Regionale – Idee einer Landschafts- und
Strukturausstellung in FrankfurtRheinMain

Rückblick auf die Initiative für eine Landschafts- und Strukturausstellung Regionale in der Metropolregion FrankfurtRheinMain, die vor 25 Jahren auf den Weg gebracht worden und als Metropolitana gescheitert ist.

Seit Mitte der 20er Jahre des vergangenen Jahrhunderts versuchen die Stadt Frankfurt am Main und die Region Rhein-Main – manchmal mit-, zuweilen auch gegeneinander – ihr Selbstverständnis und ihre Rolle als global vernetzte Metropolregion im Zentrum Europas zu finden und zu entwickeln. Begonnen hat die bis heute nicht abgeschlossene Selbstfindung mit der Konzeption eines Rhein-Mainischen Städtekranzes, den Frankfurts ehemaliger Oberbürgermeister Ludwig Landmann 1924 vorgestellt hat und der zunächst Stadt und Region in den Fokus genommen hat. Der guten Idee lag die Einsicht zugrunde, den historisch und in der Folge politisch zersplittertenVerflechtungsraum als einen Handlungs- und Wirtschaftsraum zu begreifen und zu entwickeln.

Die Frage, mit welchem Selbstverständnis eine Metropolregion auf welches Ziel hin entwickelt werden soll, ist unvermindet aktuell und nicht auf FrankfurtRheinMain beschränkt: Auch heute – und vielleicht mehr denn je – geht es darum, wie eine Agglomeration in Zeiten des Klimawandels, einer zunehmend diversen Gesellschaft und bei wachsenden Einkommensunterschieden und unterschiedlichsten Ansprüchen der Bürger*innen gestaltet werden muss und welche Bedeutung Fragen der Ästhetik des uns umgebenden Raumes haben. Es geht auch jenseits harter Standortfaktoren um Sinn und Sinnlichkeit einer Region.

Die Landschafts- und Strukturausstellung
Regionale – eine Erinnerung zum 25. Geburtstag

Es hat es viele Initiativen mit ähnlichen oder gleichen Zielen gegeben, die historisch in viele Herrschafsräume zersplitterte Metropolregion FrankfurtRheinMain zu formen und zu entwickeln. Eine Initiative zur Jahrtausendwende war die von Matthias W. Send – damals IHK Frankfurt am Main – und mir – damals Frankfurter Rundschau – initiierte Konferenz zur Landschafts- und Strukturausstellung Regionale. Im Gespräch mit den ehemaligen Mitgliedern des Direktoriums der weltweit erfolgreichen IBA Emscher Park (1990 bis 1999) und in Kooperation mit den führenden Managern der damals relevanten Konzerne und Unternehmen in der Metropolregion (siehe Bild weiter unten) sollte eine auf die Region und ihre Herausforderungen zugeschnittene Bauaustellung zwischen Mainz und Aschaffenburg entstehen.

Der Entwurf der später auf der Konferenz verabschiedeten Grundsatzerklärung zur Regionale war im Herbst 2000 bei einem fruchtbaren Brainstorming im Büro von Thomas Sieverts in Bonn entstanden. Beteiligt waren neben Stadtplaner Sieverts der Oldenburger Stadtsoziologe Walter Siebel, der Architekt und Stadtplaner Wolfgang Christ von der Bauhaus-Universität in Weimar und ich als Redakteur der Frankfurter Rundschau, Der Entwurf war die Grundlage für die Erklärung, die auf der Gründungskonferenz Mitte Januar 2001 in der IHK Frankfurt am Main stattgefunden hat und die den Startschuss für die Landschafts- und Strukturausstellung Regionale gegeben hat.

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Prof. Thomas Sieverts (S.K.A.T. Bonn, li) und Prof. Dr. Walter Siebel (Universität Oldenburg) waren als Experten Teilnehmer der Gründungsversammlung der Landschafts- und Strukturausstellung Regionale Mitte Januar 2001 in der IHK Frankfurt am Main. Zusammen mit Prof. Wolfgang Christ und mir (Jürgen Schultheis) haben wir Ende 2000 den Entwurf für die Grundsatzerklärung im Büro von Thomas Sieverts in Bonn ausgearbeitet.
(Bild: Rolf Oeser)

Die Vorgeschichte der
Landschafts- und Strukturausstellung Regionale

Ende der 90er Jahre hatte ich von der IBA Emscher Park gehört und war mit meiner Frau zwei-, dreimal vor Ort und mit jedem Male begeisterter gewesen. Was nicht nur mit der beeindruckenden Größe der Relikte aus der Hochzeit der bundesdeutschen Industriegeschichte zu tun hatte – erwähnt seien nur die Zeche und die Kokerei Zollverein – sondern auch mit dem über das Ruhrgebiet räumlich ausgedehnten Projekt und seinen mehr als 100 Projekten, den Innovationen – etwa die Akademie Mont Cenis: Ein Holzkubus mit Büros in einem Glaskörper – und den zahlreichen Kunstobjekten, etwa dem Tetraeder auf der Halde in Bottrop.

