Erderwärming, Deutsche Physikalische Gesellschaft, Deutsche Meteorologische Gesellschaft, Verkehrskontor FrankfurtRheinMain, Jürgen Schultheis

Die +3°C-Grenze könnte
schon 2050 überschritten werden

Die Deutsche Physikalische Gesellschaft e. V. (DPG) und die Deutsche Meteorologische Gesellschaft e.V. (DMG) haben Ende September 2025 anlässlich des ExtremWetterKongresses einen Aufruf veröffentlicht, der – abgesehen von einer kurzen Nachrichtenlage – im Grunde unbeachtet geblieben ist. „Die Beobachtungslage zeigt, dass sich die Klimaentwicklung erheblich beschleunigt hat – sowohl in der Atmosphäre wie auch den Ozeanen“, heißt es im Aufruf. „DPG und DMG weisen deshalb darauf hin, dass eine globale Erwärmung um 3 Grad gegenüber dem vorindustriellen Niveau bereits um 2050 nicht ausgeschlossen werden kann.“

Hans Joachim Schellnhuber, Gründungsdirektor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK), hat die Konsequenzen beschrieben: „Bei einer 3 Grad Erwärmung würden die inneren Tropen unbewohnbar werden, in dem Sinn, dass sie ohne Klimaanlage im Freien nicht länger als 3 Stunden überleben könnten, weil die Kombination aus Temperatur und Luftfeuchte uns physiologisch überfordern würde. Das heißt, dass dann bis zwei bis drei Milliarden Menschen keinen Lebensraum mehr hätten.“

Aber wen kümmert´s ?

Max Weber, Cem Özdemir, Bündnis 90/Die Grünen, Baden-Württemberg, Verantwortungsethik, Gesinnungsethik, Wahl 2026, Jürgen Schultheis, Verkehrskontor FrankfurtRheinMain

Bündnis 90/Die Grünen – zwischen
Gesinnungs- und Verantwortungsethik

Bündnis 90/Die Grünen haben seit Gründung im Jahr 1980 immer darum gerungen, wer in der Partei den Kurs vorgibt oder wer den größeren Einfluss auf den Kurs der Partei hat  – „Fundis“ oder „Realos“. In einer Zeit des allgemeinen Roll-backs, der zunehmenden Wissenschaftsabgewandheit bis -ferne demokratischer Kräfte wie CDU/CSU, SPD und FDP und angesichts eines Klimawandles, dessen Dynamik zu Lasten der Menschen von Jahr zu Jahr wächst, stehen Bündnis 90/Die Grünen heute mehr denn je vor der Frage, wie Mehrheiten im Wahlvolk gewonnen werden können. Es geht um die Frage, wie ich es mit Gesinnungs- und Verantwortungsethik halte.

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FDP Frankfurt Nachtflugverbot lockern, Stephanie Wüst, Frank Maiwald, Sebastian Papke

Die Frankfurter FDP
will das Nachtflugverbot lockern

Im Spannungsfeld von Wirtschaftswachstum und Lebensqualität legt die FDP in Frankfurt am Main die Axt an einen tragfähigen politisch-gesellschaftlichen Kompromiss: Mit ihrer Forderung im Kommunalwahlkampf 2026, das Nachtflugverbot zu lockern, kündigt die Partei das Ergebnis des bundesweit beachteten Mediationsverfahrens zum Ausbau des Flughafens auf. Bau der Landebahn Nordwest und ein Nachtflugverbot von 23 bis 5 Uhr, Ausbau der Infrastruktur mit Wachstumsoption für den Luftverkehr, verbunden mit eingeschränkter Nachtruhe für die Menschen in einem hochverdichteten Raum – diesen Konsens wollen Frankfurts Liberale mit Wirtschaftsdezernentin Stephanie Wüst, dem Kreisvorsitzenden Frank Maiwald und Stellvertreter Sebastian Papke an der Spitze der Partei auflösen. Kreis- und Ortsverbände der FDP in der Region lehnen die Forderung der Frankfurter Liberalen strikt ab, wie aus einer Umfrage des Verkehrskontors FrankfurtRheinMain hervorgeht.

