Michael Benz: „Wir kommen
an einer Logistik Maut nicht vorbei“
Die urbane Logistik der Zukunft muss koordinierter sein als bisher, weg von Push- und hin zur Pull-Logistik, sagt Michael Benz, geschäftsführender Gesellschafter der Benz + Walter GmbH in Wiesbaden. Statt einzelner Kurier-, Express-, Paketdienstleister und Spediteure, die in die Stadt fahren (Push-Logistik), plädiert Benz für ein System, das Verkehre bündelt und bei Bedarf anfordert (Pull-Logistik). Die Funktion, Lieferverkehr zu konsolidieren, könnte die Kommune übernehmen oder extern vergeben, wie das Beispiel Vicenza in Norditalien zeigt. Die Altstadt von Vicenza ist seit 1996 für den Verkehr gesperrt, die Güterlogistik im Stadtzentrum wird ausschließlich mit Elektrofahrzeugen der Initiative „Vicenza Eco-Logistic Center“ (VELoCe) abgewickelt, ein kommunales Unternehmen im Besitz der Stadtverwaltung und aller Gewerkschaften.
Michael Benz gibt am 30. Juni, 17 Uhr, bei der Vorstellung des neuen Mobility Reports von Dr. Stefan Carsten im House of Logistics and Mobility in Frankfurt aM den Impuls zum Thema „Urbane Logistik“. Die Präsentation ist eine gemeinsame Veranstaltung von HOLM eV und Verkehrskontor FrankfurtRheinMain. Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung unter holm.ev@frankfurt-holm.de erforderlich.
Im Interview mit dem Verkehrskontor FrankfurtRheinMain antwortet Benz auf Carstens Idee der Movable Spaces: Gebäude und Plätze, die zeitlich befristet die Betriebszustände wechseln. Der Supermarkt wird urbaner und innerstädtischer und entwickelt sich zum multifunktionalen Quartiersbaustein.
