HOLM

!!! In Bearbeitung !!!

Die Geschichte der HOLM GmbH von 2007 bis 2012

Vorwort

von Dieter Posch, ehemaliger Minister für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung

Vor drei Jahren war das „HOLM“ nicht mehr als eine Idee. Der HOLM e.V. war gerade gegründet, um ein Netzwerk von Wirtschaft, Wissenschaft und Politik zu den für Hessen so wichtigen Themen Logistik und Mobilität zu knüpfen.

Heute sehen wir, dass das HOLM seitdem Schritt für Schritt Realität geworden ist. Im Jahr 2010 haben wir die HOLM GmbH mit der Stadt Frankfurt gegründet und das Grundstück zur Verfügung gestellt. 2011 haben wir europaweit den Mietvertrag ausgeschrieben, Anfang 2012 haben wir einem Investor den Zuschlag erteilt. Im Oktober 2013 wird das HOLM seine Tore öffnen.

Bis dahin haben wir noch viel vor: Nach den Arbeitskreisen und Konferenzen zur Themenfindung laufen jetzt die ersten Pilotprojekte an. Damit gewinnt HOLM nicht nur äußerlich, sondern zunehmend auch inhaltlich an Kontur. Ich bin mir gewiss, dass wir uns von HOLM wichtige Impulse für Wirtschaft, Wissenschaft und Politik erhoffen dürfen.

Gerade die Politik kann von HOLM profitieren: Hessen lebt von Mobilität und Logistik. Aber die letzten Monate haben sehr deutlich gezeigt, dass wir auch unter den negativen Folgen zu leiden haben. Für die Logistik und Mobilität der Zukunft brauchen wir neue Konzepte, neue Produkte, aber auch neue Verfahren, z.B. zur Genehmigung von Infrastrukturprojekten. In all diesen Bereichen kann – und wird! – HOLM Akzente für die Zukunft setzen, aus Hessen – für Hessen, aber auch weit darüber hinaus!

 

Einleitung

von Steffen Saebisch, Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung, und Vorsitzender des Aufsichtsrates des House of Logistics & Mobility

2009 war das HOLM gerade dem Stadium einer Idee entwachsen: Die Gründung des Vereins war nach dem Startsignal durch Herrn Ministerpräsident Koch im November 2008 gerade erfolgt. Es galt nun, die Idee in die Tat umzusetzen. Die Rahmenbedingungen erwiesen sich als komplex. Die Anforderungen an ein Gebäude waren zu definieren, eine Form für die Ausschreibung zu finden und komplexe gesellschaftsrechtliche Fragen zu beantworten. Von Anfang an war klar: Das HOLM würde ein Projekt werden, das nur gemeinsam mit der Wirtschaft zu realisieren ist – auch wenn es kein klassisches „PPP“ ist, so ist die Partnerschaft von Unternehmen, Wissenschaft und Politik für das HOLM kennzeichnend. Gleichzeitig ist der Prozess von Anfang an auch mit Persönlichkeiten, insbesondere aus der Wirtschaft, verknüpft.

Unabhängig von der Unterstützung aus der Wirtschaft war allerdings rasch klar, dass die Frage, wie das Gebäude konkret aussehen würde, eine der letzten zu beantwortenden Fragen sein würde. Zuerst war zu klären, wie Kooperation und Kommunikation von Akteuren aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik in eine bauliche Struktur der geplanten Größenordnung umzusetzen waren. Ein Gutachten des Fraunhofer Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation gab hier wesentliche Impulse.

In Arbeitskreisen mit dem Finanz- und dem Wissenschaftsministerium und der Stadt Frankfurt am Main musste anschließend geklärt werden, wie das HOLM gesellschaftsrechtlich auf den Weg zu bringen war. Schlussendlich erschien eine GmbH mit einem Geschäftsbereich für die Infrastruktur und einem Geschäftsbereich für die Inhalte als machbar. Die Stadt Frankfurt brachte sich über das von ihr für HOLM erworbene Grundstück mit ein, die Gründungsinitiative wurde über einen Anteil an der GmbH eingebunden. Zu den komplexen Fragen in Verbindung mit der GmbH-Gründung kamen weitere: Wie kann eine Governance-Struktur aussehen, die Verein und GmbH sinnvoll miteinander verknüpft? Wie können die Interessen von Hochschulen, Unternehmen und Politik in dieser Struktur abgebildet werden?

Diese Herausforderungen wurden gemeinsam hervorragend gemeistert: In der HOLM GmbH haben wir zwei Geschäftsbereiche geschaffen, die ihre Aufgaben effizient und zielorientiert wahrnehmen.

Im GB Inhalte haben wir schon während der Wirtschaftskrise erlebt, das moderne Formen der Kooperation im operativen Geschäft wie in der Forschung hohe Attraktivität besitzen. Anders ist nicht zu erklären, dass es schon in der Wirtschaftskrise gelungen ist, die inhaltliche Arbeit des HOLM von einer Kofinanzierung durch die öffentliche Hand unabhängig zu machen und ausreichend Gelder von Unternehmen einzuwerben. Einen wesentlichen Beitrag leistete beispielhaft für viele andere die Deutsche Bahn AG, deren Vorstand Dr. Rausch das HOLM dem HOLM als Vorsitzender des Beirats verbunden ist. Zu den Förderpartnern der „ersten Stunde“ zählen zudem die Deutsche Post AG, , das Ingenieurunternehmen Grontmij oder die Firmen Bombardier sowie Cubic Transportation. Diese Basis an Unternehmen aus Logistik und Mobilität hat sich im Lauf der Zeit um weitere Firmen erweitert, die das HOLM nunmehr inhaltlich gemeinsam tragen und ihre inhaltlichen Ideen, Fragen, Anregungen und Probleme in der HOLM-Plattform bündeln.

 

Mit dem HOLM-Forum ist ab 2011 erstmals eine echte Plattform vor Ort entstanden. Am Frankfurter Flughafen zeigt das HOLM-Forum im Vorgriff auf das spätere „Schaufenster“ im HOLM, welche Stärken Hessen in Logistik und Mobilität hat.

Der GB Infrastruktur hat bewiesen, dass es möglich ist, ein europaweites Ausschreibungsverfahren in gut einem Jahr durchzuführen – und dies in mehreren Stufen und unter Beteiligung eines hochrangig besetzten Architekturfachgremiums, in dem nicht nur die politischen Spitzen im HOLM-Verfahren beteiligt waren, sondern auch ausgewiesene internationale Experten.

Auch die „Gründungsinitiative Frankfurt HOLM e.V.“ ist gereift: So wurde durch die Umbenennung in „HOLM e.V.“ im Herbst 2011 deutlich. Die Verschränkung mit der GmbH erfolgt über den Beirat sowie gesellschaftsrechtlich über die Beteiligung. Der Verein bindet über seinem Vorstand die Region in hervorragender Weise und über die Parteigrenzen hinweg mit ein, die Unternehmen haben im Beirat zusammen mit den Hochschulen die Möglichkeit, inhaltliche Impulse zu geben.

Nun kann – rund drei Jahre nach der Gründung des Vereins – festgestellt werden, dass das HOLM wesentliche Meilensteine erreicht hat. Mit dem Spatenstich wird die Vision des Gebäudes nun Realität. Nun gilt es, auch die inhaltliche Dimension voranzubringen: Dazu haben sich erste Projektkonsortien gefunden, die nun in der Geschäftsstelle mit ersten Projekten beginnen. Mit Blick auf die ersten Projekte sind noch einmal die Förderpartner RMV und Fraport mit Herrn Prof. Ringat und Herrn Dr. Schulte zu nennen – sie haben nicht nur finanziell, sondern auch mit inhaltlichen Ideen und Konzepten dazu beigetragen, dass das HOLM sich seinem ersten Ziel nähert: Zukunft auf den Weg bringen!

 

Timeline Übersicht

08. Jan 2009

Wirtschaftminister Dr. Alois Rhiel, Finanzstaatssekretär Dr. Walter Arnold, Frankfurts Wirtschaftsdezernent Boris Rhein, Fraport-Vorstand Herbert Mai, RMV-Geschäftsführer Volker Sparmann, Präsidenten und Präsidiumsmitglieder von TU Darmstadt, European Business School, Johann-Wolfgang-Goethe-Universität, Fachhochschule Frankfurt.  Vorstand der Gründungsinitiative wird Christopher Jahns, Vorsitzende der Gründungsinitiative Klaus Peter Güttler, Staatssekretär im Wirtschaftsministerium. Als Geschäftsführer der Gründungsinitiative wird Professor Dr. Stefan Walter bestellt.

29. April 2009

Die Gründungsinitiative HOLM bezieht das Büro im Gebäude 612 im Stadtteil Gateway Gardens.

12. August 2009

Der Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, Andrea Storm, besucht das House of Logistics & Mobility

14. April 2010

Steffen Saebisch, Staatssekretär im hessischen Ministerium für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung, eröffnet das HOLM-Forum im Übergang von Terminal 1 zum Fernbahnhof.

09. Oktober 2010

ZEIT-Konferenz Logistik & Mobilität unter dem Titel „Die Zukunft auf den Weg bringen“ im Portalhaus der Frankfurter Messe

30. Juni 2011

FAZ-Mobilitätssymposium „Neue Wege für die Mobilität“ in der Industrie- und Handelskammer Frankfurt.

18. August 2011

ZEIT-Konferenz Logistik & Mobilität unter dem Titel „Die Zukunft auf den Weg bringen“, Portalhaus der Frankfurter Messe

21. März 2011

Unterschriften unter den Bauauftrag für den Investor Lang & Cie, für den das Frankfurter Stadtplanungs- und Architekturbüro Albert Speer & Partner das HOLM-Gebäude entworfen hat

 

Kurzstatements I

„Hessen ist die Verkehrsdrehscheibe Europas. Das gilt besonders für das Rhein-Main-Gebiet: 340.000 Autos pro Tag am Frankfurter Kreuz, 53 Millionen Passagiere und 2 Millionen Tonnen Fracht pro Jahr am Flughafen, 350.000 Passagiere tagtäglich am Frankfurter Hauptbahnhof. Arbeitsplätze, Wohlstand, Wirtschaftskraft: das verdanken wir auch unserer exponierten Lage im Herzen Europas. Wir können zu Recht stolz sein auf die Stärke Hessens als Logistik- und Mobilitätsland.

Die Lebensqualität und Leistungsfähigkeit der Region hängen im großen Maß von der Qualität eines guten funktionierenden Gesamtverkehrssystems ab. Kein Wunder also, dass Logistik und Mobilität einen hohen Stellenwert in Hessen haben: Fast 200.00 Menschen arbeiten allein in der Logistikwirtschaft. Wie wollen wir diesen entscheidenden Standortfaktor in Zukunft gestalten und weiterentwickeln?

Antworten auf diese Frage gibt das House of Logistics and Mobility (HOLM). Seine Lage im Herzen der Rhein-Main-Region im neuen Frankfurter Stadtteil Gateway Gardens macht es zu einem Leuchtturm mit internationaler Ausstrahlung. Mit dem HOLM errichten wir die Infrastruktur, die eine moderne Wissensgesellschaft braucht. Die Konzentration herausragender Wissenschaftler und Institutionen, die hier gemeinsam Lösungen für Logistik und Mobilität entwickeln, gemeinsam lehren und beraten, ist einzigartig. Als neutrale Plattform ermöglicht das HOLM den Wissenstransfer aus der Wissenschaft in die konkreten Anwendungsgebiete.

Der Blick über den Tellerrand des eigenen Fachbereichs wird immer mehr zum Erfolgsfaktor – gerade in einer vernetzen Welt. Neben dem House of Finance und den Initiativen zur Gründung des House of IT und des House of Pharma ist das HOLM ein weiteres Juwel in der hessischen Forschungslandschaft. Praxisorientierung und Bündelungen von Knowhow – das ist unser Erfolgsmodell und der entscheidende Vorteil für den Standort im internationalen Wettbewerb. Das HOLM leistet einen wichtigen Beitrag, damit Hessen weiterhin zukunftsfähig bleibt.“

Volker Bouffier, Hessischer Ministerpräsident

 

„Neben unseren anderen wissenschaftlichen Aktivitäten ist das House of Logistics and Mobility für uns eine wichtige Plattform für den interdisziplinären Austausch. Hier wollen wir auch über den Tellerrand schauen, die Expertise von Gesellschaft, Wissenschaft und Wirtschaft unter einem Dach in einem fruchtbaren Diskurs zusammenführen.

Von HOLM erhoffen wir uns neue Impulse, für Projekte und Kooperationen, für die Aus- und Weiterbildung, für Forschung und Entwicklung in der Logistik. Wir setzen in der Zusammenarbeit auch auf „gute Nachbarschaft“, denn das HOLM wird sich in „Gateway Gardens“ am Frankfurter Flughafen niederlassen, nur einen Steinwurf von Alpha Rotex entfernt, wo die neue Managementzentrale von DB Schenker beheimatet sein wird. Hier zeichnet sich eine Ansiedlung von Logistik-Know-How ab, die es zu nutzen gilt.“

Dr. Karl-Friedrich Rausch, Vorstand Transport & Logistik der DB Mobility Logistics AG

 

„Die reibungslose Integration von Produktion, Logistik und Verkehr ist für eine prosperierende Metropolregion wie FrankfurtRheinMain von entscheidender Bedeutung. Die Technische Universität Darmstadt vereinigt in diesen Gebieten hohe interdisziplinäre Forschungskompetenz, die durch das vom Land geförderte LOEWE-Zentrum DynamoPLV oder die strategische Partnerschaft mit DB Schenker unterstrichen wird. HOLM ist eine sehr geeignete Plattform, um Wissenschaft und Wirtschaft über Projekte eng zu verbinden und Forschungsleistungen auf attraktive Weise der Öffentlichkeit zu präsentieren.“

Professor Dr. Hans Jürgen Prömel, Präsident der Technischen Universität Darmstadt

„Das HOLM stellt eine wichtige Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Wirtschaft auf dem Gebiet von Logistik und Mobilität dar. Durch den Austausch und die Zusammenarbeit verschiedenster Institutionen und Bereiche ermöglicht es den Blick über den eigenen Tellerrand und schafft so Raum für Inspiration, Kreativität und Fortschritt.

Die zentrale Lage am Frankfurter Flughafen, einem der bedeutendsten Verkehrsknotenpunkte in Europa mit direkter Anbindung an Fernbahn, Autobahn und Verbindungen in die ganze Welt, ist der ideale Standort, um Theorie von Projektarbeit und Forschung mit der gelebten Praxis zu verbinden.”