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Kokerei Zollverein. (Bild: Kokerei)

Ein anderer Punkt schien mir aber noch beeindruckender: Dass eine Region in einer massiven Krise – Stichwort Strukturbruch – die Idee und dem Mut hatte, mit einem ambitionierten, auf umfassende Kooperation der unterschiedlichsten Interessengruppen angewiesenen komplexen Projekt den Weg in die Zukunft zu suchen. Wobei Region sprachlich als tätiges Subjekt eine Unschärfe enthält: Die Idee hatten drei Menschen, drei selten kluge und entschlossene Köpfe, die das Projekt auf den Weg gebracht haben: Nordrhein-Westfalens Städtebauminister Christoph Zöpel (SPD), sein Abteilungsleiter Karl Ganser und Wolfgang Roters.

Christoph Zöpel: „IBA-Direktor Ganser
hat eine immense Kommunikationsleistung vollbracht“

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Christoph Zöpel (2014), ehemaliger Städtebauminister in Nordrhein-Westfalen und mit Karl Ganser und Wolfgang Roters einer der Väter in der Internationalen Bauausstellung Emscher Park.
(Bild: StagiaireMGIMO)

Zöpel: „Die konzeptionelle Entscheidung trafen im Winter 1987 Karl Ganser, Wolfgang Roters, der spätere Nachfolger Gansers als Abteilungsleiter, und ich in einem langen Gespräch bei einer gemeinsamen Wanderung in der Nähe von Bad Wörishofen. Zusammen mit Ganser habe ich dann dieses Konzept dem Ministerpräsidenten Johannes Rau vorgetragen, etwa nach einem Jahr kamen dessen Zustimmung und dann der Kabinettsbeschluss bei einer Sitzung in Herten. Dabei wurden auch die Struktur der IBA, ihre Finanzierung und die Erarbeitung eines Memorandums beschlossen“, erzählt Zöpel in einem Interview 2022 (Text).

Ganser habe es verstanden, „persönlich zu überzeugen und dann zu begeistern“. Als IBA-Chef habe er eine „immense Kommunikationsleistung vollbracht und dabei eine große Anhängerschaft in der kommunalen Verwaltung und in der aufgeklärten Bürgerschaft motiviert“.

Mir schien das damals eine geeignete Blaupause für die Region Rhein-Main zu sein, die im Gegensatz zum Ruhrgebiet ökonomisch zwar prosperierte, aber durch ein vielfältiges Mit- und Gegeneinander der Kommunen im Allgemeinen und der Landesregierung im Besonderen gekennzeichnet war – und ist. Die Spannung mit der heute in Europa anerkannten Metropolregion FrankfurtRheinMain und dem Land Hessen prägt die Geschichte dieses Raumes bis heute.

Allen, die in Wiesbaden regiert haben und heute regieren, war in ihrem Verständnis immer klar, dass eine im Sinne der europäischen Metropolenidee gestaltete, länderübergreifende und mit notwendigen Befugnissen ausgestatte Rhein-Main-Region jeden hessischen Ministerpräsidenten zum Grüßaugust für das ökonomische Kraftzentrum Hessens rund um Frankfurt gemacht hätte. Jedenfalls war und ist das die Logik der Regierenden in Hessen.

Dass dieses Denkmuster am Ende beiden schaden könnte – dem Land und der Region – dessen scheinen sich die wenigsten Politiker*innen heute bewusst zu sein. Wer etwa die Entwicklung des Bruttoinlandsproduktes in Europa auf der NUTS II-Ebene – das Gebiet der Regierungspräsidien in Deutschland – zum Kriterium nimmt (siehe den Schluss dieses Beitrages) könnte vermutlich dafür einen Beleg finden, dass zumindest der hiesige Regierungsbezirk im Rückblick im europäischen Ranking Plätze eingebüßt hat – und eine bessere und engere Kooperation jenseits bloßer Bekenntnisse nötiger denn je ist.

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Der Rhein-Mainische Städtekranz – ein Konzept des Frankfurter Oberbürgermeisters
Ludwig Landmann.

Die Herausforderung, diesen komplexen Raum mit seinen historisch vielfältigen Klein- und Kleinstherrschaften zu gestalten und zu formieren, war -wie oben erwähnt – schon von Frankfurts Oberbürgermeister Ludwig Landmann erkannt worden. Seiner Idee eines Rhein-Mainischen Städtekranzes lag die funktionale, ökonomische Strukturierung der Region zwischen Mainz und Aschaffenburg zugrunde. Oliver M. Piecha hat Landmanns Projekt im Frankfurter Uni-Journal („Der Traum von Groß-Frankfurt“) dargestellt.

