Landschafts- und Strukturausstellung Regionale, Metropolitana, Jürgen Schultheis, Metropolregion FrankfurtRheinMain, Region, Regionalkreis, Frankfurt am Main, Ludwig Landmann, Rhein-Mainischer Städtekreis, Deutsche Bank, Rolf Breuer, Messe Frankfurt, Michael von Zitzewitz, Flughafen Frankfurt, Fraport, Wilhelm Bender, Wirtschaftsinitiative Frankfurt, Themenwelt, arthesia AG, Prof. Thomas Sieverts, Prof. Dr. Walter Siebel, Prof. Wolfgang Christ, Petra Roth, Herbert Hirschler, Hessen, Frankfurter Rundschau, Hans Helmut Kohl, IHK Frankfurt am Main, IBA Emscher Park, Karl Ganser, Christoph Zöpel

Hans Helmut Kohl: „Der Region
Rhein-Main fehlt die Identität“

Erschienen im Reader „Die Zukunft der Regionen – die Metropolitana FrankfurtRheinMain“ der Frankfurter Rundschau im August 2001

Von Hans Helmut Kohl, Stellvertretender Chefredakteur der Frankfurter Rundschau

Landschafts- und Strukturausstellung Regionale, Metropolitana, Jürgen Schultheis, Metropolregion FrankfurtRheinMain, Region, Regionalkreis, Frankfurt am Main, Ludwig Landmann, Rhein-Mainischer Städtekreis, Deutsche Bank, Rolf Breuer, Messe Frankfurt, Michael von Zitzewitz, Flughafen Frankfurt, Fraport, Wilhelm Bender, Wirtschaftsinitiative Frankfurt, Themenwelt, arthesia AG, Prof. Thomas Sieverts, Prof. Dr. Walter Siebel, Prof. Wolfgang Christ, Petra Roth, Herbert Hirschler, Hessen, Frankfurter Rundschau, Hans Helmut Kohl, IHK Frankfurt am Main, IBA Emscher Park, Karl Ganser, Christoph Zöpel
Hans Helmut Kohl, Stellvertretender Chefredakteur der Frankfurter Rundschau.

„Ihre erste Adresse in Frankfurt“ – mit diesem bescheidenen Slogan überschrieb unlängst eine Bauträgerfirma ihren Werbeprospekt, mit dem sie Mieter für ihren Geschäftsneubau gewinnen wollte. Topausstattung, erlesene Materialien, alles vom Feinsten – kein Wunder, dass sich das Unternehmen Hoffnungen auf eine schnelle Vermarktung seines Objektes machte. Dem japanischen und US-amerikanischen Kunden, ja sogar dem ansiedlungswilligen Finanzdienstleister aus Düsseldorf, Hamburg oder Berlin wird kaum aufgefallen sein, dass die ambitionierte Adressenangabe mit Nonchalance über die kommunalpolitischen Realitäten der Rhein-Main-Region hinwegging: Es handelte sich um die Parkstrasse im schönen Taunusstädtchen Kronberg.

Die Selbstverständlichkeit, mit der dieser Bauträger Frankfurt nach Kronberg (oder je nach Standpunkt auch umgekehrt) eingemeindete, ist – noch – nicht sehr weit verbreitet in der Wirklichkeit der deutschen Wachstumsregion zwischen Mainz und Aschaffenburg, Darmstadt und der Wetterau. Gewiss, die wirtschaftlich Handelnden haben längst realisiert, dass ihre Entwicklungsmöglichkeiten nicht an Gemarkungsgrenzen halt machen dürfen, wollen sie nicht im Vergleich zu den Mitbewerbern aus anderen europäischen Regionen zurückbleiben.

Aber die ökonomische Erkenntnis, dass es für den geschäftlichen Erfolg wichtig ist, in größeren Zusammenhängen zu denken, ist in der lokalen, aber auch in der hessischen Landespolitik noch immer nicht allzu weit verbreitet. Eine Vielzahl von Verwaltungsebenen, ein beachtlicher Abstimmungsbedarf mit einer Latte von Trägern öffentlicher Belange, unklare Entscheidungsabläufe, widersprüchliche Auskünfte: Die Hindernisse sind Legion.

