Landschafts- und Strukturausstellung Regionale, Metropolitana, Jürgen Schultheis, Metropolregion FrankfurtRheinMain, Region, Regionalkreis, Frankfurt am Main, Ludwig Landmann, Rhein-Mainischer Städtekreis, Deutsche Bank, Rolf Breuer, Messe Frankfurt, Michael von Zitzewitz, Flughafen Frankfurt, Fraport, Wilhelm Bender, Wirtschaftsinitiative Frankfurt, Themenwelt, arthesia AG, Prof. Thomas Sieverts, Prof. Dr. Walter Siebel, Prof. Wolfgang Christ, Petra Roth, Herbert Hirschler, Hessen, Frankfurter Rundschau, Hans Helmut Kohl, IHK Frankfurt am Main, IBA Emscher Park, Karl Ganser, Christoph Zöpel

Hartmut Schwesinger: „Image und Flair
sind wichtige Faktoren für Rhein-Main“

Erschienen in der Frankfurter Rundschau am 31. Oktober 2000

Von Jürgen Schultheis

Die Metropolregion FrankfurtRheinMain hat nach Einschätzung von Hartmut Schwesinger, Leiter der Frankfurter Wirtschaftsförderung, Nachholbedarf bei der Ausbildung eines Images. Schwesinger befürwortet deshalb die Idee einer Landschafts- und Strukturausstellung „Regionale“, mit der die Qualitäten des Arbeitsund
Lebensortes FrankfurtRheinMain aufgewertet und dargestellt werden sollen.

FRANKFURT A. M. Obgleich in den vergangenen Jahren „bemerkenswerte Fortschritte“ erzielt worden seien, sei das Rhein-Main-Gebiet nach wie vor eine Region, die sich schwer tue, eine Region zu werden, sagte Schwesinger der Frankfurter Rundschau. Zwar habe das Umland inzwischen akzeptiert, dass Frankfurt die Führungsrolle in der Region hat, auch fordere das Umland nun Führungsverantwortung von Frankfurt. Aber dennoch gebe es kein Bewusstsein für Rhein-Main, keine Rhein-Main-Identität. Wer aber keine Identität hat, „der hat auch kein Image“.

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Hartmut Schwesinger. (Bild: privat)

Dass Frankfurt bislang als Standort von Funktionen – etwa der Europäischen Zentralbank oder des Flughafens – bekannt sei, nicht aber als Lebensort, wie die neue Leiterin des Deutschen Architekturmuseums in Frankfurt, Ingeborg Flagge, der FR kürzlich erläutert hat, nennt Schwesinger „eine zutreffende Beobachtung“. Der Wirtschaftsförderer führt als Beispiel für einen interessanten Lebensort Berlin an, eine Stadt, die eine hohe Attraktivität ausstrahle, die aber nicht begründet sei, sofern man in wirtschaftlichen Zusammenhängen denke. „Berlin hat einen Regionalflughafen, ist keine Wirtschaftsmetropole, aber dennoch eine unheimlich spannende Stadt, und so wird sie auch wahrgenommen.“ Der Region FrankfurtRheinMain fehle im Vergleich dazu „der Charme der frühindustriellen Hülle mit einem zukunftsweisenden Inhalt“, sagt Schwesinger im Blick auf Hamburg oder New York, wo ehemalige Industrieareale über neue Nutzungen wieder mit Leben erfüllt werden und das Image dieser Städte mitprägen. Eine Stadt müsse prickeln, interessant sein, es müsse knistern. Und das sei ein „bisschen das Problem der Region FrankfurtRheinMain“. Dazu gehört laut Schwesinger neben der Hochkultur auch der Humus, etwa die Kleinkunstbühne, das Studio und die banale Unterhaltung für die Zerstreuung.

Schwesinger: „Da muss inhaltlich was
passieren, und das muss kommuniziert werden“

Das Image einer Stadt oder einer Region ist laut Schwesinger wichtig für die Standortentscheidung eines Unternehmens. Diese Entscheidung werde zwar immer mehr „nach nüchternen Zahlen“ getroffen, „aber die Frage, wo bekomme ich hoch qualifizierte Mitarbeiter her, ist von nicht minderer Bedeutung und wird immer wichtiger“. Image und Flair seien deshalb wichtige Faktoren. Eine hohle Fassade nütze nichts, „das merken die Menschen ganz schnell und sind verstimmt. Deshalb kann man das auch nicht mit einer Werbekampagne drehen. Vielmehr muss da inhaltlich was passieren, und das muss kommuniziert werden.“

Das Bewusstsein, zur Region FrankfurtRheinMain zu gehören, wächst laut Schwesinger, je weiter man sich von Frankfurt entferne. Als Beispiel nannte Schwesinger
die Präsentation des Nachbarlandes Rheinland-Pfalz, das in Bombay mit Videoclips warb, in denen der Frankfurter Flughafen, die Börse und der Messeturm zu sehen waren. „Rheinland-Pfalz bezieht sich völlig auf die Region FrankfurtRheinMain, Wiesbaden und Darmstadt tun sich damit viel schwerer.“

Landschafts- und Strukturausstellung Regionale, Metropolitana, Jürgen Schultheis, Metropolregion FrankfurtRheinMain, Region, Regionalkreis, Frankfurt am Main, Ludwig Landmann, Rhein-Mainischer Städtekreis, Deutsche Bank, Rolf Breuer, Messe Frankfurt, Michael von Zitzewitz, Flughafen Frankfurt, Fraport, Wilhelm Bender, Wirtschaftsinitiative Frankfurt, Themenwelt, arthesia AG, Prof. Thomas Sieverts, Prof. Dr. Walter Siebel, Prof. Wolfgang Christ, Petra Roth, Herbert Hirschler, Hessen, Frankfurter Rundschau, Hans Helmut Kohl, IHK Frankfurt am Main, IBA Emscher Park, Karl Ganser, Christoph ZöpelWegen der fehlenden regionalen Identität begrüßt Schwesinger die Idee einer Landschafts- und Strukturausstellung Regionale. „Das ist mit Sicherheit eine Chance für die Region, und die Diskussion darüber ist schon ein Wert an sich, weil damit Bewusstsein geschaffen wird.“ Sollten sich die großen Unternehmen am Standort FrankfurtRheinMain für die Regionale engagieren, „wird die Politik sicherlich ein solches Angebot mit Freude aufnehmen und dabei ihre Planungs- und Regulationsfunktion wahrnehmen müssen“, ist Schwesinger überzeugt.

Der Wirtschaftsförderer geht davon aus, dass die Metropolregionen künftig mehr Selbstverantwortung übernehmen werden. „Sie werden in dem Maße, in dem sie Verantwortung für die wirtschaftliche Entwicklung übernehmen, auch mehr Befugnisse und Rechte einfordern“ – für Schwesinger „das politische Thema der Zukunft“. Die Vielzahl der Verwaltungsebenen in der Rhein-Main Region – einmalig in Europa – werde es dann „mit Sicherheit“ nicht mehr geben. „Die Verwaltungsstruktur wird sich der modernen Struktur in der Wirtschaft anpassen müssen, und die Region, die am ehesten darauf reagiert, wird auch diejenige sein, die den Wettbewerb gewinnen
wird.“