Im ausgehendem 20. Jahrhundert ging es bei diesem Thema oberflächlich ums Image, tatsächlich aber um die Qualifizierung einer Region mit ihren Stärken und Potenzialen als gemeinsamen Lebens- und Wirtschaftsraum, die mit bloßen Hinweisen auf die Leistungsfähigkeit der harten Infrastrukturen nicht zu erzielen war, obgleich auch heute noch mit Autobahnkreuz, Flughafen und Internetknoten Werbung gemacht wird für die Metropolregionn – in der Sache zwar richtig, aber eben auch wenig herzerwärmend.

Die Frankfurter Zeitung hat 1928 den aus heutiger Sicht unvermindert zutreffenden Schluss gezogen, dass der Rhein-Mainische Städtekranz allein nicht auf den kühlen Werten der technischen und wirtschaftlichen Notwendigkeit begründet werden könne. Es bedürfe eben auch den „Gefühlswerten gemeinsamer großer Vergangenheit“ – die seinerzeit offenbar noch zu entdecken waren. Landmann war schon 1922 optimistisch gewesen, als er in der Frankfurter Zeitung schrieb: „Eins aber ist sicher, die Zusammenfassung des rhein-mainischen Gebiets zu einem großen lebensfähigen Organismus wird eines Tages kommen, weil sie kommen muß …“

Die Regionale-Konferenz sollte
im Herbst 2000 verhindert werden

Was tun, wenn es im Sinne Landmanns kommen muss? Während das Ruhrgebiet angesichts der Lage massiv von EU-Fördermitteln profitiert hat, musste ein Projekt für Rhein-Main von der Wirtschaft, von Unternehmen getragen werden, die ein Interesse hatten und haben, die Region international besser zu positionieren. Deshalb wollte ich zum Thema eine Serie in der FR veröffentlichen. Glücklicherweise gab mir die Redaktionsleitung der Frankfurter Rundschau damals grünes Licht für diese Serie zum Thema IBA FrankfurtRheinMain und Zukunft der Regionen. Dabei ging es auch, aber eben nicht nur um die Imagefrage der Metropolregion FrankfurtRheinMain.

Wie massiv der Schuh damals gedrückt hat, ist mir im Verlauf eines Gesprächs mit dem damaligen Deutsche Bank-Chef Rolf-E. Breuer am 17. Juli 2000 in seinem Büro im Tower der Deutschen Bank an der Frankfurter Taunusanlage klar geworden. Wer ins Top-Managment aufsteigen wolle, müsse mindestens zwei Jahre in der Zentrale in Frankfurt am Main arbeiten, sagte Breuer. Aber wenn der Kandidat oder die Kandidation aus New York, Paris oder London nach Frankfurt kommen müsse, werde das als Problem empfunden, weil Frankfurt als Stadt nicht das bieten könne, was gewachsene Weltstädte zu bieten hätten.

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Terminbestätigung für das Gespräch mit dem Vorstandsprecher der Deutschen Bank,
Rolf-E. Breuer.

Die Idee für die Serie ging nicht zuletzt auf einen Vortrag des ehemaligen Prognos-Managers Nikolai Lutzky Ende der 90er Jahre zurück.

Von Ende 1999 bis zum Ende des Jahres 2000 sind zu diesem Thema eine Reihe von Interviews und Artikel von mir in der Frankfurter Rundschau erschienen, die damals vor allem nach der Gründungskonferenz der Regionale im Januar 2001 bundesweit Resonanz erzeugt haben und auf dieser Website unter dem Reiter „Regionale“ heute verfügbar sind.

Zur Ereignisgeschichte dieser sehr intensiven Monate gehört auch, dass zum Herbst 2000 hin versucht worden ist, die Konferenz zu verhindern. Kenntnis davon habe ich in München bekommen, nach einem Termin mit der Allianz Umweltstiftung, den ich auf Vermittlung und zusammen mit dem Landschaftsarchitekten Werner Kappes wahrgenommen hatte. Es ging um damals die Frage, ob sich die Allianz am Projekt beteiligen würde. Die Nachricht hat mich damals blaß werden lassen vor Schreck – nach Monaten intensiver und konstruktiver Gespräche sah ich den Erfolg der Initiative gefährdet.

Im Dezember 2000 kam es zur Krisensitzung in der IHK Frankfurt am Main, an der u.a. Walter Schumacher als stellvertretender Kommunikationschef der Deutschen Bank teilgenommen hatte – der mich im Übrigen in der Sache unterstützt hatte und wie sein Vorstandssprecher stets offen für dieses Thema war. Ich habe damals argumentativ alles zur Sprache gebracht, was für das Projekt spricht – am Ende mit Erfolg.