Kay Kratky, Mitglied Passagevorstand Lufthansa

 

„Sowohl für die Wirtschaft als auch für die Gesellschaft bedeutet eine intakte Infrastruktur Wachstum und Beschäftigung, Freiheit und Lebensqualität. Dies setzt Planungs- und Entscheidungsprozesse, vor allem aber auch wissenschaftliche Forschung und Entwicklung voraus. Denn ohne Neues droht Stillstand und mithin ein Rückschritt im Bereich Infrastruktur. Ganz in diesem Sinne hat FrankfurtRheinMain daher ein Ziel, das auf den Punkt gebracht lautet: Engpässe beseitigen, Leistungsfähigkeit steigern und Wettbewerbsvorteile sichern. Dafür setzt sich die Wirtschaft in FrankfurtRheinMain ein.

Ich bin überzeugt davon, dass auch das neue House of Logistics and Mobility (HOLM) einen wesentlichen Beitrag leisten wird, um unsere Region im Luft-, Schienen- und Straßenverkehr schlagkräftiger gegenüber anderen europäischen Verkehrsknotenpunkten zu machen. Denn die Verbindung von Wissenschaft und Wirtschaft verspricht hervorragende Potenziale, die es zu heben gilt. Zudem stehen hinter dem HOLM allein in Frankfurt sowie in den Kreisen Hochtaunus und Main-Taunus mehr als 3.000 Unternehmen, die im Bereich Verkehr und Lagerei aktiv sind. Sie können ihr Wissen entlang der Wertschöpfungskette gewinnbringend in das Cluster Logistik einbringen; zugleich erhoffen sie sich von der Plattform HOLM neue Impulse, die zum einem ihren Betriebsstandort weiter stärken und, die sie zum anderen in ihrem Erfolg als Unternehmer ein Stück weiter nach vorn bringen.

Dabei spielen nicht nur die Themen Ausbau und Erhalt der Verkehrsinfrastruktur eine wichtige Rolle. Denn eine Gesellschaft, die immer weniger Fachkräfte haben wird, wirft Fragen nach der mittel- und langfristigen Finanzierbarkeit von kostenintensiven Verkehrsinfrastrukturprojekten auf. Zu den Herausforderungen, die zu bewältigen sind, zählen im Kontext der bundesweiten Verkehrszunahme außerdem die Priorisierung von wichtigen Verkehrsprojekten und die Frage nach neuen Antriebstechnologien. An diesen Stellen wird das HOLM ansetzen und dank der weiteren Vernetzung der Akteure in der Region neue Denkanstöße bieten können. Zugleich ergibt sich mit der neuen Plattform die hervorragende Chance, dass die Region FrankfurtRheinMain als Cluster für Logistik und Mobilität international sichtbar wird. Unser Wirtschaftsstandort FrankfurtRheinMain wird dann mehr sein als die Summe seiner Infrastrukturteile.“

Dr. Mathias Müller, Präsident der IHK Frankfurt am Main

„Logistik und Mobilität sind Zukunftsthemen, die nahezu alle Unternehmens- und Lebensbereiche betreffen. Diese Themen stehen für Innovation, für wirtschaftliche Entwicklung, für ökologische Verantwortung, für internationalen Wettbewerb und für den Wettbewerbsvorsprung der deutschen Wirtschaft.

Das House of Logistics and Mobility verkörpert ein starkes Konzept zur Positionierung der Branche. Durch seine geostrategische Lage an der Schnittstelle aller wichtigen Handelswege ist Frankfurt seit Jahrhunderten ein Logistikcluster par excellence. Die Messe Frankfurt ist Teil dieses Clusters: seit 800 Jahren bilden Frankfurter Messen die Waren- und Handelsströme der Welt ab. Logistik ist ein fester Bestandteil unserer DNA. Das Ergebnis von Logistik und Mobilität kann man auf jeder unserer Messen erfahren. Als Plattform mit enger Verzahnung zwischen Wirtschaft und Wissenschaft ist das HOLM ein idealer Ort, um Know-how zwischen Praxis und Theorie zukunftsorientiert zu bündeln.“

Wolfgang Marzin, Vorsitzender der Geschäftsführung Messe Frankfurt

 

„Mobilität ist neben der Industrie und dem Finanzplatz eine der drei starken Säulen der Wertschöpfung in Hessen. Wo könnte ein House of Logistics and Mobility mehr Sinn machen als in Gateway Gardens am Frankfurter Flughafen? Erfolgreiche Wertschöpfungs-Cluster sind ebenfalls ein Markenzeichen Hessens: Branchen- und Querschnitts-Cluster, wie sie z. B. unsere HESSENMETALL-Cluster-Initiative organisiert, bündeln unternehmerischen Nutzen durch Kooperation. Und wenn in der Wissenschaft etwas geschaffen wird, was auf unternehmerischer Ebene erfolgreich funktioniert, dann stiftet die Symbiose aus Wissenschafts- und Unternehmens-Clustern vielleicht sogar doppelten Nutzen.

Nach der erfolgreichen Installation des House of Finance zählen zu Erfolg versprechenden Ansätzen der Wirtschaftspolitik drei neue Häuser: Die Errichtung des House of Logistics and Mobility (HOLM) nahe dem Frankfurter Flughafen und die Initiativen zur Gründung des House of Pharma und des House of IT (HIT) verfolgen den richtigen wirtschaftspolitischen Ansatz, Stärken zu stärken. Deshalb wünscht die VhU dem House of Logistics and Mobility viel Erfolg und eine glückliche Hand bei der Bündelung wissenschaftlicher Disziplinen zur Stärkung der Wertschöpfung der Mobilitätswirtschaft in Hessen und darüber hinaus.“

Volker Fasbender, Hauptgeschäftsführer der Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände (VhU),

 

„Das House of Logistics and Mobility als Wissensplattform mit vielen Partnern bietet eine gute Grundlage, um zentrale Fragen in den Bereichen Mobilität und Logistik zu beantworten. Es macht zukunftsfähige Angebote zur Sicherung der Mobilität von Personen, Gütern und Nachrichten in der Region. Von besonderer Bedeutung ist dabei die intensive interdisziplinäre Zusammenarbeit der Beteiligten. Mit dem Bau des Gebäudes auf dem Areal von Gateway-Gardens manifestiert sich das HOLM und wird unmittelbar greifbar.

Als Förderpartner des HOLM-Vereins und als Förderer des HOLM-Forums ist der Regionalverband FrankfurtRheinMain an einer Zusammenarbeit mit dem HOLM interessiert. Gemeinsame Themenfelder haben sich auch bereits heraus kristallisiert: Sie umfassen beispielsweise die Logistik und hier insbesondere den Schienengüterverkehr, die Suche nach geeigneten Flächen sowie Konzepte für den Lastkraftwagenverkehr mit Zielen in der Region, die Elektromobilität, die Verbreitung von Pedelecs, Elemente nachhaltiger Mobilität und den Radverkehr (hier insbesondere Radschnellwege). Hierin sieht der Regionalverband hervorragende Potenziale, um die Entwicklungsmöglichkeiten der Region in bester Weise voran zu bringen. Logistik und Mobilität sind zudem zentrale Standortfaktoren und wesentliche Bestandteile der regionalen Wertschöpfungsketten. Das HOLM bietet Zugang zu exzellentem Know-how und beteiligt sich federführend an der Entwicklung zukunftsweisender Konzepte und Technologien. Dies ist auch ein wichtiger Beitrag zur Stärkung des Wettbewerbsfähigkeit der Region Frankfurt/Rhein-Main.“

Ludger Stüve, Direktor des Regionalverbandes FrankfurtRheinMain

 

„Die Metropolregion mit Frankfurt als Zentrum steht angesichts wachsender Verkehrsströme auf der Straße wie in der Luft vor großen Herausforderungen. Keine Großstadt in Deutschland nimmt in Relation zur Einwohnerzahl jeden Tag so viele Pendler auf, kein Flughafen in der Republik wird häufiger angeflogen als der Frankfurter Airport, kein Autobahnsystem in der Gemarkung einer Großstadt wird intensiver genutzt als das Frankfurter Kreuz.

Den positiven wirtschaftlichen Effekten stehen Belastungen für Bevölkerung und Umwelt gegenüber. Mit dem House of Logistics & Mobility, dessen Aufbau Frankfurt von Anfang befürwortet und gefördert hat, verfügt die Metropolregion über eine interdisziplinär und branchenübergreifende Einrichtung, die Antworten geben will auf diese Herausforderungen. Eine emissionsfreie Stadtlogistik, gebündelte Zulieferverkehre, die Verbindung unterschiedlicher Verkehrsträger zu einem barrierefreien, stadtverträglichen Mobilitätsangebot, in das auch elektrisch angetriebene Fahrräder und Autos als Mietfahrzeuge oder als Car Sharing-Angebote integriert werden, sind Aufgaben, zu deren Lösung das HOLM beitragen wird.

Es sind Lösungen, die in Frankfurt erarbeitet werden, aber beispielhaft für viele Metropolregionen in Europa sein werden. Es sind Lösungen, die dem Anspruch einer Green City gerecht werden müssen. Frankfurt und die Metropolregion erhalten mit dem HOLM als Innovationszentrum einen neuen Leuchtturm, der weit über Hessen hinaus strahlen wird.“

Stefan Majer, Verkehrsdezernent der Stadt Frankfurt

 

Timeline

Zitate

„Im Sinne eines erfolgreichen Wissenstransfers ist die Verbindung von For-schung und Wirtschaft grundsätzlich zu begrüßen.
Wirtschaftsminister Dr. Alois Rhiel, 18. September2008

 

„Die Sicherung der Mobilität von Personen und Gütern auf einer ökologisch und ökonomisch tragfähigen Basis ist eine der wichtigsten gesellschaftlichen Aufgaben und Herausforderungen unserer Zeit.“
Aus dem gemeinsamen Antrag von CDU und Grünen in Frankfurt zum HOLM, 25. September 2008

 

„Die Idee macht nur dann einen Sinn, wenn sehr viele bereit sind, an einem Strang zu ziehen und zwar in die gleiche Richtung.“
Ministerpräsident Roland Koch, 27. November 2008

 

„Was wir Ihnen heute sagen: Aus einer Idee ist inzwischen ein konkretes Projekt geworden. Wir haben genug Teilnehmer, die dabei mitmachen.“
Ministerpräsident Roland Koch, 27. November 2008

 

„Unser Standort ist existentiell abhängig von einer hervorragenden Infra-struktur“
Frankfurts Wirtschaftsdezernent Boris Rhein, 8. Januar 2009

 

„Für den Standort spricht nicht nur seine zentrale Lage, sondern auch die Tatsache, dass hier die täglichen Herausforderungen der Logistik sicht- und greifbar werden und Lösungsansätze erkennbar machen.“
Frankfurts Oberbürgermeisterin Petra Roth, 29. April 2009

 

„Mit den zukunftsweisenden Ergebnissen, die im HOLM erarbeitet werden, lassen sich neue Exportschlager mit dem Markenzeichen ,Logistik & Mobilität made in Hessen´ entwickeln und neue Arbeitsplätze schaffen.“
Andreas Storm, Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, 12. August 2009

 

„Wir wollen dafür sorgen, dass moderne Informationstechnologie der Web 2.0-Generation an Europas führendem Verkehrsdrehkreuz Hessen noch schneller zum Einsatz kommt.“
Michael Vester, Vorstandsvorsitzender ITS , 23. April 2010

„Die Beschlüsse der Stadtverordneten sind ein Meilenstein auf dem Weg zu

einem einmaligen Projekt. Mit dem HOLM wird die Metropolregion Frankfurt Rhein-Main zu einem der Hubs für die Forschung rund um die Zukunfts-branchen Mobilität und Logistik.“
HOLM-Geschäftsführer Professor Dr. Stefan Walter, 30. September 2010

 

„Bis man Leberwurst per E-Mail verschicken kann, müssen wir uns die Straße noch teilen“
Werbung auf einem Lastkraftwagen

 

„Wir brauchen ein breites Bewusstsein dafür, wie wertvoll Verkehrsinfra-struktur für Wachstum und Wohlstand sind.“
Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer, 22. Februar 2011

 

„FrankfurtRheinMain ist eng mit anderen europäischen Verkehrsknoten ver-knüpft. Die Förderung des Projektes SoCool@EU ist ein wichtiger Beitrag, um den Logistikhub FrankfurtRheinMain weiter zu entwickeln.
Dr. Khaled Snouber, Leiter Enterprise Europe Network Hessen, 31. Januar 2012

 

2007

In der Landeshauptstadt Wiesbaden wird im März “Logistik RheinMain. Die Wissensinitiative” (LRM) gegründet. Logistik RheinMain ist die erste Initiative für die bundesländerübergreifende Metropolregion um die Kernstädte Frankfurt, Wiesbaden, Mainz, Darmstadt und Aschaffenburg, die sich der Weiterentwicklung des Potenzials des regionalen Logistik- und Mobilitätsclusters widmet.

Langfristiges Ziel der Initiative ist es, die Metropolregion FrankfurtRheinMain als Logistikstandort von globaler Bedeutung zu profilieren und zum führenden Zentrum für Logistik- und Mobilitätskom-petenz zu entwickeln. Eine Geschäftsstelle am Supply Chain Management Institute (SMI) der Euro-pean Business School koordiniert die Initiative von März 2007 bis März 2009.

Im April 2009 zieht die zentrale Geschäftsstelle von Logistik RheinMain in das House of Logistics & Mobility (HOLM) im Frankfurter Stadtteil Gateway Gardens um. Das Projekt hat ein Volumen von 645.000 Euro, sieben Mitarbeiter sind an der European Business School mit dem Projekt betraut, um die Initiative in der Metropolregion und in Deutschland bekannt zu machen und zu vernetzen.

An der Technischen Universität Darmstadt verstärkt eine dezentrale Geschäftsstelle die Logistikini-tiative. In Frankfurt fungiert das bei der Wirtschaftsförderung angesiedelte Kompetenzzentrum Logistik & Mobilität als Partner von Logistik RheinMain. Kooperationspartner in Aschaffenburg ist das LogistikNetz Bayerischer Untermain. In Mainz sind der im rheinland-pfälzischen Wirtschaftsmini-sterium angesiedelte Logistikkoordinator des Landes sowie das Wirtschaftsdezernat der Stadt Ansprechpartner für Logistik RheinMain.

Die Executive Commission Logistik legt 2007 „9 Thesen zur Zukunft der Logistik im Rhein-Main-Gebiet“ vor. Darin heißt es unter anderem, dass ein ganzheitliches Logistikverständnis die Basis zur logistischen Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit des Rhein-Main-Gebietes bildet. Beschäftigungsaufbau, wirtschaftlicher Erfolg und Innovation prägten das Bild des Wettbewerbsfaktors Logistik RheinMain.

