Der Flugverkehr wird angesichts der Prognosen für 2050 auch künftig erhebliche Umweltwirkungen haben und die Erderwärmung weiter forcieren. Elektrisch betrieben Luftschiffe bieten neue Möglichkeiten, den Kohlendioxid-Ausstoß im Aviation-Sektor deutlich zu senken.
Sustainable Aviation Fuels (SAF) werden die CO2-Belastung der Atmosphäre nicht im erforderlichen Maß reduzieren können. Der Aviation-Sektor braucht deshalb Alternativen für einen Null-Emissions-Verkehr – ein so genannter „klimaneutraler“ Verkehr täuscht über die Herausforderung hinweg, weil ein Gleichgewicht zwischen CO2-Quellen und CO2-Senken – etwa Ozeane und Wälder – wegen Überlastung der Senken immer weniger hergestellt werden kann. Luftschiffe, wie sie von Hybrid Air Vehicles (HAV) und Flying Whales entwickelt und gebaut werden, haben das Potenzial, die Umweltwirkungen im Passagier- und Frachtverkehr deutlich zu reduzieren.
Verkehrskontor lädt zum Luftschiff-Panel
auf dem Deutschen Mobilitätskongress in Frankfurt aM ein
Luftschiffe: Wie groß ist das Potenzial dieses Verkehrsträgers, und was ist kurz- und mittelfristig möglich? Darüber diskutiere ich als Inhaber des Verkehrskontors FrankfurtRheinMain am 18. November auf dem Deutschen Mobilitätskongress in Frankfurt am Main mit Armelle Tarrieu (FLYING WHALES), George Land (Hybrid Air Vehicles), Andre Morgenbrodt (Kühne + Nagel International AG), Ruediger Fromm (Siemens Energy) und Prof. Dr. Christoph Pflaum von der Friedich-Alexander-Universität in Erlangen-Nürnberg. Tickets sind unter diesem Link demnächst erhältlich, weitere Informationen zum Kongress werden in nächster Zeit veröffentlicht.
130.000 Starts und Landungen pro Tag
Die Luftfahrtbranche ist der am stärksten wachsende Sektor im Verkehr. Bis 2050 könnte die Zahl der Fluggäste von heute 9,7 Mrd auf bis zu 12,4 Mrd Fluggäste wachsen, der Kerosinverbrauch um das 2,4-bis 3,8-fache ansteigen. Weltweit werden heute zwischen 100.000 und 130.000 Starts und Landungen am Tag registriert. Im Schnitt sind 12.000 Jets, in Ferienzeiten bis zu 24.000 Flugzeuge zeitgleich unterwegs. Dabei werden knapp eine Milliarde Tonnen CO2 im Jahr ausgestoßen.

Das System Erde verträgt aber keine weiteren Belastungen: Sieben von neun planetaren Belastungsgrenzen sind inzwischen überschritten (Planetary Boundaries, Johan Rockström), der Planet hat sich bereits um 1,43° C erwärmt (World Meteorological Organization). Deutsche Meteorologische Gesellschaft e.V. (DMG) und Deutsche Physikalische Gesellschaft e. V. (DPG) warnen, dass sich der Planet bis 2050 sogar katastrophale 3° C erwärmen könnte.

SAFs werden das fossile Kerosin um maximal 65% ersetzen
Zwar reduzieren SAFs den Ausstoß klimaschädlicher Gase erheblich, wenn auch in teils sehr unterschiedlichem Ausmaß. SAFs werden aber auf Grundlage aktueller Planung das fossile Kerosin laut IATA bis 2050 im Idealfall nur um 65%, nach Planungen der EU um bis 32% ersetzen. Das Rest-Kerosin wird angesichts des prognostizierten Wachstums im Jahr 2050 weiter eine erhebliche, faktisch viel zu große Menge an CO2 bei der Verbrennung emittieren.
Luftschiffe reduzieren den CO2-Ausstoß um 90%
Luftschiffe, ausgerüstet mit Brennstoffzellen und Elektromotor, könnten eine Alternative zu den bislang diskutieren Optionen im #Luftverkehr sein. Sie sind leise und benötigen weniger Energie, um Menschen und Güter zu transportieren. Heute verfügbare Modelle können bis zu 60 t Luftfracht transportieren oder bis zu 100 Personen im Passagierverkehr befördern.

Die Regionalfluglinie Air Nostrum hat 2023 beispielsweise 20 Luftschiffe vom Typ Airlander (HAV) geordert. Testflüge zeigen, dass der CO2-Fußabdruck pro Person auf der Strecke Barcelona – Palma de Mallorca von 54 kg auf 4,5 kg verringert werden kann. Statt 50 Minuten mit einem Flugzeug dauert der Flug mit dem Luftschiff rund vier Stunden.