Die Frankfurter Rundschau steht hinter dem
Projekt Struktur- und Landschaftsausstellung Regionale

Vor allem aber, und dies wird von allen Verantwortlichen in der Region empfunden, fehlt dem Rhein-Main-Raum eine Identität, die ihn im Wettstreit mit anderen europäischen Landschaften auszeichnet, ihn unverwechselbar – und zwar positiv empfunden – macht. Die „Frankfurter Rundschau“ hat seit vielen Jahren in ungezählten Beiträgen auf dieses Dilemma hingewiesen, empfindet sie sich doch – als Marktführerin unter den Medien der Region – als quasi „natürlicher“ Partner all jener, die Frankfurt und die Region voran bringen wollen.

Landschafts- und Strukturausstellung Regionale, Metropolitana, Jürgen Schultheis, Metropolregion FrankfurtRheinMain, Region, Regionalkreis, Frankfurt am Main, Ludwig Landmann, Rhein-Mainischer Städtekreis, Deutsche Bank, Rolf Breuer, Messe Frankfurt, Michael von Zitzewitz, Flughafen Frankfurt, Fraport, Wilhelm Bender, Wirtschaftsinitiative Frankfurt, Themenwelt, arthesia AG, Prof. Thomas Sieverts, Prof. Dr. Walter Siebel, Prof. Wolfgang Christ, Petra Roth, Herbert Hirschler, Hessen, Frankfurter Rundschau, Hans Helmut Kohl, IHK Frankfurt am Main, IBA Emscher Park, Karl Ganser, Christoph ZöpelFolgerichtig steht die Zeitung nun auch hinter dem Projekt der „Regionale“, einer Struktur- und Landschaftsausstellung, die an die Erfolgsstory der „Internationalen Bauausstellung Emscher Park (IBA)“ anknüpfen will. FR-Redakteur Jürgen Schultheis hat, wie die folgende Artikelsammlung belegt, seit mehr als einem Jahr Wissenschaftler, Manager und Politiker auf die Idee von Nicolai Lutzky von der Beratungssocietät BNL in Freiburg angesprochen, die dieser im Herbst 1999 vor der Wirtschaftsinitiative Frankfurt-Rhein-Main erstmals öffentlich gemacht hatte.

Das Projekt, zu dem Umland und Kernstadt gleichermaßen attraktive Beiträge leisten können, hat inzwischen eine Reihe prominenter Fürsprecher gefunden, die sich am 15. Januar 2001 in der Industrie- und Handelskammer Frankfurt auch öffentlich zu dem Vorhaben bekannt haben. Ein Lenkungsausschuss, der bei der IHK angebunden ist und in dem Firmen aus der Region zusammenarbeiten, will die Idee nun vorantreiben.

Bei der öffentlichen Präsentation habe ich darauf hingewiesen, dass mit der „Landschafts- und Strukturausstellung“ ein „identitätsstiftendes, unverwechselbares eigenes Projekt entsteht, das „nur hier und sonst nirgendwo realisiert wird“. Gewiss wird ein solch ehrgeiziges Vorhaben nicht alle Image-Probleme, die Frankfurt und die Rhein-Main-Region im Vergleich zu anderen Regionen Europas aufweist, auf einmal lösen. Allerdings bin ich davon überzeugt, dass die Initiative auch im Ausland Aufmerksamkeit finden wird – nicht zuletzt durch die Vielzahl der in der Region lebenden und arbeitenden Menschen ohne deutschen Pass, die in ihren Herkunftsländern das Bild der Region weiterverbreiten.

Der vorliegende Reader zeichnet den Weg nach, der beschritten worden ist – und den es ohne das Engagement meines Kollegen Jürgen Schultheis wohl kaum gegeben hätte.