Überregionale Kooperation bilde die Basis, um eine Grenzen überwindende Logistik für das gesamte Region zu schaffen. Die aktive Entwicklung des Flughafens verstärke die Bedeutung der Rhein-Main-Region als Hub in globalen Supply Chains. „Eine nachhaltige Logistik in Rhein-Main berücksichtigt die Belange von Umwelt und Gesellschaft.“ Darüber hinaus betont die Commission in ihrem Thesenpapier die Bedeutung von Logistik-Technologien. Außerdem stärke der Ausbau und die Bündelung von Logistikkompetenzen das Wirtschaftssystem RheinMain. „Eine aktive Vernetzung des Logistikwissens in RheinMain schafft Wettbewerbsvorteile für Unternehmen und die öffentliche Verwaltung.“

Zur Executive Commission Logistik gehören IBM, Dematic, Teradata, das SMI, das MIT Saragoza, die Wirtschaftsinitiative FrankfurtRheinMain, die European Business School, Railion, die TU Darmstadt, infraserv Höchst, der RMV, Lufthansa Cargo, die Miebach Logistics Group, die Copenhagen Business School, die Stadt Wiesbaden, Fraport, die Harvard-University, T-Systems, Vitronics, das ECAD und das Land Hessen.

Der hessische Minister für Wissenschaft und Kunst, Udo Corts und der Frankfurter Immobilienent-wickler Groß & Partner regen an, auf der Basis der „9 Thesen zur Zukunft der Logistik im Rhein-Main-Gebiet“ ein Initiativkonzept für ein House of Logistics  & Mobility“ auszuarbeiten.

 

2008

Ministerpräsident Koch spricht in seiner Regierungserklärung
über das House of Logistics & Mobility

9. April 2008: Ministerpräsident Roland Koch erwähnt in seiner Regierungserklärung vor dem Landtag das House of Logistics & Mobility. Die Erklärung trägt den Titel „In gemeinsamer Verantwortung für Hessen – Mut zu neuen Wegen“.

Er sagt unter anderem: „Wir werden dem Landtag ein, House of Logistics and Mobility´ vorschlagen. Wir müssen darüber diskutieren, ob wir das irgendwann einmal auf Deutsch benennen können, aber das würde mich jetzt beim Manuskript in Schwierigkeiten bringen, weil ich Ihnen sage, dass das Projekt ähnlich dem ,House of Finance´ gestaltet werden soll.

Das bedeutet natürlich, dass unabhängig davon, wie wir es in der Landtagsdrucksache nennen werden, in Zukunft erreicht werden soll, dass ebenso wie die Finanzfrage die Logistikfrage, die für uns in Hessen so große Bedeutung hat, mit Wirtschaft und Wissenschaft zusammen in einen internationalen Kontext gestellt wird, in dem mehrere Universitäten, große Wirtschaftsunternehmen und Wirtschaftsverbände und Forschungseinrichtungen gemeinsam einen Schwerpunkt entwickeln. Das ist ein Projekt für viele Jahre. Das kann man anfangen. Man muss mit privaten Partnern sprechen, um die Voraussetzungen für ein solches Konzept überhaupt zu schaffen.“

 

Minister Dr. Rhiel zeichnet
Logistik Rhein-Main beim 1. hessischen Clusterwettbewerb aus

30. Mai 2008: Der hessische Minister für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung, Dr. Alois Rhiel, zeichnet Logistik RheinMain als eine von mehreren erfolgreichen Clustern im ersten hessischen Clusterwettbewerb aus. Zu den Gewinnern zählen ferner vernetzte Initiativen aus den Sektoren Automotive, Unternehmenssoftware, Erneuerbare Energien oder Verpackung. Mehr von solchen erfolgreichen Clusternetzwerken zu initiieren, die vorhandenen guten Ansätzen die Chance zu geben, sich zu professionalisieren und weiterzuentwickeln, das seien die Ziele des Wettbewerbs gewesen, sagt Rhiel. „Die Clusterförderung ist ein wichtiger Baustein der hessischen Wirtschaftspolitik.

Wachstum und regionale Wettbewerbsfähigkeit zeigt sich vor allem dort, wo Unternehmen in regionalen Clusternetzwerken kooperieren und dabei gemeinsam Ressourcen wie wissenschaftliche Einrichtungen, Bildungsstätten nutzen. Dies fördert nicht nur die Innovationsfähigkeit der beteiligten Unternehmen, sondern erhöht auch die Bindung an die Region.“

Die Urkunde nehmen Professor Dr. Stefan Walter (European Business School) und Volker Sparmann (RMV) entgegen. Antragsteller für das Cluster-Konzept sind die European Business School, die Landeshauptstadt Wiesbaden, der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV), die Europa Fachhochschule Fresenius (EFF) und die Technische Universität Darmstadt (TUD).

 

Regionalforum Logistik Mainz / Rheinhessen

11. Juni 2008: Logistik Rhein-Main organisiert im Auftrag des rheinland-pfälzischen Ministeriums für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau das Regionalforum Logistik Mainz / Rheinhessen im System Storage Executive Briefing Center der IBM Deutschland im Mainzer Stadtteil Weisenau. „Ein starker Mittelstand, eine leistungsfähige Industrie und ein wachsender Dienstleistungssektor zeichnen die Wirtschaftsstruktur unseres Landes aus“, schreibt Minister Hendrik Hering in seinem Grußwort. „Motor dieser positiven Entwicklung ist die Logistik, die sich inzwischen zu einem der bedeutendsten Wirtschaftszweige entwickelt hat.“ Im Verlauf der Veranstaltung erörtern die Teilnehmer in zehn Arbeitskreisen verschiedene Aspekte der Logistik. Professor Dr. Stefan Walter vom Supply Chain Management Institute leitet den Arbeitskreis „Wissensinfrastruktur“.

 

Entschließungsantrag der SPD im Landtag zum HOLM

26. August 2008: Die SPD-Fraktion im Landtag formuliert einen Entschließungsantrag (Drucksache 17/594) zum Haus der Logistik und Mobilität. Darin heißt es: „Der Hessische Landtag unterstützt die Initiative hessischer Hochschulen, der Unternehmen und der Verkehrsträger in Hessen, sich den Herausforderungen des Feldes der Logistik und Mobilität zu stellen.

Der Hessische Landtag unterstützt die Initiative der Gründung eines House of Logistics and Mobility in öffentlicher und privater Trägerschaft und fordert die Landesregierung auf, die notwendige Koordination für dessen Einrichtung zu übernehmen.“ In der Begründung heißt es, dass sich Hessen als Bundesland in der Mitte der Bundesrepublik und Europas, mit dem Flughafen Frankfurt als zentralen Hub in Europa, wichtigen Bahnlinien des Güter- und Personenverkehrs und zentralen Autobahnverbindungen zwischen Nord-Süd und Ost-West besonderen logistischen Herausforderungen stellen müsse.

Hessen habe ein außergewöhnliches Potenzial von Hochschulen, die sich mit Fragen der Mobilität und Logistik beschäftigten. „Auf der anderen Seite haben öffentliche und private Verkehrsträger und hessische Logistikunternehmen ein hohes Interesse an einer kundenorientierten Verbesserung ihrer Verkehrssysteme. Um diese Aktivitäten und Interessen zu bündeln und zu koordinieren soll die Landesregierung aktiv werden.“

 

Grüne beantragen Änderung des Entschließungsantrages
– für „Nachhaltigkeit und Zukunftsfähigkeit“

16. September 2008: Die Fraktion der Grünen im Landtag beantragt, den Entschließungsantrag der SPD um die Worte „soll Nachhaltigkeit und Zukunftsfähigkeit dienen“ zu ergänzen.

Außerdem sollen zwei weitere Absätze eingefügt werden. „Der Landtag spricht sich dafür aus, dass das ,House of Logistics and Mobility´ im Sinne einer nachhaltigen und zukunftsfähigen Politik konzipiert wird. Diese Politik verlangt den Entwicklungsgleichklang ökonomischer, ökologischer und sozialer Faktoren auch in der Mobilitäts- und Logistikentwicklung.“

In der Begründung verweisen die Grünen darauf, dass Klimaschutz und der Schutz der Bevölkerung vor den negativen Auswirkungen wachsender Mobilität zu den zentralen Zukunftsfragen einer nachhaltigen Verkehrsentwicklung gehören. „Um die nachhaltige Ausrichtung auch selbst zu leben, soll der Standort des House of  Logistics and Mobility so gewählt werden, dass motorisierter Verkehr weitmöglichst vermieden werden und die Erreichbarkeit mit dem Umweltverbund und insbesondere dem Rad- und Fußverkehr gewährleistet werden kann.“

 

Minister Dr. Rhiel: Verbindung von Forschung und Wirtschaft
ist grundsätzlich zu begrüßen

18. September 2008: Der hessische Minister für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung, Dr. Alois Rhiel, antwortet auf eine Kleine Anfrage des Abgeordneten Dr. Wilken zum Thema House of Logistics and Mobility. Dr. Rhiel erwähnt, dass unter anderem auch Gateway Gardens als Standort für das HOLM vorgeschlagen worden sei.

„In unmittelbarer Nähe zu Flughafen, Frankfurter Kreuz, ICE-Fernbahnhof und durch die Straßen- und ÖPNV-Anbindung hervorragend aus der Region erreichbar, gibt es nach Ansicht der Landesregierung keinen Standort, der die Herausforderungen um Mobilität besser symbolisieren könnte.“ Auf die Frage, wie sichergestellt werden könne, dass nicht Partikularinteressen durch die angestrebte Beteiligung privater Firmen die strukturelle Ausgestaltung des Kompetenzzentrums sowie die inhaltliche Ausrichtung der Forschungsaktivitäten bestimmen, antwortet Minister Dr. Rhiel: „Im Sinne eines erfolgreichen Wissenstransfers ist die Verbindung von Forschung und Wirtschaft grundsätzlich zu begrüßen.

Die angesprochene Problematik ist kein Problem, das nur das House of Logistics and Mobility betrifft – vielmehr tritt der angesprochene Konflikt auch bei Stiftungen an die Hochschulen oder der Einrichtung von Stiftungsprofessuren auf.“ Die Hochschulen seien sich dessen bewusst und entsprechend sensibilisiert.

 

Deutsche Bank-Vorstand Lamberti und Fraport-Vorstandsvorsitzender Bender sprechen über das House of Logistics & Mobility

24. September 2008: Deutsche Bank-Vorstand Hermann Josef Lamberti und der Fraport-Vorstandsvorsitzende Wilhelm Bender sprechen im Interview der Frankfurter Rundschau über die Metropolregion FrankfurtRheinMain und die „Themenwelt“ der Wirtschaftsinitiative das House of Logistics and Mobility und das House of Finance an.

Auf die Frage, wie man die Hochschulen der Region vernetzen könne, antwortet Lamberti:  „Wir haben zwei ganz große Initiativen, die hier hineinspielen: das House of Logistics and Mobility und das House of Finance. Wenn man sich anschaut, wie das House of Finance in den vergangenen zwei Jahren entstanden ist, dann merken auch die unterschiedlichsten Fachbereiche, dass die gegenseitige Befruchtung, die Bereitschaft, voneinander zu lernen, einen ungeheuren Impuls auslösen kann. Das zeigt fast symbolisch, wie alle Komponenten bereits da waren, aber durch den gemeinsamen Willen etwas Neues erreicht worden ist. Das führte zum House of Finance. Das sind gute Beispiele für unseren Schwerpunkt ,Offene Denkmaschine´.“

Bender sagt:  „Mit dem House of Logistics and Mobility sind wir relativ weit. Das House soll hier in Gateway Gardens auf dem Gelände der Stadt entstehen. Da gibt es viele Arbeitskreise, die da tätig sind. Es gibt eine Übereinkunft mit den Universitäten Frankfurt, Darmstadt, der European Business School und den Fachhochschulen und eben der Logistik-Industrie, die hier dominant vertreten ist. Der Kampf um Hochqualifizierte findet nirgends so statt in Deutschland wie in FrankfurtRheinMain.“

 

Frankfurter Stadtparlament spricht sich mit großer Mehrheit
für Ansiedlung des HOLM in Gateway Gardens aus

25. September: Das Frankfurter Stadtparlament diskutiert den gemeinsamen Antrag von CDU und Grünen (NR 1024), das House of Logistics & Mobility nach Frankfurt zu holen. „Der Magistrat wird gebeten, sich bei der Hessischen Landesregierung, den beteiligten Hochschulen und interessierten Wirtschaftsunternehmen dafür einzusetzen, dass das House of Logistics & Mobility auf dem Gebiet „Gateway Gardens“ und damit 1. auf Frankfurter Stadtgebiet untergebracht wird und 2. einen klaren Schwerpunkt in den Themen Nachhaltigkeit und Zukunftsfähigkeit von Logistik und Mobilität erhält.“

In der Begründung heißt es: „Die Sicherung der Mobilität von Personen und Gütern auf einer ökologisch und ökonomisch tragfähigen Basis ist eine der wichtigsten gesellschaftlichen Aufgaben und Herausforderungen unserer Zeit, wie nicht zuletzt die aktuelle Situation auf dem Energiemarkt mit den damit verbundenen Preisschwankungen zeigt. Ihre Bewältigung erfordert eine genaue Analyse, die Identifizierung von Handlungsfeldern und die engagierte gemeinsame Arbeit von Politik, Wissenschaft und Wirtschaft an strategischen und unmittelbar anstehenden Projekten.“

Wirtschaftsdezernent Boris Rhein sagt in der Debatte unter anderem: „Jetzt ist der Zeitpunkt, die Region zu dem weltweit führenden Kompetenzzentrum Logistik zu entwickeln … Wir müssen Wirtschaft, Wissenschaft und Forschung auf einem Campus verknüpfen, dem House of Logistics & Mobility.“ Der Antrag wird mit großer Mehrheit angenommen.

 

Logistik RheinMain erstmals auf
dem Deutschen Logistik-Kongress in Berlin

22. Oktober 2008: Logistik RheinMain präsentiert sich bis zum 24. Oktober erstmals auf dem Deutschen Logistik-Kongress im Berliner Hotel Interconti. Der Kongress wird von der Bundesvereinigung Logistik veranstaltet.

Im Grußwort schreiben Dr. Alois Rhiel, hessischer Minister für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung, und Hendrik Hering, rheinland-pfälzischer Minister für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau: „Die länderübergreifende Rhein-Main-Region ist ein hervorragender Standort für Logistik und Logistikkompetenz. Um diese Stärke zu festigen und das bestehende Logistik-Cluster weiter zu entwickeln, wurde im vergangenen Jahr die Initiative Logistik RheinMain gegründet. Dieses Engagement, von dem auch die Länder Hessen und Rheinland-Pfalz spürbar profitieren, begrüßen wir nachdrücklich. Logistik RheinMain präsentiert sich in diesem Jahr gemeinsam mit Partnern nun erstmals auf dem 25. Deutschen Logistik-Kongress in einer eigenen Lounge.“

 

Ministerpräsident Koch, Fraport-Vorstandsvorsitzender Bender
und Frankfurts OB Roth stellen Konzept für HOLM vor

27. November:  Der hessische Ministerpräsident Roland Koch, Hessens Wirtschafts- und Verkehrsminister Dr. Alois Rhiel, die Frankfurter Oberbürgermeisterin Petra Roth und der Vorstandsvorsitzende der Fraport AG, Professor Wilhelm Bender, stellen am Flughafen Frankfurt das Konzept zur Realisierung des „House of Logistics & Mobility“ (HOLM) vor.

