohlendioxid um 20 Prozentpunkte verringert werden (Link zum Beitrag).