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Flugverkehr: SAFs sind
kein Allheilmittel der Dekarbonisierung

Der Flugverkehr muss seine klimaschädlichen Emissionen drastisch verringern: Neben Kohlendioxid müssen Schwefeldioxid, Kohlenmonoxid, Stickstoff und vor allem Feinstaub aus dem Abgas entfernt werden. Nachhaltige, biogen oder elektrisch erzeugte Flugkraftstoffe (Sustainable Aviation Fuels, SAFs) sollen deshalb das fossile Kerosin ersetzen. Testbetriebe mit SAFs zeigen, dass der Anteil der Schadstoffe zum großen Teil erheblich verringert werden kann. Wie bei eFuels für den Pkw-Verkehr zeigt sich aber, dass es bislang nicht gelungen ist, den Anteil an klimaschädlichem Kohlenmonoxid und Stickstoff in den Abgasen von SAFs zu verringern. SAF ist deshalb kein Allheilmittel der Dekarbonisierung.

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Michael Roth, Andreas Weiher, Jürgen Schultheis, Beate Rilke, Carola Willmann, Hedy, Wächtersbach, SPD

Europapolitiker Michael Roth (SPD)
präsentiert sein Buch „Zonen der Angst“

Ein ausgeprägter Gestaltungswille, das Gefühl, der Gemeinde oder Stadt verpflichtet zu sein und der Wunsch, das Gemeinwohl zu fördern: Das sind Gründe, warum Menschen sich in der Politik engagieren und bereit sind, Ämter und Aufgaben zu übernehmen. Doch die Attraktivität des Bürgermeisteramtes sinkt wie generell die Bereitschaft, sich in Landes- und Bundesparlamente wählen zu lassen. Wer ein öffentliches Amt übernimmt, wird heute nicht selten beschimpft, beleidigt und bedroht. Manche ziehen sich zurück, andere treten gar nicht erst an oder legen ihr Amt nieder.

Über dieses Thema haben der ehemalige MdB und langjährige Außenpolitiker Michael Roth (SPD) und Bürgermeister Andreas Weiher (SPD) Mitte Oktober in Wächtersbach gesprochen. Roth las im Gespräch mit Pfarrerin Beate Rilke aus seinem aktuellen Buch „Zonen der Angst“. Ich hatte das Vergnügen, in die Veranstaltung einführen zu dürfen.

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Verbrenner-Aus, Gitta Connemann, Pkw, Motor, CDU, Jürgen Schultheis, Verkehrskontor FrankfurtRheinMain,

Die Wissenschaftsferne der Politik:
Offener Brief an Gitta Connemann

Sehr geehrte Frau Connemann,

mir fällt auf, dass in Ihren Kommentaren wie generell in denen Ihrer Parteikolleg*innen das Wort „Technologieoffenheit“ zwar häufig fällt, aber nie die Empfehlungen wissenschaftlicher Institutionen zitiert werden, deren Auftrag es ist, Sie und mit Ihnen die Bundesregierung zu beraten. Ich erlaube mir, Ihnen in der gebotenen Kürze einige Hinweise aus der Wissenschaft an die Hand zu geben, damit wir auch künftigen Generationen eine lebenswerte Welt hinterlassen können.

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Verbrenner-Aus, CDU, CSU, Markus Söder, Manfred Weber, Zeroemission, Verkehrskontor FrankfurtRheinMain, Jürgen Schultheis, Verkehr, Mobilität

Das Aus vom Verbrenner-Aus –
die IG Metall Seit´an Seit´ mit der AfD

Die Große Koalition gegen das Ende des Verbrenner-Pkws hat ihre Reihen fest geschlossen: CDU/CSU, FDP, BSW und Freie Wähler stehen Seit´ an Seit´ mit IG Metall und AfD gegen das Finale eines energetisch ineffizienten, stark raumgreifenden und schmutzigen Verkehrsmittels, dessen Bedarf an fossilem Treibstoff unsere Abhängigkeit von Diktaturen und Autokraten weiter festigt. 