 

„Was hier entsteht, ist ein einzigartiges Kooperationsmodell zwischen Hochschulen, Wirtschaft und öffentlicher Hand“, sagt Ministerpräsident Koch.  „Ich will sie mit einigen Sätzen in die Idee einführen, die nur dann einen Sinn macht, wenn sehr viele bereit sind, an einem Strang zu ziehen und zwar in die gleiche Richtung. Deshalb war dieses Jahr auch von der Fragestellung zunächst geprägt, ob das gelingt. Nach unseren Gesprächen in den letzten Monaten und der Konferenz, die wir eben gehabt haben, können wir feststellen, dass die Beteiligten an einem Strang und in die gleiche Richtung ziehen, und dass wir deshalb die nächsten Schritte zur Realisierung eines solchen Projekts aufnehmen können.

 

Das, was hier mit dem House of Logistics & Mobility geschehen soll, ist keine Idee, bei wir das erste Mal übend tätig sind in der Art und Weise der Zusammenarbeit zwischen Kommune und Land, zwischen Wirtschaft und Wissenschaft.“ Koch zählt Beispiele für solche Initiativen auf: in Nordhessen metacus, Zentrum für Metallformgebung, die Gesellschaft für Satellitennavigation und Anwendungstechnologie, das Frankfurter Innovationszentrum für Biotechnologie FIZ, und das House of Finance.

 

Koch: „Wir denken, dass der Rhein-Main-Raum, das Bundesland Hessen insgesamt mit seiner großen Transitfunktion, die es hat als Marktplatz, als Drehscheibe mit all dem Verkehrsinfrastruktureinrichtungen, die wir haben, mit all den Herausforderungen der Logistikunternehmen, die diese Infrastruktur nutzen, das geeignete Umfeld ist, auch die Innovationen von Logistik und Mobilität zusammenzuführen. Das gilt für den Individualverkehr, das gilt für den Öffentlichen Personennahverkehr, das gilt für den Fernverkehr, den Frachtverkehr, das gilt für den gesamten Bereich der Luftfahrt.

 

Wir sind dort so breit aufgestellt, dass wir in allem Erfahrungen haben, dass wir an den privaten und staatlichen Hochschulen gemeinsam auch eine Menge an Wissen angesammelt haben, dass aber die kritische Masse, um daraus etwas zu machen, was weltweit gesehen wird, das Kompetenzfeld, das die gleiche Augenhöhe hat wie die Wirtschaftskraft der Region in diesen Fragen, so nicht allein entstehen kann. Wenn man daraus einen Mehrwert ziehen will, muss man das zusammenführen. Zusammenführen ist ein räumlicher Prozess, ein organisatorischer Prozess und am Ende ein mentaler Prozess.

 

Das Organisatorische und Räumliche kann man noch teilweise staatlich anordnen, spätestens bei der mentalen Frage ist die staatliche Gewalt am Ende. Insofern ist es ganz wichtig, dass wir abschätzen können, ob diese Dinge zusammenkommen, in dem wir auch sehen, wer bereit ist, welche Prämien zu entrichten, um es zu entwickeln. Prämien sind Zeit und Prämien sind Geld. Deshalb haben wir in den letzten Monaten entsprechend dem, was ich in der Regierungserklärung dargelegt habe, uns auf den Weg gemacht, die Randbedingungen zu definieren, mit vielen der Beteiligten zu sprechen, und sie nach ihrem Commitment zu fragen.

 

Sie sehen hier an der Zahl der Teilnehmer aus Wirtschaft, aus Wissenschaft: Wir haben eine durchaus breite Grundlage von Unternehmen, die sagen, das ist uns im Zweifel sowohl im Bereich der Ausbildung unserer Mitarbeiter als auch der Forschung neuer innovativer Elemente etwas wert. Wir brauchen dringend etwa für die Spezialqualifikation der Experten im Bereich der Logistik eine zusätzliche Einrichtung. Die Universitäten haben uns gesagt, sie sind bereit, das als eine neue Herausforderung vernetzter Zusammenarbeit aufzunehmen, die wir in anderen Bereichen auch schon haben.“

 

Mit dem Bau des House of Logistics & Mobility in Gateway Gardens soll laut Koch der Rahmen geschaffen werden „Institutionen eine Heimat zu geben, Tagungen eine Heimat zu geben“, Schaufenster zu sein nach außen, Ausbildungseinrichtung und Wissenschaftsstandort. „Das HOLM ist das Dach über einem Haus, indem sehr verschiedene Elemente zusammengeführt werden sollen, dass sie sich täglich begegnen, dass man sie vernetzt nutzen kann, dass sie aber auch eine gemeinsame Wirkung nach außen haben … Was wir Ihnen heute sagen: Aus einer Idee ist inzwischen ein konkretes Projekt geworden. Wir haben genug Teilnehmer, die dabei mitmachen. Wir wollen deshalb dafür sorgen, dass wir jetzt mit der Verwirklichung beginnen.“

 

Der hessische Minister für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung, Dr. Alois Rhiel, sagt an diesem Tag: „Das Projekt, das wir hier heute starten, hat weitreichende Bedeutung. Zum einen greift es die Ziele auf, die wir generell haben bei der Fragestellung, wie gelingt es, eine Vernetzung herzustellen zwischen Wissenschaft und Wirtschaft, wie gelingt es uns, intelligente Lösungen aus der Wissenschaft heraus für die Wirtschaft nutzbar zu machen.

Wie gelingt es auf der anderen Seite, Probleme, die sich ja aus wirtschaftlichen und verkehrswirtschaftlichen Anwendungen ergeben, in die Wissenshaft hineinzugeben, um mit Hilfe der Wissenschaft Problemlösungen zu ermöglichen.  Dieses Netzwerk wird gegründet auf einer soliden Basis. Der Ministerpräsident hat gerade darauf hingewiesen, wie vielfältig gerade die Hochschulen Hessens auch im Rhein-Main-Gebiet vor allem in dieser Frage zuhause sind, wie viel Potenzial dort besteht.“ Laut Rhiel werden sich die Hochschulen im HOLM  vernetzen, „um sich zu konzentrieren, um nicht nebeneinander her zu wirtschaften“. Es gehe um das Miteinander und voneinander wissen, um die Chance, mit der Mobilitäts- und Logistikwirtschaft unmittelbar an diesem Nukleus zusammenzuarbeiten.

„Das gilt nicht nur für den Straßenverkehr, das wird sichtbar werden für den Schienen-, den Straßen- und den Luftverkehr. Dieses Zusammenwirken wird in Zukunft sehr, sehr attraktiv sein. Attraktiv für die Frage, wo in Deutschland und Europa gebe ich solche Aufträge an wissenschaftliche Institutionen, von dem ich weiß, dass sie dann nicht nur im Haus einer Hochschule behandelt werden, sondern schon konfrontiert werden mit den realen wirtschaftlichen verkehrstechnischen Erkenntnissen.“ Zum zweiten werde das House of Logistics & Mobility „auch Nukleus sein für ein zentrales Thema, das uns insgesamt im Wirtschaftsleben mehr und mehr beschäftigt, vor allem auch in der Logistikwirtschaft, nämlich die Frage, wann und wo und in welcher Qualität bekommen wir den Nachwuchs. Das ist ein zentrales Thema. Wie gelingt es, ausreichend Fachkräfte in allen Dimensionen für dieses wichtige Wirtschaftsfeld auch in Zukunft zur Verfügung zu haben.“

Um das HOLM zu realisieren, wird eine Gründungsinitiative ins Leben gerufen, die vom Land Hessen, der Stadt Frankfurt, dem RMV und der Fraport finanziert wird. Die Gründungsinitiative soll die organisatorischen und baulichen Voraussetzungen für das HOLM schaffen. Dr. Bender begrüßt den ersten Schritt zur Umsetzung: „Mit dem HOLM erhält das größte europäische Luftfrachtdrehkreuz als erster internationaler Flughafen der Welt einen angeschlossenen Universitäts-Campus, auf dem sich Logistikwissen verdichten und als exportfähiges Knowhow darstellen kann.“

 

Der Geschäftsführer des RMV, Volker Sparmann, weist darauf hin, dass insbesondere in Krisenzeiten der Realwirtschaft Innovationen und Wissen wesentliche Treiber der Wirtschaft seien – diesen Anspruch erfülle auch das HOLM. Die Frankfurter Oberbürgermeisterin Petra Roth hebt hervor, dass das HOLM dazu dienen könne, „Gateway Gardens“ als Ansiedlungscluster der Mobilitäts- und Logistikwirtschaft zu entwickeln.

 

2009

Die Gründungsurkunde für HOLM-Verein wird unterzeichnet

8. Januar: Repräsentanten von Land Hessen, Stadt Frankfurt, Hochschulen und Unternehmen unterzeichnen im Frankfurter Römer die Gründungsurkunde für den Verein zur Umsetzung des House of Logistics & Mobility. Für die Gründungsmitglieder signieren Wirtschaftsminister Dr. Alois Rhiel und Finanzstaatssekretär Walter Arnold (Land Hessen), Wirtschaftsdezernent Boris Rhein (Stadt Frankfurt), Fraport-Vorstandsmitglied Herbert Mai und RMV-Geschäftsführer Volker Sparmann.  Für die TU Darmstadt, die European Business School, die Goethe-Universität und die Fachhochschule Frankfurt unterschreiben Präsidenten oder Präsidiumsmitglieder.

 

Den Vorsitz im Vorstand der Gründungsinitiative übernimmt Klaus-Peter Güttler, Staatssekretär im hessischen Ministerium für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung. Als Geschäftsführer des HOLM wird Professor Dr. Stefan Walter vom Supply Chain Management Institute (SMI) an der European Business School benannt.

 

Der Verein hat die Aufgabe, Voraussetzungen für die Realisierung eines House of Logistics & Mobility im Frankfurter Stadtteil Gateway Gardens zu schaffen. Dazu sollen Arbeitskreise eingerichtet werden, die Perspektiven für gemeinsame Forschungs- und Bildungsprojekte zwischen Unternehmen und Hochschulen entwickeln sollen. Zudem sollen weitere Unterstützer für das „House of Logistics & Mobility“ gefunden werden – hier stehen vor allem Unternehmen, weitere Hochschulen und Verbände mit Bezug zu Fragestellungen aus den Bereichen Logistik, Mobilität und Verkehr und Blickpunkt. Mittelfristig soll so eine Einrichtung entstehen, die die Spitzenforschung der Hochschulen miteinander vernetzt, Unternehmen in Forschung und Ausbildung einbindet und die neue Angebote in Aus- und Weiterbildung mit den Partnereinrichtungen anbietet.

 

„Mit der Gründung des HOLM-Vereins schaffen wir die Voraussetzungen, um Hessen international als Forschungs- und Unternehmensstandort, an dem innovative Projekte und Produkte für eine nachhaltige Logistik und Mobilität der Zukunft entwickelt werden, zu profilieren“, sagt Minister Dr. Rhiel. „Unser Standort ist existentiell abhängig von einer hervorragenden Infrastruktur“, sagt Stadtrat Boris Rhein. „Mit dem HOLM können wir diese langfristig sichern, aber Mobilität darf nicht allein auf wirtschaftliche und technische Aspekte verengt werden, sondern muss alle Aspekte wachsender Mobilität berücksichtigen.“ Deswegen soll das HOLM Priorität auf integrierte Mobilitätskonzepte bestehend aus Verkehrsvermeidung, Verkehrsverlagerung und verträgliche Abwicklung legen.

 

Koalitionsvertrag von CDU und FDP macht HOLM zum Thema

30. Januar: CDU und FDP im Landtag unterschreiben den Koalitionsvertrag. Im Abschnitt „Innovation, Forschung und Technologie“ heißt es unter Punkt 7: „Mit der Gründung des House of Logistics and Mobility in den Gateway Gardens werden wir dazu beitragen, die Logistikbranche in Hessen zukunftsfähig zu positionieren und Fachkräftenachwuchs für die Branche auszubilden. Wesentliches Element ist die Verknüpfung mit den Standorten und Einrichtungen der Hochschulen und Bildungseinrichtungen in Hessen, auch derer in Nordhessen, sowie die Vernetzung von Industrie, Handel und Dienstleistung.“

 

 

Ministerpräsident Koch spricht
in seiner Regierungserklärung über das HOLM

 

18.Februar: In seiner Regierungserklärung nach der vorgezogenen Landtagswahl am 18. Januar sagt Ministerpräsident Roland Koch vor dem hessischen Landtag: „Wir wollen den Wissenschafts- und Wirtschaftsunternehmen, den forschungsintensiven, wie denjenigen, die sich keine eigene Forschung auf Grund ihrer Größe und des Aufwands der Forschung leisten können, Räume schaffen, in denen moderne Innovation mit staatlicher Hilfe möglich werden.

 

Nach dem Frankfurter Innovationszentrum für Biotechnologie, dem Gründerzentrum für Satellitennavigation in Darmstadt, dem Anwendungszentrum für Metallformgebung in Baunatal, dem House of Finance hier in Frankfurt, werden wir nun das House of Logistics und Mobility, zunächst am Standort Gateway Gardens, in Frankfurt realisieren und auch die nordhessische Mobilitätswirtschaft einbeziehen …

 

… Wir wollen damit im Bereich der Mobilitätswirtschaft, die mehr ist als die Verkehrsinfrastruktur, zu einem nationalen Knotenpunkt, auch des Wissenstransfers werden, nachdem wir es in der Verkehrsinfrastruktur längst geworden sind, meine Damen und Herren, und dafür gibt es jetzt alle Chancen, und die wollen wir nutzen.“

 

Minister Posch und OB Roth eröffnen
Geschäftsstelle des HOLM in Gateway Gardens

29. April: Wirtschafts- und Verkehrsminister Dieter Posch eröffnet zusammen mit der Frankfurter Oberbürgermeisterin Petra Roth die Geschäftsstelle zur Vorbereitung des „House of Logistics & Mobility“. Die Büroräume befinden sich in einem ehemaligen Wohnhaus US-amerikanischer Soldatenfamilien im Frankfurter Stadtteil Gateway Gardens, in dem das HOLM errichtet werden soll. An der Eröffnungsveranstaltung, die im Casino der LSG Sky Chiefs ausgerichtet wird, nehmen Vertreter der Landes- und Kommunalpolitik und Repräsentanten zahlreicher Unternehmen teil, die ihr Interesse an diesem Zukunftsprojekt der Landesregierung bekunden und ihre Bereitschaft zur Mitwirkung erklären.

