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Regionalkonferenz: Mit Kompetenzzentren
Position der Region Rhein-Main stärken

Erschienen in der Frankfurter Rundschau am 30. November 2000

Von Jürgen Schultheis

Mit Kompetenzzentren im Rhein-Main-Gebiet will die Regionalkonferenz die Position des Gebietes zwischen Bingen und Aschaffenburg im europäischen Wettbewerb stärken. Um die Arbeit der verschiedenen Wirtschaftsinitiativen zu koordinieren, soll eine Clearingstelle eingerichtet werden. Außerdem sprechen sich die Mitglieder
der Konferenz für die Landschafts- und Strukturausstellung „Regionale“ aus.

RÜSSELSHEIM. „Wir hören auf, stadtpolitisch zu denken, wir denken regional“, sagte Frankfurts Oberbürgermeisterin Petra Roth (CDU) jetzt im Konferenzzentrum
von Opel zum Abschluss der zweiten Regionalkonferenz. Von den vier Papieren, die von den Ausschüssen Wirtschaftsförderung, Tourismus, Verkehr und Kultur vorgelegt worden waren, verabschiedete die Konferenz den Entwurf des Arbeitskreises Wirtschaftsförderung ohne Gegenstimmen bei zwei Enthaltungen.

Damit hat das Gremium entschieden, aus Mitarbeitern „aller in der Wirtschaftsförderung der Region relevanten Institutionen und dem IHK-Forum Rhein-Main eine Clearingstelle zu bilden, in der alle Aktivitäten gebündelt und koordiniert werden sollen. Außerdem sollen mit drei bis sechs Kompetenzzentren die jeweiligen Stärken
einzelner Städte gebündelt und für die Region nach außen dargestellt werden. Der Vorsitzende des Ausschusses Wirtschaftsförderung, Offenbachs Oberbürgermeister
Gerhard Grandke (SPD), nannte als Beispiel Darmstadt für den Bereich Forschung und Mainz/Wiesbaden für den Sektor Medien. Für das internationale Marketing der Region soll ebenfalls ein Kompetenzzentrum gebildet werden.

Ferner will die Konferenz gemeinsame Auftritte der Region bei wichtigen Messen und Veranstaltungen, etwa der Immobilienmesse Mipim und der Expo Real, planen und durchführen. „Dabei ist immer die Region als einheitliches Gebilde sichtbar darzustellen“, heißt es im Beschluss. Das Projekt Landschafts- und Strukturausstellung „Regionale“, für das sich in den vergangenen Monaten führende Vertreter der Wirtschaft in der Frankfurter Rundschau ausgesprochen haben, „wird vom Arbeitskreis Wirtschaftsförderung ausdrücklich gewürdigt, da es die Zusammengehörigkeit der Region dokumentiert“, heißt es im Beschluss der Regionalkonferenz.

Petra Roth bei der Verleihung des Konrad-Adenauer-Preises 2012. (Bild: Raimond Spekking)

„Die Idee ist richtig“, sagte Frankfurts OB Petra Roth, „die Landschafts- und Strukturausstellung schärft das regionale Bewusstsein.“ Nun müsse man darüber nachdenken, wie das Projekt finanziert werden könne. „Alles, was dem Regionalbewusstsein hilft, ist zu unterstützen.“ Der Arbeitskreis Verkehr will sich künftig nach Angaben von Rolf Gnadl (SPD), Landrat des Wetteraukreises, der „regionalen Transversalen“ widmen. Gnadl sprach von Mängeln im Schienen- und Straßenverkehrssystem, die behoben werden müssten. S-Bahnlinien, die S 6 etwa, seien ausgelastet.

Zugleich äußerte der Sozialdemokrat seine Skepsis, ob die Region bei der Verkehrsplanung im nationalen Ranking den Stellenwert habe, der ihr zukomme. Der Ausschuss will künftig Ideen für eine integrative Planung des Verkehrssystems erarbeiten.

Der Ausschuss Tourismus will die Region als Freizeit-, Kur- und Erlebnisregion profilieren, das Gebiet Rhein-Main als einheitlichen Raum darstellen und die verschiedenen Angebote vernetzen. Nach einer Tagung könnte sich ein Erlebniswochenende anschließen, sagte Bernd Röttger (CDU), Ausschussvorsitzender und Landrat des Rheingau-Taunus-Kreises. Zudem soll die Buchbarkeit von Veranstaltung optimiert werden. Laut Margret Härtel (CDU), Vorsitzende des Kulturausschusses und Hanauer Oberbürgermeisterin, muss die Kultur in der Region ein Faktor sein, „auf den zu achten ist“. Härtel schlägt ein gemeinsames Ticketing-System und eine Veranstaltung vor, mit der sich die Region einmal im Jahr präsentiert. Zur nächsten Regionalkonferenz wollen die Vertreter der Gebietskörperschaften am 11. Mai 2001 im Wetteraukreis zusammenkommen.

Landschafts- und Strukturausstellung Regionale, Metropolitana, Jürgen Schultheis, Metropolregion FrankfurtRheinMain, Region, Regionalkreis, Frankfurt am Main, Ludwig Landmann, Rhein-Mainischer Städtekreis, Deutsche Bank, Rolf Breuer, Messe Frankfurt, Michael von Zitzewitz, Flughafen Frankfurt, Fraport, Wilhelm Bender, Wirtschaftsinitiative Frankfurt, Themenwelt, arthesia AG, Prof. Thomas Sieverts, Prof. Dr. Walter Siebel, Prof. Wolfgang Christ, Petra Roth, Herbert Hirschler, Hessen, Frankfurter Rundschau, Hans Helmut Kohl, IHK Frankfurt am Main, IBA Emscher Park, Karl Ganser, Christoph ZöpelOffenbachs Oberbürgermeister Gerhard Grandke (SPD) erinnerte am Dienstagabend daran, dass die Region Rhein-Main beim Wachstum des Bruttoinlandsproduktes pro Kopf (BIP) in Europa im Vergleich zu anderen Regionen bereits zurückgefallen sei. Laut Grandke wuchs das BIP pro Kopf europaweit zwischen 1992 und 1997 um 17,3 Prozent, in der Region nur um 12,2 Prozent. Konkurrenzregionen wie etwa Amterdam oder Inner London hätten im gleichen Zeitraum um 26 und 16 Prozent zugelegt.

Zur Fußballweltmeisterschaft 2006 soll sich die Region laut Frankfurts Oberbürgermeisterin Petra Roth (CDU) „mit einem Bild darstellen“. Ein Austragungsort der Spiele soll Frankfurt sein.