Wer das Projekt damals hintertreiben wollte, habe ich leider nie herausgefunden.

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Die Artikel-Serie der Frankfurter Rundschau zur Idee einer Internationalen Bauausstellung in FrankfurtRheinMain (Im Uhrzeigersinn von links oben) mit Flughafen-Chef Wilhelm Bender, Messe Frankfurt-Chef Michael von Zitzewitz, Wolfgang Henseler (Pixel Factory), Procter&Gamble Geschäftsführer Rainer Bastian, Aventis-Vorstandschef Hans Werner Meier, Christoph Gruß, Sprecher der Geschäftsführung von Arthur Andersen, Landeszentralbank-Chef Hans Reckers und Telekom-Mitte Chef Eike-Rolf Michael. Nicht abgebildet sind die Beiträge über Jürgen Heraeus, Aufsichtsratsvorsitzender von Heraeus, CSC-Ploenzke Vorstandschef Christian Stolorz und Opel-Chef Wolfgang Strinz.
(Bildmontage: Jürgen Schultheis)
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Rolf-E. Breuer, Vorstandssprecher der Deutschen Bank, am 12. August 2000 in der Frankfurter Rundschau – ein Plädoyer für eine Landschafts- und Strukturausstellung Regionale in der Metropolregion FrankfurtRheinMain.

Heute – Mitte 2026 – jährt sich die Gründung der damals in der IHK Frankfurt am Main beschlossenen Grundsatzerklärung für eine „Landschafts- und Strukturausstellung Regionale“ zum 25. Male. Frankfurter Rundschau und IHK Frankfurt hatten damals für den 15. Januar 2001 zur Sitzung in den Lichthof der IHK eingeladen (siehe Bild unten). Wer die Interviews und Statements von Wissenschaftlern – Soziologen, Raumplaner, Architekten –  und Managern, deren Beiträge in der FR erschienen sind -, heute mit Abstand liest, mag über die Aktualität des Themas, über die profunde Analyse über die Vielfalt der Ideen und über die Stagnation beim Thema staunen – daran haben zahlreiche Konferenzen und ungezählte Bekundungen bis heute nichts ändern können.

Auch aus diesem Grund erscheinen heute die wichtigsten Beiträge von damals auf dieser Website. Nicht zuletzt aber auch, um an jene klugen Köpfe zu erinnern, die unverändert wichtige Beiträge zur Debatte geliefert haben – neben den beteiligten und genannten Expert*innen vor allem Karl Ganser als ehemaligem Direktor der IBA Emscher Park und dem Kasseler Soziologen Detlef Ipsen, die inzwischen beide verstorben sind.

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Teilnehmer*innen der Gründungsveranstaltung der Landschafts- und Strukturausstellung Regionale in der IHK Frankfurt (.v.l.): Prof Wolfgang Christ (Bauhaus-Universität Weimar), Jürgen Schultheis (Mitorganisator der Veranstaltung und FR-Redakteur), Hans-Helmuth Kohl (stellv. Chefredakteur der Frankfurter Rundschau), Wolf Klinz, Präsident der IHK Frankfurt am Main, Wilhelm Bender (Vorstandsvorsitzender Fraport AG), Rolf-E. Breuer (Sprecher Vorstand Deutsche Bank), Hans Werner Maier (Vorstand Aventis Pharma), Rainer Bastian (Geschäftsführer Procter & Gamble), Christoph Groß (Geschäftsführung Arthur Andersen), Eike-Rolf Michael (Präsident Kunden Mitte Deutsche Telekom) und – nicht in diesem Bild – Michael von Zitzewitz (Vorsitzender der Geschäftsführung der Messe Frankfurt GmbH), Frankfurts Oberbürgermeisterin Petra Roth (CDU), Prof. Dr. Walter Siebel (Universität Oldenburg), Thomas Sievert (Architekturbüro SKAT Bonn), Ingeborg Flagge, (Geschäftsführerin Deutsches Architekturmuseum Frankfurt), Prof. Dr.Jörg Dettmar (TU Darmstadt), der hessische Staatssekretär im Kultusministerium, Herbert Hirschler, und der Stadt- und Regionalplaner Peter Lieser. (Bild: Rolf Oeser)
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Frankfurts Oberbürgermeisterin Petra Roth und der Staatssekretär im hessischen Kultusministerium, Herbert Hirschler bei der Gründungskonferenz der Landschafts- und Strukturausstellung Regionale in der IHK Frankfurt am Main. (Bild: Rolf Oeser)
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Befürworter der Landschafts- und Strukturausstellung Regionale (v.l.): Fraport-Chef Wilhelm Bender, der Vorstandschef von Aventis, Hans Werner Meier, IHK-Präsident Wolf Klinz, Christoph Groß, Sprecher der Geschäftsführung von Arthur Andersen, der Vorstandssprecher der Deutschen Bank, Rolf-E. Breuer (Bildmitte), Procter&Gamble-Geschäftsführer Rainer Bastian, Messe Frankfurt-Chef Michael von Zitzewitz, Telekom-Mitte-Vorstand Eike-Rolf Michael, der Präsident der Landeszentralbank Hessen, Hans Reckers und der stellvertretende Chefredakteur der Frankfurter Runcschau, Hans-Helmuth Kohl. Ich sehe abseits der Runde. Das Bild ist nach Unterzeichnung der Grundsatzerklärung für eine Landschafts- und Strukturausstellung Regionale am 15. Januar 2001 im Lichthof der IHK Frankfurt am Main entstanden. (Bild: Rolf Oeser)