 

Vor den geladenen Gästen erklärt Minister Posch, dass das HOLM ein Beitrag des Landes zur Stärkung Hessens im Wettbewerb der Regionen sei. „Logistik und Mobilität sind wesentliche Standortfaktoren des Landes, nicht nur in der Infrastruktur, sondern auch bei den Unternehmen und in der Wissenschaft.“ Diese Potenziale gelte es nun zu bündeln. „Dabei sollen auch weitere Standorte von Unternehmen und Hochschulen mit eingebunden werden.“

 

Beispielhaft nennt der hessische Wirtschafts- und Verkehrsminister den Logistikstandort Nordhessen, der seinen Platz in der Struktur des HOLM finden müsse.

 

Die Frankfurter Oberbürgermeisterin Petra Roth hebt hervor, dass es für das HOLM keinen besseren Standort geben kann als Gateway Gardens. „Für den Standort spricht nicht nur seine zentrale Lage, sondern auch die Tatsache, dass hier die täglichen Herausforderungen der Logistik sicht- und greifbar werden und Lösungsansätze erkennbar machen.“ Von den im HOLM entwickelten Lösungen könnten nicht nur Frankfurt und Hessen profitieren.

 

Der Staatssekretär im Wirtschafts- und Verkehrsministerium, Klaus-Peter Güttler, zugleich Vorsitzender des HOLM-Vereins, skizziert die Entwicklung seit Gründung des Vereins zu Jahresbeginn und nennt als Ziel, umsetzungsreife Konzepte für alle Bereiche bis Jahresende vorzustellen. Zwar sei schon einiges in diesem Jahr erreicht worden, aber es seien noch nicht alle offenen Fragen beantwortet. „Ohne die Unterstützung der Unternehmen wären wir allerdings nicht in der Lage gewesen, heute die Vereinsgeschäftsstelle zu eröffnen“, sagt der Staatssekretär und verweist auf den starken Mitgliederzuwachs sowie die große finanzielle Unterstützung des Projekts aus der Wirtschaft durch Zuwendungen und Personalabordnung.

„Es ist uns in Krisenzeiten gelungen, mehrere hunderttausend Euro einzuwerben“, sagt Güttler und betont, dass dies zeige, dass Investitionen in Wissen in Krisenzeiten die beste Investition sind.

 

Minister Posch: Enorme Potenziale für neue Lösungen,
die das HOLM entwickeln soll

 

30. April: Im Interview der Frankfurter Allgemeinen Zeitung antwortet der hessische Wirtschafts- und Verkehrsminister Dieter Posch auf die Frage, ob die HOLM-Planer angesichts der Wirtschaftskrise umdenken müssten: „Natürlich steht das Krisenmanagement im Moment überall an erster Stelle. Dies hält uns jedoch nicht davon ab, Zukunftsfragen zur Gestaltung und Stärkung des Logistik- und Mobilitätsstandortes Hessen zu stellen und zu beantworten. Grundsätzlich zählen Logistik und Mobilität nach wie zu den Stärken der Region.

 

Auch die Situation auf dem Arbeitsmarkt für Logistiker hat sich durch die Krise nur leicht entspannt, so dass nach wie vor der Bedarf für hochqualifizierte Kräfte gegeben ist. Auch die grundsätzlichen Herausforderungen wie die Umweltverträglichkeit von Logistik und Mobilität oder der demographische Wandel mit den sich verändernden Mobilitätsmustern wurden durch die Krise nicht gelöst. Es gibt also enorme Potenziale für neue Produkte und Lösungen, die das HOLM entwickeln soll.“

 

 

HOLM und Logistik RheinMain auf der Transport Logistics in München

12. Mai: Das HOLM präsentiert sich als Partner von „Logistik RheinMain. Die Wissensinitiative“ zum ersten Mal auf der Transport Logistic in München. Die neue interdisziplinäre und branchenübergreifend arbeitende Plattform stellt multimedial auf dem hessischen Gemeinschaftsstand, Halle B 3, Stand 213/316 aus. Die Transport Logistic verzeichnet in diesem Jahr trotz weltweiter Wirtschaftskrise mehr als elf Prozent mehr Aussteller und zehn Prozent mehr Ausstellungsfläche.

 

In den acht Ausstellungshallen und dem Freigelände präsentieren sich auf 100.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche 1760 Aussteller aus 55 Ländern. Zum Abschluss der Messe gewinnt das HOLM einen weiteren Partner. Die Fraunhofer-Gesellschaft beteiligt sich am Projekt und erklärt, im neuen Haus 500 Quadratmeter Fläche für das Projektzentrum Flughafen des Fraunhofer Instituts für Materialfluss und Logistik zu mieten.

 

Der Leiter des Zentrums, Dr. Heinrich Frye, übergibt eine entsprechende Vereinbarung  dem Vorstandsvorsitzenden der Gründungsinitiative HOLM, dem hessischen Staatssekretär Klaus-Peter Güttler. Professor Dr. Ulrich Buller, Vorstand Forschungsplanung der Fraunhofer-Gesellschaft, sagt, die Fraunhofer-Gesellschaft sei vor dem Hintergrund, dass das HOLM zu einer führenden Plattform der Forschung und Bildung für Logistik und Mobilität ausgebaut werden soll, sehr daran interessiert, das Projektzentrum Flughafenlogistik als Teil des Segmentes Bildung & Forschung in das HOLM zu verlegen.

 

„Wir sind davon überzeugt, dass eine Präsenz der Fraunhofer-Gesellschaft im HOLM für beide Seiten in hohem Maße attraktiv ist, da neben einer Nutzung des Standortes für interdisziplinäre und anwendungsorientierte Forschung und entsprechende Projektarbeit auch übergreifend der Austausch kompetenter Partner, deren engere Zusammenarbeit und die Vernetzung gefördert wird“, sagt Buller.

 

Fraport-Vorstand Dr. Stefan Schulte:
Frankfurter Airport wird mit HOLM zum ersten Flughafen mit Uni-Campus

 

3. Juni: Der designierte Fraport-Vorstandsvorsitzende Dr. Stefan Schulte antwortet im Interview der Frankfurter Allgemeinen Zeitung auf die Frage, was sich hinter dem House of Logistics and Mobility verberge: „Es freut uns ungemein, dass wir mit dem ,House of Logistics & Mobility´ die einmalige Chance erhalten haben, der erste Flughafen mit einem Uni-Campus zu werden. Gerade hier, wo 70.000 Mitarbeiter in einer Arbeitsstätte Tag für Tag Hand in Hand zusammenarbeiten, kann man logistische Abläufe hervorragend studieren.

 

Was zum Beispiel alles organisiert werden muss, wenn einmal eine Maschine verspätet hereinkommt und das vorgesehene Gate nicht mehr frei ist. Vom HOLM versprechen wir uns einiges, denn wir wollen natürlich noch attraktiver werden – für die Studenten, für den Topnachwuchs, aber auch für die Wissenschaft, in der Weiterentwicklung von Verkehrskonzepten und in der effizienteren Gestaltung von Verkehrskonzepten.“

 

HOLM-Verein wählt Staatssekretär Saebisch zum Vorstandsvorsitzenden

 

8. Juli: Die Mitgliederversammlung des Vereins zur Realisierung des House of Logistics and Mobility wählt Steffen Saebisch, Staatssekretär im hessischen Ministerium für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung, zum neuen Vorstandsvorsitzenden. Dem neuen Vorstand gehören darüber hinaus Frankfurts Oberbürgermeisterin Petra Roth und der Staatssekretär im Finanzministerium, Dr. Thomas Schäfer, an.

 

„Wir sind mit dem HOLM auf einem guten Weg – wenn wir die Euphorie und Begeisterung für das HOLM weiter nutzen, kann es uns gelingen, das Projekt wie vorgesehen zu konkretisieren“, sagt Saebisch. Anlass für die Umbesetzung im Amt des Vorsitzenden ist der Wechsel von Klaus-Peter Güttler, dem ehemaligen Vorstandsvorsitzenden des Vereins, vom Amt des Staatssekretärs im hessischen Wirtschaftsministerium in die Geschäftsführung des Rhein-Main Verkehrsverbundes (RMV).

Güttler hat den HOLM-Verein seit Gründung zu Jahresbeginn geleitet und wesentliche Schritte zur Realisierung des HOLM eingeleitet. Der neue Vorsitzende dankt Klaus-Peter Güttler für seine hervorragenden Verdienste um die Planung des HOLM.

 

Staatssekretär Storm aus dem Bundesverkehrsministerium
informiert sich im House of Logistics & Mobility

 

12. August: Der Parlamentarische Staatssekretär Andreas Storm aus dem Bundesministerium für Bildung und Forschung besucht die Geschäftsstelle der Gründungsinitiative Frankfurt HOLM. Storm informiert sich über den aktuellen Stand der Entwicklung des HOLM und die dynamische Entwicklung der Cluster-Initiativen „Logistik Rhein-Main“ und „kcm – Kompetenz Centrum Mobilität“. Er diskutiert mit Vertretern des im HOLM federführenden hessischen Ministeriums für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung (HMWVL) und den in Gateway Gardens aktiven Institutionen, u.a. RMV, ivm, Wirtschaftsförderung Frankfurt, FH Frankfurt, TU Darmstadt, EBS Wiesbaden sowie Fraunhofer IML.

 

„Logistik und Mobilität sind ganz zentrale Zukunftsthemen für die deutsche Wirtschaft, die derzeit nach Wegen aus der Krise sucht“, sagt Staatssekretär Storm. Neben dem idealen Standort am Flughafen Rhein-Main bewertet Storm das gewählte Konzept eines informellen Wissens- und Kompetenznetzwerkes mit Partnern aus Wissenschaft, Wirtschaft und Verwaltung sehr positiv und zukunftsweisend. Er lobt den ganzheitlichen Ansatz, der neben der spezifischen universitären Ausbildung und den Forschungsaktivitäten auch die Belange der beruflichen Qualifizierung und Weiterbildung beinhalten. „Mit den zukunftsweisenden Ergebnissen, die im HOLM erarbeitet werden, lassen sich neue Exportschlager mit dem Markenzeichen ,Logistik & Mobilität made in Hessen´ entwickeln und neue Arbeitsplätze schaffen.“

 

Der Staatssekretär weist darauf hin, dass die Bundesregierung in der jetzt ablaufenden Legislaturperiode die Fördermittel für Forschung und Entwicklung um mehr als sieben Milliarden Euro ausgeweitet hat. Neue und intelligente Förderinstrumente zu innovativen Formen der Clusterentwicklung hätten darüber hinaus auch inhaltlich neue Schwerpunkte gesetzt, effektive Netzwerke gebildet und ungeheure Synergien freigesetzt.

 

Cubic Transportation Systems zieht in das HOLM

31. August:  Die Cubic Transportation Systems (Deutschland) GmbH, die deutsche Niederlassung des weltweit führenden Anbieters für elektronische Fahrgeldmanagementsysteme, bezieht am 1. September Büroräume am Standort des HOLM in Gateway Gardens direkt am Frankfurter Flughafen. „Wir haben uns bewusst für den Standort Gateway Gardens entschieden; zentral in der Mitte Europas und Deutschlands gelegen.

 

Hessen als innovativer Logistik- und Mobilitätsstandort bietet darüber hinaus ideale Rahmenbedingungen für die Entwicklung innovativer Mobilitäts-Technologien, wie dem Electronic Ticketing für die Märkte in Deutschland und Europa“, sagt der Deutschland Chef der Cubic Transportation Systems, Marcus Platts. „Das zukunftsweisende und integrierte Konzept des HOLM hat uns überzeugt. Wir werden den Aufbau dieses einzigartigen Ansatzes aktiv unterstützen. Wir sehen darin eine deutliche Win-Win-Situation, die allen Partnern in einem spannenden Marktumfeld in Hessen und darüber hinaus neue Impulse gibt, Innovation ermöglicht, Know-how bereitstellt, Produktivität steigert und wirtschaftlichen Erfolg sichert.“

 

Cubic Transportation Systems, Mitglied der Gründungsinitiative HOLM, entwickelt, implementiert und betreibt weltweit Electronic Ticketing-Systeme für den Öffentlichen Personennahverkehr. In mehr als 400 Projekten in zahlreichen Großstädten und Metropolregionen werden Systeme von Cubic betrieben, unter anderem in New York, Washington, San Francisco und London.

 

Der Geschäftsführer des HOLM, Professor Dr. Stefan Walter, zeigt sich erfreut über das Engagement von Cubic. „Mit der Cubic Transportation Systems haben wir einen kompetenten Partner gewonnen, der für exzellentes Technologie- und Umsetzungs-Know-how steht.“ In das „House of Logistics & Mobility“ wird Cubic seine Technologie- und Managementkompetenz im Electronic Ticketing einbringen und damit das Mobilitäts-Cluster im HOLM deutlich aufwerten.

 

HOLM präsentiert sich auf der
63. Internationalen Automobilausstellung in Frankfurt

 

22. September: Das House of Logistics and Mobility und das Automobilwissenschaftliche Zentrum (AWZ) präsentieren sich unter dem Titel  “(Auto)mobilität und Logistik in der Metropolregion von morgen“ auf der 63. Internationalen Automobilausstellung in Frankfurt. Prominente Vertreter aus Politik und Wirtschaft diskutieren im Frankfurter CongressCentrum der Messe in zwei Gesprächsrunden über die Positionierung der Metropolregion FrankfurtRheinMain als Logistik- und Mobilitätscluster im regionalen Wettbewerb.

 

An der ersten Diskussionsrunde unter dem Titel „Logistik- und Mobilitätscluster Rhein-Main – eine fortlaufende Erfolgsgeschichte?“ debattieren der Staatssekretär im hessischen Ministerium für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung, Steffen Saebisch, Alexander Schweitzer, Staatssekretär im rheinland-pfälzischen Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau, Frankfurts Oberbürgermeisterin Petra Roth und Klaus Herzog, Oberbürgermeister der Stadt Aschaffenburg. Professor Dr. Stefan Walter, Geschäftsführer der Gründungsinitiative Frankfurt HOLM, leitet die Debatte mit einem Impulsvortrag ein.

 

In der zweiten Podiumsdiskussion unter dem Titel „Herausforderungen, Handlungsbedarf

und Rolle der Hochschulforschung für die Zukunft der Automobilindustrie“ debattieren Professor Dr. Raymond Freymann, Geschäftsführer der BMW Forschung und Technik GmbH, Dr. Peter Felix Tropschuh, Direktor der AutoUni der Volkswagen AG und Herrmann Wimmer, Präsident der EMEA Teradata.

 

Die Veranstaltung wird vom VDA und der Gründungsinitiative Frankfurt HOLM in Kooperation mit dem Automobilwissenschaftlichen Zentrum der European Business School, dem Planungsverband Ballungsraum Frankfurt/Rhein-Main, der Bezirksvereinigung Rhein-Main, der Deutschen Verkehrswissenschaftlichen Gesellschaft, dem Bundesland Hessen und der Stadt Frankfurt organisiert.