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Route der Industriekultur FrankfurtRheinMain, Jürgen Schultheis, Frankfurter Rundschau

Route der Industriekultur – Rückblick
auf ein erfolgreiches regionales Projekt

Die Route der Industriekultur in der Metropolregion FrankfurtRheinMain zählt zu den Projekten, die ich als Redakteur der Frankfurter Rundschau journalistisch begleitet und medial unterstützt habe. Das räumliche und inhaltliche Konzept hatten Dr. Peter Schirmbeck (Rüsselsheim) und die Architekten DW Dreysse und Peter Lieser vom Architekturbüro ABS (Frankfurt am Main) entwickelt. Konzepte, die um die Jahrtausendwende in Schubladen schlummerten. Im Zuge der Regionaldebatte über die Metropolregion kam mir der Gedanke, die Route als Bindeglied in einer historisch zersplitterten Region lebendig werden zu lassen.

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Die Bahn stellt die Weichen
für die Verkehrswende in Europa

Europa verfügt über das dichteste Bahnnetz der Welt. Diese Infrastruktur birgt erhebliches Potenzial, um das Reisen komfortabler, weniger umweltwirksam und deutlich energieeffizienter zu gestalten. Um dieses Potenzial zu heben, bedarf es zwar einer Reihe von Maßnahmen – etwa die Integration des Schienennetzes, die vorangetrieben werden muss, die Überjährigkeit im Bundeshaushalt, um Sanierung und Ausbau von Bahnstrecken dauerhaft und für Investorren verlässlich finanzieren zu können, und ein Stopp bei Regulierungen, die überhand nehmen. Aber Technik und Prozesse sind verfügbar, um der Bahn eine zentrale Rolle bei der Verkehrswende in Europa zu geben. Mehr noch: Der schienengebundene Personenverkehr in Europa ist eine notwendige Voraussetzung für eine Verkehrswende im Einklang mit den planetaren Belastungsgrenzen. Das sind einige der Ergebnisse des 5. Deutsch-Österreichischen Bahn-Dialogs von Advantage Austria, der Anfang September in Berlin stattgefunden hat und den ich als Inhaber des Verkehrskontors moderieren durfte.

Im Bild oben (v.l.): Anil W. Rai (Geschäftsführer des Verbandes der Bahnindustrie VBI in Österreich), Uwe Neumann (Deutsche Bahn), Gerhard Greiter (Siemens Mobility), Moderator Jürgen Schultheis (Verkehrskontor), Kurt Bauer (ÖBB), Dirk Flege (Allianz pro Schiene), Maria Derler (Advantage Austria) und Renée Ramdohr (ÖVG).

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Mobilitätstwende, Verkehrswende, Verkehrskontor FrankfurtRheinMain, Jürgen Schultheis, IAA

IAA 2025 – Plädoyer für vernetzte Mobilität und Langsamverkehr

Vernetzte, autonome und emissionsfreie Fahrzeuge sind eine notwendige, aber keine hinreichende Bedingung für die Mobilitätswende im Kopf und für die Verkehrswende auf der Straße. Die IAA 2025 kann deshalb nur Teilantworten geben, wie die Wende eingeleitet werden kann, weil Verkehr vor allem eine Folge unzeitgemäßer Raumstrukturen ist, die Leben und Arbeiten an unterschiedlichen Orten erzwingt und Pendel- und Einkaufsverkehre induziert. Und weil Mobilitätsentscheidungen häufig durch die jeweilige Mobilitätssozialisation beeinflusst sind (Elterntaxi).

In der Summe ist Verkehr heute individuell nachteilig, gesellschaftlich teuer und ökologisch schädlich. Weshalb die Wende im Kopf und auf der Straße überfällig ist. Vernetzte und autonome Fahrzeuge werden langfristig aber die Anzahl der Autos vor allem in Städten verringern, weil es keinen Bedarf mehr für ihren Besitz gibt, wenn Mobilität als Dienstleistung in jedem Moment zu jeder Zeit verfügbar ist. Auf der IAA 2025 wird das vermutlich aber kein Thema sein.

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