Die Regionale – Beispiel für konstruktiven Journalismus

Zugleich ist die Initiative von damals meines Erachtens ein gutes Beispiel für das, was erst zehn Jahre später „konstruktiver Journalismus“ genannt werden sollte: Eine Form des Journalismus, der jenseits der Kernaufgabe, Missstände aufzudecken, nicht nur Probleme und Herausforderungen benennt, sondern darüber hinaus auch aktiv im Kommunikationsprozess  für eine Lösung und/oder für ein Projekt arbeitet – in diesem Fall die Regionale – und konstruktiv in Gesellschaft und Wirtschaft hinein wirkt. Was bedeutet – im Widerspruch zu einem bekannten Bonmot von Hanns-Joachim Friedrichs -, dass man und frau sich durchaus gemein machen kann mit einer guten Sache, die allen zugute kommt.

Der Erfolg des Vorbildes IBA Emscher Park ist bis heute nicht nur im Blick auf die mehr als 100 Projekte und die weltweite Berichterstattung beeindruckend: Mit 80 Millionen Mark Startkapital hat die IBA Emscher Park innerhalb von zehn Jahren private Investitionen von fünf Milliarden Mark ausgelöst. Die IBA hat darüber hinaus neben der erfolgreichen Gestaltung einer Region im Strukturbruch auch ökonomisch einen bemerkenswerten Impuls gegeben: Was damals im Zuge der IBA Emscher Park entstanden ist, zieht auch 25 Jahre später die Touristen ins Ruhrgebiet. Und wer nach den Besuch der Zeche Zollverein einen Abend im Restaurant im ehemaligen Maschinenhaus der Zeche verbracht hat, weiß warum.

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dpa-Meldung am Abend der Gründungskonferenz der Landschafts- und Strukturausstellung Regionale am 15. Januar 2001 in der IHK Frankfurt am Main, Teil 1.
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dpa-Meldung am Abend der Gründungskonferenz der Landschafts- und Strukturausstellung Regionale am 15. Januar 2001 in der IHK Frankfurt am Main, Teil 2.

Die Regionale ist ein Jahr später zur Metropolitana umfirmiert worden. Die Grundlage hat die Machbarkeitsstudie von Nikolai Lutzky unter Mitarbeit von Robert Fischer gelegt, die den Titel „Metropolitana FrankfurtRheinMain – Die Wirtschaft als Partner der Bürgergesellschaft“ trägt. Die Metropolitana, die aus der Regionale hervorgegangen ist, ist schon bald nach Gründung wie alle anderen Initiativen gescheitert.

Wer heute ins Archiv blickt, sieht das Projekt spätestens zum Sommer 2001 scheitern, noch vor der offiziellen Umfirmierung in Metropolitana ein halbes Jahr später. Interessierte Kreise hatten darauf gedrängt, die Metropolitana mit der Olympia-Bewerbung Frankfurts für 2012 zu kombinieren – konzeptionell und in der Zielrichtung inkompatible Ansätze.

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Titelblatt der Machbarkeitsstudie zur Metropolitana von 2002.
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Die Schwerpunkte der Machbarkeitsstudie zur Metropolitana im Überblick.

Das war einer von mehreren Gründen, warum die Metropolitana nie richtig auf den Weg gebracht worden ist, vor allem aber hat sich die Initiatve schon unter der Überschrift Metropolitana zu einem überwiegend standortpolitischen Projekt entwickelt, das fast ausschließlich auf ökonomische Faktoren für die Entwicklung der Metropolregion gesetzt hat und dabei die Erfahrungen und Kompetenz der ehemaligen Mitglieder des IBA Emscher Park-Direktoriums – Prof. Thomas Sieverts, Prof. Dr. Walter Siebel und Prof. Wolfgang Christ – links liegen gelassen hat.

Karl Ganser hat 2002 – ein Jahr nach Gründung der Regionale und kurz nach der Umfirmierung in Metropolitana – auf meine Bitte in der Frankfurter Rundschau ein kritisches Fazit gezogen. Er sollte mit seinen Invektiven recht behalten und mit seinen Vorschlägen die Punkte benennen, auf die es bei diesem Projekt hätte ankommen müssen.