 

Parlamentarischer Abend des HOLM in der Landesvertretung in Berlin

22. Oktober: Parlamentarischer Abend in der hessischen Landesvertretung in Berlin. Einen Tag später unterzeichnen der Vorsitzende des Vorstands des HOLM, Staatssekretär Steffen Saebisch, und Professor Dr. Michael ten Hompel als Vorstandsmitglied der Bundesvereinigung Logistik (BVL) auf dem Deutschen Logistikkongress in Berlin einen Kooperationsvertrag in der Logistik Rhein-Main-Lounge. „Für die Richtigkeit der Unterschriften“ bürgt BVL-Gründungsvorstand Hanspeter Stabenau vor rund 100 Gästen.

 

„Der Zusammenschluss einer schlagkräftigen Institution mit hessischem Nukleus mit einer bundesweiten Einrichtung wie der BVL ist für den Logistikstandort Deutschland ein wichtiger Schritt in die Zukunft“, sagt der HOLM-Vorsitzende Steffen Saebisch bei der Unterzeichnung. Vereinbart wird eine engere Zusammenarbeit der beiden Vereine und eine wechselseitige Vereinsmitgliedschaft.

 

Mit Abschluss der IAA in Frankfurt und des Logistik-Kongresses in Berlin hat die HOLM-Geschäftsführung mit rund 50 CEOs Gespräche geführt.

 

 

Grontmij eröffnet Büro im HOLM

 

26. November: Die deutsche Grontmij Gruppe eröffnet im House of Logistics & Mobility (HOLM) ein Büro. Birgit Siwek, die im Bereich Marketing und Kommunikation der Grontmij A&T GmbH arbeitet, bildet die neue Schnittstelle zwischen den HOLM Projekten und Grontmij Kompetenzen.  Am Standort in Frankfurt werden künftig Infrastruktur, IT, Unternehmen, Güter- und Personenströme konzeptionell vernetzt.

 

„Ich freue mich sehr, dass Grontmij nun vor Ort präsent ist und seine wichtige Rolle als Förderpartner der ersten Stunde noch aktiver wahrnehmen kann. Es bieten sich für Grontmij als eine der größten Planungs- und Ingenieurgesellschaften in Deutschland zahlreiche Anknüpfungspunkte zur innovativen Arbeit des HOLM”, sagt Bernhard Schierenbeck, Geschäftsführer der Grontmij A&T GmbH.

 

Staatssekretär Saebisch kündigt in der FAZ Gründung der GmbH an

 

31. Dezember: Die Frankfurter Allgemeine Zeitung meldet, dass der Beginn der Logistik- und Mobilitätsforschung am Frankfurter Flughafen im House of Logistics and Mobility (Holm) näher rücke.  Die FAZ zitiert den Staatssekretär im hessischen Ministerium für Wirtschaft, Verkehr und Landwirtschaft, Steffen Saebisch, mit den Worten,  dass innerhalb der nächsten Wochen eine GmbH gegründet werde, die zum Ziel habe, im nächsten Jahr eine europaweite Ausschreibung für das Gebäude des Holm zu ermöglichen, das im Gateway Gardens Areal am Flughafen entstehen soll.

 

„Als ich vor einem Dreivierteljahr als Vorstandsvorsitzender im Holm begonnen habe, waren noch keine Mittel im Landeshaushalt bereitgestellt, und es gab auch noch kein klares ausschreibbares Konzept“, sagt Saebisch der FAZ. Das habe sich inzwischen geändert, das Konzept sei in Zusammenarbeit mit dem hessischen Finanzministerium entwickelt worden.

 

Die FAZ schreibt weiter: „2012 soll das geplante Gebäude am Flughafen bezugsfertig sein. 300 Wissenschaftler werden dort einmal forschen und Fachkräfte für die Logistik- und Mobilitätsbranche ausbilden. Etwa 500 neue Arbeitsplätze sollen im Holm entstehen. Insgesamt sind alleine in der Rhein-Main-Region 245 000 Männer und Frauen in der Logistik- und Mobilitätswirtschaft tätig.“

 

 

2010

Koch nennt HOLM als Beispiel für länderübergreifende Kooperation mit Bayern

 

3. Februar: Die Kabinette Bayerns und Hessens unter Leitung der Ministerpräsidenten Horst Seehofer und Roland Koch kommen in Aschaffenburg zu einer gemeinsamen Sitzung zusammen. Die Minister sprechen auch über die Metropolregion FrankfurtRheinMain, zu der Aschaffenburg gehört. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung zitiert Koch mit den Worten, dass die Verbundenheit über die Ländergrenzen hinweg offensichtlich sei. Politik, Wirtschaft, Verwaltung und Wissenschaft engagierten sich in der Metropolregion in zahlreichen Initiativen.

 

„Als Beispiel wurde das House of Logistics & Mobility am Frankfurter Flughafen genannt“, schreibt die FAZ. „Über das Logistik-Netz Bayerischer Untermain sollen mehr als 50 Unternehmen und Institutionen aus  Bayern eingebunden werden.“

 

Land und Stadt stellen Geld für HOLM GmbH bereit

 

8. Februar: Das Land Hessen und die Stadt Frankfurt stellen Geld für die zu gründende HOLM GmbH bereit. Das gibt der hessische Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung, Steffen Saebisch, in Frankfurt bei der Mitgliederversammlung der HOLM  Gründungsinitiative bekannt. Dritter Gesellschafter der mit 200.000 Euro Grundkapital ausgestatteten Gesellschaft wird neben Land Hessen und Stadt Frankfurt die Gründungsinitiative mit einer symbolischen Beteiligung von einem Prozent.

 

Einzige Aufgabe der HOLM GmbH, die in den nächsten vier bis sechs Wochen Gestalt annehmen soll, ist für das laufende Jahr die europaweite Ausschreibung eines 30-Jahre-Mietvertrages für das HOLM-Gebäude auf einem Grundstück, das die Stadt Frankfurt in Gateway Gardens direkt am Flughafen einbringen wird. Die Gründungsinitiative verfügt derzeit über 83 körperschaftliche und weitere 27 persönliche Mitglieder.

 

HOLM-Verein hat 128 Mitglieder

 

30. März: Die Zahl der Mitglieder im HOLM Verein wächst ständig. Im Januar 2009, kurz nach der Gründung des Vereins, sind neun Mitglieder registriert, im Juli sind es 35, im Dezember 2009 ist ihre Zahl auf 80 gewachsen. Im Frühjahr 2010 sind 128 Mitglieder eintragen. Inzwischen ist das HOLM mit mehr als 20 Verbänden, Vereinen vernetzt.

 

Unternehmen gründen ITS mit Sitz im HOLM

 

23. April:  21 hessische Unternehmen und Einrichtungen gründen im Verlauf des internationalen Kongresses „Strategien in Bewegung“ in Frankfurt den ITS Hessen e.V. als neues Netzwerk für intelligente Transport-Systeme. Der Sitz des Vereins ist das House of Logistics & Mobility.  Das neue Cluster will die hessische Wirtschaft bei der Umsetzung innovativer Verkehrstechnik mit Hilfe moderner Informations- und Kommunikationstechnik für eine sichere und nachhaltige Mobilität unterstützen und Kompetenzen bündeln.

 

Vertreten sind alle Bereiche des Straßen-, Schienen- und Luftverkehrs „Mit der Initiative ,Staufreies Hessen 2015´ wurde der Grundstein gelegt, neue Technologien in Hessen zu entwickeln, zu erproben sowie zu exportieren und damit den Wirtschaftsstandort zu stärken. Um diesem Anspruch in Zukunft noch besser gerecht zu werden, schaffen wir in Hessen nun die organisatorischen Voraussetzungen, indem wir die Gründung des Unternehmensclusters ITS Hessen unterstützen. Das Netzwerk steht Unternehmen und Einrichtungen aller Verkehrsträger offen“, sagt der hessische Minister für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung, Dieter Posch.

 

Die Mitglieder wählen Michael Vester (Telenet AG Rhein-Main) zum Vorsitzenden des Vorstandes. „Wir wollen dafür sorgen, dass moderne Informationstechnologie der web 2.0-Generation an Europas führendem Verkehrsdrehkreuz Hessen noch schneller zum Einsatz kommt, um die Mobilität der Menschen mit Auto, Bus und Bahnen sowie beim Fliegen reibungslos, sicher und komfortabel zu gestalten. Und diese Lösungen möchten wir als hessische Wirtschaft auch in anderen Regionen an den Weltmärkten anbieten“, sagt Vester. Die Gründungsversammlung beschließt, in Berlin mit dem its-network germany und in Brüssel mit dem Netzwerk its nationals bei ERTICO zu kooperieren, um die Kompetenzen und Interessen Hessens in Sachen moderner Verkehrstechnik beim Bund und auf europäischer Ebene einzubringen.

 

Der Technologiebeauftragte der hessischen Landesregierung für den Bereich „Mobilität und Verkehr“, Professor Dr. Manfred Boltze von der TU Darmstadt, hatte im Vorfeld der Gründung mit der HA Hessen Agentur GmbH das Profil von mehr als 300 innovativen Unternehmen und Einrichtungen Hessens in einem Kompetenzatlas Verkehrstechnik zusammengestellt. Boltze lädt  die Unternehmen ein, ihre Interessen durch Mitgliedschaft in das neue Cluster einzubringen.

 

EIRAC besucht das House of Logistics & Mobility

 

28. Juni:  Mitglieder des European Intermodal Research Advisory Council (EIRAC), maßgeblich für

die Erforschung und Gestaltung des intermodalen Verkehrs in Europa verantwortlich, besuchen die Gründungsinitiative im HOLM-Forum. Dr. Heiko von der Gracht (EBS Business School) und Peter Schmitz (Vorstand Operations der Fraport AG) begrüßen die Gäste. HOLM-Geschäftsführer Professor Dr. Stefan Walter stellt die Gründungsinitiative HOLM vor.

 

 

Land Hessen und Stadt Frankfurt bestellen Professor Dr. Walter
und Dr. Garbe zu HOLM-Geschäftsführern

 

9. August: Das Land Hessen und die Stadt Frankfurt am Main bestellen Professor Dr. Stefan Walter und Dr. Christian Garbe zum 3. November als Geschäftsführer der neu gegründeten House of Logistics & Mobility GmbH. Für die marktgerechte Umsetzung des House of Logistics & Mobility ist die HOLM GmbH in zwei Geschäftsbereiche gegliedert:

 

Inhalte (Prof. Dr. Stefan Walter) und Infrastruktur (Dr. Christian Garbe). Professor Dr. Walter ist weiterhin auch Geschäftsführer der Gründungsinitiative Frankfurt HOLM e.V., Christian Garbe ist zusätzlich zu seiner Tätigkeit als Geschäftsführer der FIZ GmbH von den Gesellschaftern der HOLM GmbH in die Geschäftsführung des HOLM bestellt.

 

Der Geschäftsbereich Inhalte widmet sich der Aufgabe, Mitglieder zu gewinnen, den  Bereich Forschung und Bildung inhaltlich zu vernetzen, den Aufbau von Kooperationen mit nationalen und internationalen Partnern zu befördern und Mieter für das neue Gebäude zu gewinnen. Der Geschäftsbereich Infrastruktur ist mit der baulichen Errichtung des HOLM-Gebäudes befasst.

 

HOLM auf der CSCMP-Konferenz in San Diego

 

6. September:  Das HOLM vereinbart auf der CSCMP-Jahreskonferenz in San Diego (USA) eine langfristige Kooperation mit dem Council of Supply Chain Management Professionals. An der Delegationsreise in die USA nehmen Professor Dr. Stefan Walter, Geschäftsführer des HOLM,  Dr. Markus Hunkel, Leiter Strategie Transport und Logistik, DB Mobility Logistics AG, Matthias Hartmann, Geschäftsführer der IBM Deutschland GmbH und Leiter der Beratungssparte IBM Global Business Services und Jan Heitmann, Managing Director Logistic Council Germany, teil.

 

 

 

Cluster-Forum im Plenarsaal der IHK Frankfurt

9. September: Logistik RheinMain veranstaltet im Plenarsaal der Industrie- und Handelskammer Frankfurt ein Cluster-Forum. Den Kern des Forums bildet eine Kooperationsbörse. Im Verlauf der Börse stellen sich Hochschulen und wissenschaftliche Institutionen der Metropolregion FrankfurtRheinMain mit ihren logistikbezogenen Kooperationsangeboten und Projekten den Teilnehmern, insbesondere Unternehmen, vor.

Die vertretenen  Institutionen informieren über Unterstützungs- und Fördermöglichkeiten. Mit der Veranstaltung bietet Logistik RheinMain in Kooperation mit der IHK Frankfurt eine Plattform für Information, Austausch und Kontaktanbahnung vor allem für die logistikbezogene Wirtschaft und Wissenschaft in der Region an. Partner des Forums sind die Gründungsinitiative Frankfurt HOLM und das Kompetenz Center Mobilität (kcm).

 

Frankfurt kauft Grundstück in Gateway Gardens
für das House of Logistics & Mobility

30. September: Die Stadtverordnetenversammlung der Stadt Frankfurt beschließt, im neuen Stadtteil Gateway Gardens ein 4.950 m² großes Grundstück zu erwerben. Die Fläche ist für das House of Logistics & Mobility vorgesehen, das am zentralen Park in Gateway Gardens ein Gebäude mit 19.800 m² Geschossfläche erhalten soll. Das Grundstück wird von der Stadt Frankfurt am Main in Erbbaurecht an die House of Logistics & Mobility GmbH vergeben.

 

Das Parlament beschließt außerdem, dass sich die Stadt an der Gründung der HOLM GmbH beteiligt. Das Stammkapital der Gesellschaft beträgt 200.000 Euro. Das Land Hessen zahlt 173.000 Euro Stammkapitaleinlage, die Stadt Frankfurt 25.000 Euro und die Gründungsinitiative HOLM 2000 Euro. Unter Punkt 3 der Magistratsvorlage vom 20. August heißt es: „Es dient weiterhin zur Kenntnis, dass die Stadt Frankfurt am Main der HOLM GmbH für die Jahre 2010 bis 2014 jährlich eine Zuwendung in Höhe von 200.000 Euro gewährt.“

 

„Die Beschlüsse der Stadtverordneten sind ein Meilenstein auf dem Weg zu einem einmaligen Projekt. Mit dem HOLM wird die Metropolregion Frankfurt Rhein-Main zu einem der Hubs für die Forschung rund um die Zukunftsbranchen Mobilität und Logistik“, sagt Professor Dr. Stefan Walter, Geschäftsführer der HOLM GmbH.

