Die Letzte Generation antwortet auf unser kollektives Versagen beim Klimawandel
Die Letzte Generation und ihre Aktivist*innen sind in den vergangenen Wochen einer Kampagne von Vertreter*innen nahezu aller Parteien und Journalist*innen vieler Medien ausgesetzt worden, die in ihrer Intensität einen Hinweis darauf gibt, dass die Protestbewegung offenbar den Kern eines existenziellen Problems getroffen hat. Es geht um unser Versagen beim Kampf gegen den Klimawandel, Kritiker der Letzten Generation und Polemiker gegen ihre Aktionen versuchen bislang erfolgreich, davon abzulenken.
Diejenigen, die da polemisieren und agitieren, die nach immer schärferen Maßnahmen rufen, um die Mitglieder der Letzten Generationen zu kriminalisieren und in die Nähe des Terrorismus zu bringen, sind häufig auch diejenigen, die nur allzu oft an maßgeblichen Stellen dafür verantwortlich sind, dass vergleichsweise wenig getan und entschieden worden ist, um eine absehbare, aber schon heute erfahrbare Umweltkatastrophe zu verhindern.
Empörung und Verzweiflung der Letzten Generation sind berechtigt, ihr Protest angemessen, wenn nicht überfällig. Unsere anhaltende Passivität angesichts des Klimawandels, unser stilles Mittun und unsere bemerkenswerte Ignoranz könnten als das eigentliche Verwerfliche in der aktuellen Lage verstanden werden – auch wenn über Formen des Zivilen Ungehorsams der Letzten Generation und einzelne Aktionen debattiert werden muss.
Warum das Aufbegehren und der Protest gegen eine allzu pragmatische Tagespolitik, gegen einen auf dauerhaftes Wachstum angelegten Kapitalismus und gegen unseren Konsumismus berechtigt ist, zeigt ein Rückblick auf 200 Jahre Klimaforschung und auf 50 Jahre vielfältigster und vergeblicher Warnungen vor den Folgen des Klimawandels und der Umweltzerstörung.