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Der Rhein-Mainische Städtekranz nach Ludwig Landmann.

Städte und Region Rhein-Main ringen noch heute darum, sich Struktur und Bild zu geben, wenngleich mit weniger Aufmerksamkeit, geringem Interesse und ohne starke Impulse, auf welchem Weg Bewusstsein und Struktur für diese Metropolregion stimuliert werden können, die gleichermaßen soziale, ökologische und ökonomische Antworten auf die wachsenden Herausforderungen der Zeit gibt. Karl Ganser hat dazu in seinem Gastbeitrag Vorschläge gemacht.

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Regionalpark und Route sind Projekte, die in ihrer Bedeutung von Karl Ganser schon in seinem Beitrag von 2002 hervorgehoben worden sind.

Jenseits dieser Erfolge, die für sich bedeutend und heute von Gästen stark angenommen werden, im Rahmen einer Konzeption für eine große Internationale Bauausstellung gleichwohl bescheiden sind, hat es mehrere Versuche gegeben, den Menschen die Metropolregion FrankfurtRheinMain als gemeinsamen Lebens- und Wirtschaftsraum über die Veranstaltung einer Internationalen Bauausstellung (IBA) zu vermitteln.

Von Ludwig Landmann bis in die Gegenwart

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Frankfurts Oberbürgermeister Ludwig Landmann (1924 bis 1933). (Bild: Archiv)

Die Idee ist in den vergangenen Jahrzehnten seit Landmanns Entwurf immer wieder auch von unterschiedlichen Akteuren auf Landes- wie auf kommunaler und/oder regionaler Ebene variiert und interpretiert worden. Allen Initiativen eigen ist die Tatsache, dass in erstaunlicher Regelmäßigkeit auf Phasen intensiver Aktion Jahre der Passivität gefolgt sind. Um schließlich neue Akteure auf den Plan zu rufen, die mit einem Male feststellen, dass es um die Identität der Region schlecht bestellt sei, weshalb im bewährtem Aktionismus alle Beteiligten wieder von vorne beginnen und viele Fehler erneut begehen, die in den Jahrzehnten zuvor genauso fleißig erarbeitet wie konsequent gemacht worden sind.

So geht das Spiel nun eine Weile, das in der jüngeren Zeit mit der Emnid-Studie zum Image der Region im Jahr 1993 beginnt, über die von der Werbeagentur Citigate Demuth vorgelegten Konzeption für eine IBA Rhein-Main 2005 und über die Erklärung der Oberbürgermeister der Region bin hin zur Initiative des ehemaligen Frankfurter Oberbürgermeisters Peter Feldmann unter der Überschrift „Frankfurt RheinMain 2020+“ reicht – die Aufzählung ist nicht vollständig. Einen Überblick gibt der Beitrag „IBA Rhein-Main 2005 – die sinnstiftende Aufgabe“ (Link)

Von der IBA Rhein-Main 2005 zu PERFORM der Handelskammern

Heute lauten die Zauberwörter „Tag der Metropolregion„, der von den Handelskammern der Region veranstaltet wird, oder die Initiative „PERFORM – Zukunftsregion FrankfurtRheinMain“ als Gremium der regionalen Wirtschaftskammern in der Metropolregion. Dort heißt es: „Ein funktional zusammenhängender Raum muss auch als solcher geplant und entwickelt werden, um dauerhaft als Standort im globalen Wettbewerb erfolgreich zu sein. Deshalb haben sie sich im Jahr 2016 unter dem Dach von PERFORM zusammengeschlossen.“

Und weil der Initiativen nicht genug sind, arbeitet seit 2018 auch das Strategieforum FrankfurtRheinMain für die gute Sache der Metropolregion. Das länderübergreifende Gremium ist im März 2017 auf Anregung des ehemaligen Präsidenten der Industrie- und Handelskammer Frankfurt am Main, Prof. Dr. Mathias Müller, gegründet worden – als hätte die IHK Frankfurt nicht einn eigenes Format auf den Weg gebracht. Das Forum hat am 18. Januar 2018 in Frankfurt am Main mit der konstituierenden Sitzung des „Länderübergreifenden Strategieforums FrankfurtRheinMain“ die Arbeit aufgenommen.