 

Frankfurts Oberbürgermeisterin Petra Roth sagt: „Mit dem HOLM entsteht eine weitere Einrichtung in Frankfurt am Main, die über die Grenzen der Stadt und Region hinaus von Bedeutung ist und einen eindeutigen Beleg für die Standortattraktivität von Frankfurt Rhein-Main darstellt. Gateway Gardens ist dank seiner hervorragenden Verkehrsanbindung der ideale Standort für das HOLM.“

 

Der Frankfurter Wirtschaftsdezernent Markus Frank wertet den Beschluss der Stadtverordneten-versammlung als wegweisend für die Logistikbranche: „Unsere heimliche Vorzeigedisziplin gewinnt mit dem HOLM eine neue arbeitsmarkt- und gesellschaftspolitische Dimension.“ Auch die hessische Landesregierung unterstützt das HOLM seit Beginn, das hessische Ministerium für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung ist Förderpartner der Institution. „Für Hessens Wettbewerbs-fähigkeit ist es von großer Bedeutung, innovative und zukunftsorientierte Einrichtungen zu fördern, die als Scharnier zwischen Wissenschaft und Wirtschaft funktionieren. Das HOLM ist hierfür ein hervorragendes Beispiel“, sagt Steffen Saebisch, Staatssekretär im hessischen Ministerium für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung.

 

Der nächste Schritt sieht die Ausschreibung und den Bau für das HOLM Gebäude vor, das in 2012 fertig gestellt sein soll. „Die Ansiedlung des HOLM ergänzt den vielfältigen  Nutzungsmix von Gateway Gardens hervorragend und ist bester Beleg für die Attraktivität des Standortes in unmittelbarer Nachbarschaft zum Flughafen Frankfurt“, sagt Dr. Peter Neumann, Geschäftsführer der Gateway Gardens Projektentwicklungsgesellschaft. „Die Nutzer in Gateway Gardens profitieren unmittelbar von der Nähe zu der Forschungs- und Bildungseinrichtung sowie der Vernetzung von Wissenschaft und Wirtschaft.“

 

HOLM und ZEIT veranstalten erste Konferenz Logistik und Mobilität

 

9. Oktober: Das House of Logistik & Mobility veranstaltet in Kooperation mit der ZEIT die erste Konferenz „Logistik und Mobilität – Zukunft auf den Weg bringen“ im Portalhaus der Halle 11 der Frankfurter Messe. „Logistik verbinden die meisten Menschen zuallererst mit dem Transport von Waren, denken Sie an den Lkw vor Ihnen, auf dessen Heck zu lesen ist: ,Bis man Leberwurst per E-Mail verschicken kann, müssen wir uns die Straße noch teilen´“, schreibt ZEIT-Herausgeber Josef Joffe zur Konferenz. Logistik und Mobilität seien Kernfaktoren der vernetzten Wirtschaft, aber Logistik sei mehr als Warentransport.

 

„Es geht um Wissen, Koordination, Just-in-Time-Produktion und um die dauernde Innovation im Dienste der Wettbewerbsfähigkeit. Nur gut funktionierende Vernetzung findet und bindet Talente.“ Die Konferenzteilnehmer diskutieren über „Logistik und Mobilität als Rückgrat der deutschen Wirtschaft“, über „Integrierte, nachhaltige und sichere Logistik- und Mobilitätskonzepte“, über „Smarter Cities“ und „Logistik-Konzepte“.

 

An den Diskussionen nehmen unter anderem der Vorsitzende der Geschäftsführung von IBM Deutschland, Martin Jetter, teil, Dr. Karl-Friedrich Rausch, Mitglied des Vorstands von DB Mobility Logistics, das Metro-Vorstandsmitglied Frans Muller und die Vorstandsmitglieder von Bahn und Lufthansa Cargo, Dr. Rüdiger Grube und Peter Gerber.

 

Das Land Hessen vertreten der Minister für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung, Dieter Posch, und Staatssekretär Steffen Saebisch. Vertreten sind außerdem das Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik durch Institutsleiter Professor Dr. Michael ten Hompel, das Logistics Institute Asia Pacific durch Professor Dr. Robert de Souza und die Harvard Business School durch Professor Dr. Christian Ketels. Oberbürgermeisterin Petra Roth repräsentiert die Stadt Frankfurt.

 

HOLM und Logistik Rhein-Main beim Deutschen Logistik-Kongress in Berlin

 

20. Oktober:  Das House of Logistics & Mobility und die Clusterinitiative Logistik Rhein-Main sind mit mehr als 20 Partnern zum dritten Mal mit einer Lounge auf dem Deutschen Logistik-Kongress in Berlin vertreten. Im Hotel Intercontinental bieten fünf Städte, drei Länder und fünf Hochschulen und ihre Partner aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik den Besuchern neben den besten Weinen aus der Region auch Einblicke in die Qualitäten des Top-Logistik-Clusters RheinMain. Aussteller und Partner zeigen unter anderem ein Modell des neuen Frankfurter Stadtteils Gateway Gardens, in dem in den nächsten Jahren das House of Logistics and Mobility entstehen wird. „Beste Lagen für höchste Ansprüche, in alter Tradition gepflegt und mit feinstem Know-how ausgebaut  –  das gilt nicht nur für die Weine aus dem Rhein-Main-Gebiet, sondern ebenso für die Logistik“, lautet das Motto der Veranstalter.

 

Der hessische  Minister für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung,  Dieter Posch, unterstreicht in seinem Grußwort die Qualität des Logistikclusters und die Bedeutung des gemeinsamen Engage-ments über hessische Landesgrenzen hinaus: „Nicht nur Hessen, sondern die gesamte länderüber-greifende Rhein-Main-Region ist ein hervorragender Standort für Logistik und Logistikkompetenz. Um diese Stärke zu festigen und das bestehende Logistik-Cluster weiter zu entwickeln, wurde im Jahr 2007 die Initiative Logistik RheinMain gegründet. Dieses Engagement begrüßen wir nachdrücklich.“

 

HOLM GmbH nimmt Arbeit auf

3. November: Die House of Logistics & Mobility GmbH nimmt ihre Geschäftstätigkeit auf.

 

 

2011

 

Innovation Circles kommen im HOLM zusammen

 

14. Februar: Die ersten Innovation Circles kommen im HOLM zusammen. Experten aus der Logistik- und Mobilitätsbranche beschäftigen sich mit den Themen Integration, Nachhaltigkeit, Sicherheit und Bevölkerungsentwicklung. Beim Thema Integration sprechen die Teilnehmer über die Optimierung der Interoperabilität multimodaler Mobilitäts- und Transportketten und über neue (Elektro)-Mobilitätskonzepte für die Anbindung des ländlichen Raums an die Ballungsgebiete.

 

Dabei geht es um die Beeinflussung von Verhaltensmustern durch Anreizsysteme und Verkehrssteuerung Engpassbeseitigung in (makro)logistischen Knotenpunkten, um transeuropäische Netze  und das  Zusammenspiel europäischer Gateways und Hubs und deren Hinterlandverkehre. Die Teilnehmer beschäftigen sich mit Fragen der Gestaltung von Wertschöpfungsketten, deren verkehrlicher Auswirkungen und mit  Lieferantenanbindung und Supply Chain Management. Beim Thema Nachhaltigkeit stehen Verkehrsvermeidung, emissionsarme Verkehre und Verkehrsakzeptanz im Mittelpunkt des Innovation Circles.

 

Im Einzelnen behandeln die Experten etwa Fragen der nachhaltigen, integrierten Stadt- und Infrastrukturplanung, der nutzerfinanzierten Anreizsysteme und  Finanzierungsmodelle. Darüber hinaus geht es um die Minimierung des Ressourcenverbrauchs und die Nutzung zuverlässiger erneuerbarer Energiequellen zu wettbewerbsfähigen Kosten, um die Optimierung der Energieeffizienz in Transport und Verkehr, die  Minimierung der externen Effekte von Verkehr, die Reduzierung von Transportstrecken durch Bündelung, Vermeidung und optimierte Routenplanung und um die optimierte Kapazitätsauslastung durch gemeinsame Kapazitätsnutzung und intelligente.

 

Beim Thema Sicherheit denken die Teilnehmer über die Verknüpfung von Sicherheitssystemen ver-schiedener Verkehrsträger nach, über optimierte Verarbeitung von sicherheitsbezogenen Daten entlang von Transportketten und die  Entwicklung neuer Sicherheitstechnologien unter Berück-sichtigung der Akzeptanz der Bevölkerung.

 

Bundesverkehrsminister Ramsauer zeigt Interesse am HOLM

 

22. Februar: Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer ist beim Wirtschaftsgespräch von Frankfurter Allgemeinen Zeitung und dem Frankfurter Hotel Intercontinental zu Gast.

 

Auf das HOLM angesprochen, sagt Ramsauer: „Ich nehme mir das mal vor.“ Der Bundesminister weist in seiner Rede laut FAZ daraufhin, dass eine freie Gesellschaft Mobilität brauche. Der Verkehr werde in den nächsten Jahren noch wachsen. Mit dem Blick auf die Entwicklung in China und  die Proteste gegen das Projekt Stuttgart 21 sagt Ramsauer nach Angaben der FAZ: „Wir brauchen ein breites Bewusstsein dafür, wie wertvoll Verkehrsinfrastruktur für Wachstum und Wohlstand sind.“

 

Vergabeverfahren für den Neubau des House of Logistics & Mobility

 

14. März: Für den Bau des neuen House of Logistics & Mobility (HOLM) am Frankfurter Flughafen beginnt das Vergabeverfahren. Das Vorhaben wird im EU-Amtsblatt veröffentlicht. Bieterkonsortien aus Investoren, Bauunternehmen und Architekten mit den zugehörigen Fachplanern und Dienstleistern haben bis zum 15. April Zeit, sich zu bewerben. „Nach der Auswertung werden fünf bis acht Bewerber ausgewählt und um eine Angebotsabgabe gebeten“, sagt der Staatssekretär im hessischen Ministerium  für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung,  Steffen Saebisch.

 

Das HOLM soll bis zu 19.800 m² Quadratmeter Fläche haben und bis Ende 2013 fertig gestellt sein. Es soll Unternehmen und Hochschulen als Standort für vernetzte Forschungsvorhaben dienen. „Durch seine direkte Lage und Anbindung an den Frankfurter Flughafen entstehen für die künftigen Nutzer der Immobilie optimale Bedingungen zur Vernetzung und für Kooperationen“, sagt Staatssekretär  Saebisch.

 

„Logistik betrifft alle Aspekte von Wirtschaft und Gesellschaft: von der notwendigen Infrastruktur und Technologie über Transport, Umschlag und Lagerung“, sagt Frankfurts Oberbürgermeisterin Petra Roth. „Deshalb ist es mir besonders wichtig, dass mit der Ausschreibung für das House of Logistics & Mobility die konkrete, bauliche Umsetzung begonnen hat, um die Metropole Frankfurt als wichtigen Logistikstandort weiterzuentwickeln.“

 

Die HOLM GmbH ist Auftraggeber des Bauvorhabens. Neben dem von Professor Dr. Stefan Walter verantworteten Geschäftsbereich HOLM-Inhalte ist zusätzlich der Geschäftsbereich HOLM-Infrastruktur eingerichtet, der von Mitgeschäftsführer Dr. Christian Garbe geleitet wird. Die Aufgaben von HOLM-Infrastruktur umfassen die Durchführung des Vergabeverfahrens und die bauliche Fertigstellung bis hin zur schlüsselfertigen Übergabe und Inbetriebnahme des HOLM-Gebäudes.

 

Dr. Christian Garbe bringt als Geschäftsführer der FIZ Frankfurter Innovationszentrum Biotechnologie GmbH und Co-Geschäftsführer der HOLM GmbH seine Erfahrung ein, um Spezialimmobilien mit infrastruktureller Bedeutung zu entwickeln. „Das HOLM entspricht in der Grundidee dem FIZ Frankfurter Innovationszentrum Biotechnologie, nämlich die Errichtung einer Infrastruktur für Innovationen und Vernetzung“, sagt Dr. Garbe. „Weil auch in der Life Sciences-Branche Logistikaspekte immer wichtiger werden, sind das HOLM und das FIZ zwei Kernelemente einer Innovationsinfrastruktur, die branchenübergreifende Kooperationen fördert.“

 

Grünen-Stadtverordneter Paulsen sieht
HOLM als Schritt in die richtige Richtung

 

19. März: Die Frankfurter Allgemeine Zeitung fragt den Frankfurter Grünen-Stadtverordneten Uwe Paulsen, warum die  Partei ein Forschungs- und Anwendungsnetzwerk für Nachhaltigkeit Rhein-Main aufbauen will.

 

„Wir wollen einen wirtschaftlich starken Ballungsraum bei hoher Lebensqualität. Deshalb geht es nicht nur um Wachstum und Arbeitsplätze, sondern auch um Schutz und Entwicklung von Grünflächen, Reduzierung der Belastungen durch Verkehr, energieeffizientes Bauen, umweltverträgliche Energiepolitik. Forschung, Wirtschaft und Politik können gemeinsam Konzepte dafür entwickeln. Mit dem House of Logistics and Mobility ist ein erster Schritt in diese Richtung getan.“

 

Saebisch: Das Projekt HOLM  bekommt langsam ein Gesicht

 

13. April:  Die Frankfurter Allgemeine Zeitung berichtet über die Entwicklung des „Logistik-Forschungszentrums Holm“ am Frankfurter Flughafen. „Noch bis morgen suchen die Initiatoren, zu denen das Land Hessen sowie die Städte Frankfurt und Wiesbaden gehören, nach Geldgebern für den Bau. Auf 20 000 Quadratmetern Geschossfläche sollen dort Ingenieure, Wirtschaftswissenschaftler und IT-Spezialisten an neuen Ideen für die Transport- und Lagerbranche tüfteln.“

 

Die FAZ kündigt an, dass das HOLM einen Tag später ein modernes Ausstellungs- und Veranstaltungsort eröffnen wird. Im Übergang zwischen dem Terminal 1 des Flughafens und dem Fernbahnhof sei ein Forum geplant, das die Zukunftsthemen Mobilität und Logistik greifbar mache, sagte Stefan Walter, Geschäftsführer des Holm. Ziel sei es, dort eine Plattform für den Dialog zwischen Fachleuten zu schaffen und nebenbei auch Bürger und Reisende anzusprechen.

 

„Das Forum soll ein Ort der Kommunikation sein, auch die Bürger können sich einbringen“, sagt Walter der Zeitung. „Auf 1350 Quadratmeter Gesamtfläche stellen sich den Plänen zufolge Partner-unternehmen und Forschungseinrichtungen vor, zudem sind Präsentationen und wechselnde Veran-staltungen geplant. Mit dem Forum als Schaufenster soll das House of Logistics and Mobility stärker als bislang in der Öffentlichkeit bekannt gemacht werden“, schreibt die FAZ.

 

Die Betreibergesellschaft des Holm bezieht den Planungen zufolge Ende 2013 ihr Hauptquartier im Flughafenstadtteil Gateway Gardens. „Das gesamthessische Projekt bekommt langsam ein Gesicht“, zeigt sich der Staatssekretär im hessischen Ministerium für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung, Steffen Saebisch, erfreut.