„Insbesondere aus Sicht der Wirtschaft sei nach seiner Überzeugung eine gemeinsame Strategie notwendig, damit die Metropolregion Frankfurt / Rhein-Main – das wirtschaftliche Powerhouse in Deutschland – ihre Dynamik aufrechterhalten und ihre Potenziale besser ausschöpfen könne.“

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Das Strategieform Rhein-Main ist 2018 gegründet worden, geleitet wird das Gremiuim vom Leiter der Staatskanzlei, Benedikt Kuhn (Bildmitte). (Bild: Strategieforum)

Dabei geht es mit unterschiedlichen Schwerpunkten im Grunde immer wieder um das alte, leidige Thema: Wie vermittele ich den Menschen in der Metropolregion, dass Frankfurt und die Region Rhein-Main ein Handlungs- und Wirtschaftsraum sind mit Qualitäten, die ihresgleichen in der Welt suchen? Der Fokus liegt dabei nach wie vor auf den immer wieder postulierten, harten Infrastrukturen wie Flughafen, Autobahnkreuz, Internetknoten oder Bankenplatz – die zwar von Bedeutung sind für die Prosperität der Metropolregion, aber nicht das spiegeln, was den Raum zwischen Mainz und Aschaffeburg nicht nur im europäischen Vergleich einmalig macht und – wenn man sich der Sprache der PR-Agenturen bedienen will – den auch im globalen Vergleich unique selling point der Metropolregion FrankfurtRheinMain ausmacht: Die Vielfalt der Städte mit ihrer unterschiedlichen Baukultur und ihren unterschiedlichen Funktionen in einer Landschaft mit hohem Freizeit- und Erholungswert bei kurzen Wegen.

Ein Wert, der dann erkannt wird, wenn die Metropolregion als eine Stadt gedacht und verstanden wird, in der Grün- und Waldflächen im internationalen Maßstab immer vor der Tür liegen. Die Stadt ist die Region und die Region ist die Stadt – das war das Leitthema der Diskussionen in der Akademie für Raumentwicklung (ARL) in der Leibnizgesellschaft Ende der 90er Jahre des vergangenen Jahrhunderts gewesen.

Unter all diesen Initiativen ragt das Konzept der Themenwelt nach wie vor heraus, das von der Wirtschaftsinitiative FrankfurtRheinMain bei der Züricher arthesia AG in Auftrag gegeben, 2008 vorgelegt und noch im Geiste der Landschafts- und Strukturausstellung Regionale geschrieben worden ist.

Drei prägnante Überschriften prägen die Themenwelt, mit der die Positionierung der Metropolregion konkret und fassbar gemacht werden soll: Ewiger Drehpunkt. Offene Denkmaschine. Wachsende Schönheit. Immerhin: Geist und Ästhetik haben in dieser Arbeit noch ihren Platz.

Landschafts- und Strukturausstellung Regionale, Metropolitana, Jürgen Schultheis, Metropolregion FrankfurtRheinMain, Region, Frankfurt am Main, Ludwig Landmann, Rhein-Mainischer Städtekreis, Deutsche Bank, Rolf Breuer, Messe Frankfurt, Michael von Zitzewitz, Flughafen Frankfurt, Fraport, Wilhelm Bender, Wirtschaftsinitiative Frankfurt, Themenwelt, arthesia AG, Prof. Thomas Sieverts, Prof. Dr. Walter Siebel, Prof. Wolfgang Christ, Petra Roth, Herbert Hirschler, Hessen, Nikolai Lutzky, Frankfurter Rundschau, IHK Frankfurt am Main, IBA Emscher Park
Einladung der Frankfurter Rundschau zur Gründunsversammlung der Landschafts- und Strukturausstellung Regionale, unterzeichet vom damaligen stellvertretenden Chefredakteur Hans Helmut Kohl.
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Prof Dr. Joachim Blatter.
(Bild: Universität Luzern)

Bei aller Kontinuität im Thema über die vergangenen 90 Jahre gibt es zwei Diskontinuitäten. Da ist einmal die Analyse eines Politikwissenschaftlers, die seit Jahren geflissentlich überhört und überlesen wird. Prof. Dr. Joachim Blatter (Universität Luzern) hat in seinem Beitrag „Metropolitan Governance in Deutschland: Normative, utilitaristische, kommunikative und dramaturgische Formen der politischen Steuerung“ (Download) folgenden Schluss gezogen: „Obwohl das Thema regionale Identität in dieser Region (FrankfurtRheinMain, d. Verf.) seit Beginn der 1990er Jahre auf der Tagesordnung stand, sind alle Versuche, eine solche Identität zu induzieren, gescheitert. Es ist deswegen auch nicht mehr verwunderlich, dass das konzeptuelle Niveau der politischen Diskussion in den letzten Jahren wieder dort angekommen ist, wo es vor einem Jahrhundert war.“

Was den Rückschritt angeht, gibt es eine weitere Diskontinuität – auch wenn Wirtschaftszahlen nur einen Teil der Wahrheit vermitteln, die sich aus der näheren Distanz und angesichts einer wachsenden Stadt mit ihrer zunehmenden Zahl von Arbeitsplätzen nicht sofort erschließt: Seit Ende der 90er Jahre des vergangenen Jahrhunderts hat die Metropolregion (in diesem Fall in den Grenzen des Regierungspräsidiums Darmstadt) im Vergleich zu anderen Regionen in Europa an Kraft verloren (NUTS II-Ebene). Vom ehemals dritten Platz beim Bruttoinlandsprodukt pro Kopf damals ist die Region bis heute weit zurückgefallen.

In der aktuellen Karte von 2021 liegt der Regierungsbezirk Darmstadt nicht einmal mehr unter den 15 Regionen mit der höchsten Kaufkraft. Ende der 90er Jahre lag der Regierungsbezirk im europaweiten Vergleich auf Platz 3.

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Regionen mit den höchsten BIP-Werten je Einwohner in der EU 2021 in Kaufkraftstandards (EU-27=100).
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Interaktive Karte zum Regionalen Bruttoinlandsprodukt (PPS pro Einwohner in % des Durchschnitts der EU-27 (ab 2020)) nach NUTS-2-Regionen in Europa. Nach dem Klick auf die Karte kann man sich die Details ansehen.

Wer heute auf die Vielzahl der Konferenzen und Veranstaltungen schaut, die veranstaltet werden, wer immer dieselben Worte hört, die im Zeitverlauf nur von unterschiedlichen Vertreter*innen der jeweiligen Generation gesprochen werden, wer die Terminologie zur Kenntnis nimmt, mit der die Situation der Metropolregion FrankfurtRheinMain begriffen werden soll, dem fällt die Eindimensionalität, die Stagnation und die Selbstbezogenheit der Akteur*innen auf.

Häufig bar jeder Kenntnis der Geschichte dieser Idee und ihres ihres wiederholten Scheiterns in FrankfurtRheinMain, unwillig, die Erfolgsfaktoren der IBA Emscher Park jenseits einer rein standortökomischen Perspektive anzuerkennen und desinteressiert an den messbaren Erfolgen einer IBA Emscher Park wird das Thema zwischen Mainz und Aschaffenburg schon lange nicht mehr mit dem Ernst behandelt, den es verdient hätte.

Es fehlt an Kommunikationsleistung,
Kompetenz und Vertrauen in den Kommunalverwaltungen

Zudem fällt auf, dass die handelnden Akteur*innen in Hessen in den vergangenen 25 Jahren vermutlich nie das Format eines Christoph Zöpel und Karl Ganser hatten. Niemand, der in dieser Zeit die Bühne in FrankfurtRheinMain betreten hat, war je fähig zu dieser immensen Kommunikationsleistung, die Ex-Minister Zöpel dem IBA-Direktor zuspricht. Zu keiner Zeit haben die Akteure je das Vertrauen in den Kommunalverwaltungen aufbauen können, das Voraussetzung für den Erfolg im Ruhrgebiet war.

Das alles hätte sich beheben lassen können, wenn denn die Handelnden im Rahmen der Landschafts- und Strukturausstellung Regionale und später Metropolitana wenigstens bereit gewesen wären, die Kompetenz jener Fachleute zu nutzen, die im Zuge der Regionale mit ihren Ideen und Vorschlägen mitgewirkt haben und zur Verfügung gestanden hätten. Heute ist bei den einschlägigen Veranstaltungen, die im Grunde jenseits politischer Repräsentanz und persönlicher Eitelkeiten keine substanzielles Ergebnis vorweisen können, von fachlicher Kompetenz nichts mehr zu sehen und zu hören – sie ist offenkundig auch gar nicht gewollt.

Zum Besseren hat all das bislang nicht führen können – abgesehen von der Tatsache, dass sich die Beteiligten heute bei jeder Konferenz wegen ihres mutmaßlichen Engagements bei Sekt und Häppchen wechselseitig auf die Schulter klopfen. Damit wird dieses Theater auch ein Spiegelbild der inneren Verfassung der Metropolregion FrankfurtRheinMain. Zugleich birgt die Ereignisgeschichte dieses Projektes ausreichend Material, um über Fragen der Governance in einem komplexen Umfeld nachzudenken und daraus Schlüsse für die Zukunft zu ziehen.

Die Geschichte ist noch nicht zu Ende. Wie hatte Landmann 1922 geschrieben: „Eins aber ist sicher, die Zusammenfassung des rhein-mainischen Gebiets zu einem großen lebensfähigen Organismus wird eines Tages kommen, weil sie kommen muß …“

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Mein Vortrag vom 20. November 2014 vor Mitgliedern des Deutschen Verbandes für Wohnungswesen, Städtebau und Raumordnung e.V. im Rathaus Rüsselsheim  unter der Überschrift „Leitbild für die Metropolregion FrankfurtRheinMain – Blick zurück und nach vorne: Was brauchen wir eigentlich?“ gibt einen Einblick in die Lage der Metropolregion (Link).

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Mein Kommentar zum Scheitern der Metropolitana in der Frankfurter Rundschau.