 

Staatssekretär Saebisch eröffnet HOLM-Forum

 

14. April: Der Staatssekretär im hessischen Ministerium für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung, Steffen Saebisch, eröffnet zusammen mit Vertretern der Stadt Frankfurt, der Fraport AG und der Bundesvereinigung Logistik (BVL) im Übergang zwischen Terminal 1 des Flughafens Frankfurt und dem ICE-Bahnhof das HOLM-Forum. Mit dem Forum erhalten die Mitglieder des HOLM-Vereins und die Partnerunternehmen des HOLM die Möglichkeit, sich öffentlich zu präsentieren. Auch für Veranstaltungen kann die rund 1350 m² große Fläche, die von der HOLM GmbH vermietet wird, genutzt werden.

 

„Mit dem ,House of Logistics & Mobility‘ und dem HOLM-Forum schaffen wir eine Möglichkeit, die Stärke Hessens in Logistik und Mobilität schon heute zu zeigen“, sagt Staatssekretär Saebisch. „Unser Leben und unser Wirtschaften sind untrennbar mit Logistik und Mobilität verbunden.“ Frankfurts Wirtschaftsdezernent Markus Frank sagt: „Bereits heute sind Logistik und Mobilität wichtige Standortfaktoren des Wirtschaftsraumes Frankfurt-Rhein-Main. Im Hinblick auf den gesellschaftlichen Wandel und die Anforderungen an nachhaltiges Wirtschaften kommt es darauf an, ressourcenschonende Lösungen zu entwickeln, die unsere Wirtschaft dennoch mobil und zukunftsfähig halten.“

 

Für den Fraport-Vorstandsvorsitzenden Dr. Stefan Schulte „ist effiziente Logistik heute hochkomplex und ohne wissenschaftliche Unterfütterung undenkbar. Mit dem HOLM entsteht eine gemeinsame Arbeitsplattform für logistische Praktiker und die Wissenschaft. Der Flughafen Frankfurt wird zum ersten Airport der Welt mit angeschlossenem Campus.“

 

HOLM auf der Transport Logistics in München

 

10. Mai: Das HOLM nimmt an der Transport Logistics im München teil. 51.310 Experten aus 137 Ländern besuchen die Messe. Das HOLM ist erneut Partner des hessischen Gemeinschaftsstandes und gestaltet den Auftritt maßgeblich mit. Damit verbunden ist die  Präsenz des gesamten Netzwerkes und aller HOLM-Mitglieder. Die Fraport AG lädt für den 11. Mai zum hessischen Abend auf dem Gemeinschaftsstand ein.

 

Bei hessischen Spezialitäten und Musik aus Neu-Isenburg haben rund 300 Gäste den Messetag „in Hessen“ ausklingen lassen. „Die Stimmung in den Hallen war außerordentlich geschäftsfokussiert und positiv, ja richtiggehend gelöst. Die Branche ist voll im Aufschwung“, sagt Eugen Egetenmeir, Geschäftsführer der Messe München. Im Mittelpunkt der Diskussionsforen steht das Thema „Grüne Logistik“.

 

„Der Konsens in den Foren war, dass Ökologie und Ökonomie in Einklang zu bringen sind. Denn dort wo Umweltvorteile mit Preis- und Kostenvorteilen einhergehen, profitieren alle davon: das Klima, die Unternehmen und die Kunden“, resümiert Thomas Hailer, Geschäftsführer des Deutschen Verkehrsforums, das eine der „grünen“ Diskussionsrunden veranstaltet hat.

 

Mobilitätsbrunch der DVWG im HOLM-Forum

 

22. Juni: Die Deutsche Verkehrswissenschaftlichen Gesellschaft lädt zum Mobilitätsbrunch ins HOLM-Forum ein. Dr. Joachim Scheiner (TU Dortmund) referiert über die „Verkehrsentwicklung in Rhein-Main – ein Blick von außen“. Die Verkehrsnachfrage habe sich erheblich differenziert, lautet die Diagnose Scheiners. In seinem Ausblick geht der Referent davon aus, dass die regionale Verflech-tungen in der Metropolregion FrankfurtRheinMain zunehmen werden, was auch für die über-regionalen Verflechtungen gelte.

 

Beim Grad der Motorisierung pro Einwohner prognostiziert Scheiner eine Stagnation, während die Zahl der Nutzer des Öffentlichen Verkehrs sowohl auf regionaler wie auf nationaler Ebene zunehmen werde. Wachsen wird nach Einschätzung des Referenten auch der Anteil der Wege, die mit dem Rad zurückgelegt werden – auf Kosten Wege zu Fuß. Für den Flugverkehr erwartet Scheiner langfristig eine Abnahme, der Straßengüterverkehr werde hingegen weiter wachsen.

 

August-Euler-Preis wird im HOLM-Forum an Thomas Hoffmeister vergeben

 

28. Juni:  Der Arbeitskreis Luftverkehr der Technischen Universität Darmstadt verleiht den mit 2000 Euro dotierten August Euler-Luftfahrtpreis im HOLM-Forum an Thomas Hoffmeister.  Der Preisträger hat sich in seiner Bachelorarbeit mit dem Thema „Entwicklung und Erprobung eines Automatic Drain Tools” beschäftigt. Ziel der prämierten Arbeit ist es, die Bodenzeiten zu reduzieren, den Prozess des Water Drains effizient zu gestalten und ein automatisches Gerät  für das Water Drain zu entwickeln und zu erproben.

 

Die Arbeit ist in Zusammenarbeit mit der Lufthansa Technik am Institut für Produktionsmanagement, Technologie und Werkzeugmaschinen von Professor Eberhard Abele an der TU Darmstadt entstanden. Abele hält an diesem Tag die Laudatio auf den Preisträger.

 

Der Euler-Preis wird jährlich an herausragende Studien- oder Diplomarbeiten bzw. Bachelor- oder Masterarbeiten aus den Themengebieten Luftverkehr und Luftfahrt vergeben.  Professor Dr. Dr. h.c. Hans-Christian Pfohl, Sprecher des Arbeitskreises Luftverkehr (AKL), eröffnet das Festkolloquium. Pfohl hebt die besondere Beziehung Darmstadts und der TU zum Luftverkehr hervor. Er lobt in seiner Rede das besondere Engagement der Professoren der TU Darmstadt und der Unternehmensvertreter von der DFS, Fraport und Lufthansa im Arbeitskreis Luftverkehr.

 

Auch der seit 2003 von den Fachbereichen Rechts- und Wirtschaftswissenschaften, Bauingenieur-wesen und Maschinenbau an der TU Darmstadt angebotene interdisziplinäre Masterstudiengang Verkehrswesen (Traffic and Transport) ist durch die Zusammenarbeit im AKL entstanden.

 

Dr. Karl-Rudolf Rupprecht, Vorstand Operations der Lufthansa Cargo AG, stellt in seinem Vortrag Prozessinnovationen als Schlüssel zur Technologieführerschaft der Lufthansa Cargo AG vor. Dr. Roland Krieg, Chief Information Officer bei der Fraport AG, erläutert in seinem Vortrag  die Bedeutung der Forschung für die deutsche und europäische Luftfahrt und die damit verbundene Entwicklung des Luftraumes.

 

HOLM ist Mitveranstalter des FAZ-Mobilitätssymposiums

 

30. Juni:  Das House of Logistics & Mobility ist zusammen mit dem RMV, dem Deutschen Verkehrsforum, der Deutschen Verkehrswissenschaftlichen Gesellschaft und dem Management Circle Mitveranstalter des 3. Mobilitätssymposiums der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, das in der IHK in Frankfurt ausgerichtet wird.  Redner, Diskutanten und Teilnehmer widmen sich den Themen „Staufreies Deutschland 2050: Zwischen Utopie und realistischem Anspruch“,  „Mobility Clouds: IT- und Mobilitätsknotenpunkte der Zukunft“, der Frage, wie die „Last Mile“ in Zukunft gestaltet werden muss und der Frage, ob wir angesichts von Mobilitätsketten und -flatrates überhaupt noch Individualverkehr brauchen? Auf der Agenda stehen außerdem die Themen „Green Mobility – Gewissensfrage vs. Dogma: Die teure Norm? Oder: Wer fährt zahlt?“ und „Social Media – wie man die Mobilitätsbranche revolutionieren kann“.

 

„Ziel des Mobilitäts-Symposiums ist es, Probleme zu benennen, über mögliche Lösungen zu diskutieren, Entscheidungen vorbereiten zu helfen und somit zu nachhaltigem Handeln anzuregen.

Für den Güter- und Logistik- sowie für den Berufs-, Wochenend- und Ferienverkehr ist ein Infrastruktursystem zu entwickeln, das flexibel auf gesellschaftliche Gewohnheiten und auf wirtschaftliche Notwendigkeiten reagiert“, schreibt FAZ-Mitherausgeber Werner D´Inka zum Symposium.

 

„Doch wie sehen diese externen Parameter in 30 Jahren aus? Der gewohnte Taktverkehr mit geregelten Intervallen wird bleiben, aber hinzu kommen ganz neuartige Bedarfsinfrastrukturen. Um den öffentlichen Verkehr zu stärken, müssen ein flächendeckendes Angebot, Frequenzverdichtung und veränderte Finanzierungskonzepte in Einklang gebracht werden. Zugleich wird Mobilität erst dann umweltfreundlich und nachhaltig, wenn sie weder mit einem Verlust an Zeit noch an Komfort verbunden ist.“

 

Summer School „Worst Case in Logistics & Mobility“ im HOLM-Forum

 

7. Juli: Die Deutsche Verkehrswissenschaftliche Gesellschaft veranstaltet in Kooperation mit dem House of Logistics & Mobility und der Hochschule Fresenius eine Summer School zum Thema „Worst Case in Logistics & Mobility“ im HOLM-Forum. Die Teilnehmer beschäftigten sich mit dem Thema Notfallmanagement und Schutz kritischer Infrastrukturen. Eine Beeinträchtigung oder Ausfall durch mögliche kaskadierende Effekte bergen nach Einschätzung der Veranstalter hohe Risiken. Die Veranstalter reagieren mit der Summer School auch auf die Ereignisse des 11. September.

 

HOLM Mitveranstalter der zweiten ZEIT-Konferenz Logistik und Mobilität

 

18. August: Das House of Logistics & Mobility ist Mitveranstalter der zweiten ZEIT-Konferenz „Logistik & Mobilität – Zukunft auf den Weg bringen“ im Sheraton Hotel am Frankfurter Flughafen. Die Konferenzteilnehmer beschäftigen sich mit dem Thema „Grün und effizient – was ist ökonomisch möglich, was ist ökologisch sinnvoll?“, mit „Kundenorientierter Mobilität“, dem Jahrhundert der Luftfracht und der Frage, ob Mega Hubs und Airport Cities die Treiber der globalen Versorgungskette sind oder der Engpass.

 

Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier eröffnet die Konferenz, der Minister für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung, Dieter Posch, nimmt an der ersten Diskussionsrunde teil. Mit dabei sind DB Mobility Logistics-Vorstand Dr. Karl-Friedrich Rausch, Fraport-Vorstandschef Stefan Schulte, Hans-Georg Frischkorn als Geschäftsführer Technik und Umwelt des Verbandes der Automobil-industrie, Post-Vorstandschef Frank Appel und William Flynn, President and Chief Executive Officer Atlas Air Worldwide Holdings.

 

„Die Logistik ist nach dem Automobil- und Gesundheitssektor der wichtigste Wirtschaftszweig Deutschlands“, schreibt ZEIT-Herausgeber Josef Joffe. Rasant erhole sich die Branche vom Absturz des Welthandels in den Jahren 2008 und 2009. „Deutsche Bank Research prognostiziert für 2011 ein Umsatzplus von fünf Prozent. Bis Ende des Jahres soll der Gesamtumsatz 193 Milliarden Euro erreichen, also das Vorkrisenniveau. Die Trendwende scheint geglückt zu sein. Beispiel Luftverkehr: Die deutschen Flughäfen blicken auf ein Rekordjahr 2010 im Passagier- und Frachtverkehr

– mit einem Zuwachs von 21,4 Prozent.

 

2011 ist ein geschichtsträchtiges Datum: Vor hundert Jahren, am 19. August 1911, charterte die Berliner Morgenpost ein Flugzeug, um Zeitungen in kürzester Zeit zu den Lesern in Frankfurt (Oder) zu bringen. Es begann der Siegeszug der Luftfracht.“

 

Trotz der guten Nachrichten stehe die Branche vor neuen Herausforderungen: steigende Energiekosten, höhere Kundenansprüche, strengere Auflagen im Dienste des Klima- und Umweltschutzes. Nachhaltigkeit durch Effizienz sei die Devise, einheitliche Standards einer grünen Logistik müssten aber noch etabliert werden, ohne dabei die Wirtschaftlichkeit zu beeinträchtigen.

 

Die ZEIT-Konferenz steht auch im Zeichen eines Jubiläums: die Geburtsstunde des Gütertransports per Flugzeug am 19. August 1911. An diesem Tag hebt von der Graspiste des Flugplatzes in Berlin-Johannisthal – wie von Joffe erwähnt – eine einmotorige Harlan mit Ziel Frankfurt an der Oder ab, die ausschließlich Fracht an Bord hat. Es sind druckfrische  Exemplare der Berliner Morgenpost. Die Abendveranstaltung wird deshalb in der Lufthansa Technik Maintenance International Halle auf dem Gelände des Frankfurter Flughafens ausgerichtet.

 

HOLM präsentiert sich auf der 64. Internationalen Automobilausstellung

 

13. September: Das HOLM präsentiert sich auf der 64. Internationale Automobil Ausstellung (IAA) auf dem hessischen Gemeinschaftsstand in Halle 4 „Strom bewegt – Elektromobilität in Hessen“.  Im Fokus stehen die Elektromobilitätsanwendungen in Hessen. Für das HOLM stehen dabei die Vernetzung der Partner und die Möglichkeit, in Gateway Gardens eine Modellregion für Elektromobilität zu gestalten, im Mittelpunkt.

 

Auch das HOLM-Forum am Flughafen Frankfurt bietet einen Blick auf die IAA. Live-Schaltungen sowie Elektroautos und Beispiele für Elektromobilität im Alltag geben einen spannenden Eindruck von den Aktivitäten in der Region.

 

Land Hessen und ITS veranstalten 9. hessischen Mobilitätskongress

 

16. September:  Das Land Hessen und die ITS Hessen mit Sitz im House of Logistics & Mobility veranstalten zur 64. Internationalen Automobilausstellung in Frankfurt den 9. Hessischen Mobilitätskongress.

 

„Hessen zählt zu den bedeutendsten Verkehrsdrehscheiben Europas. In Frankfurt am Main konzentrieren sich der zweitgrößte Flughafen, der meistfrequentierte Bahnhof und das verkehrsreichste Autobahnkreuz des Kontinents. Die Fähigkeit, diese Verkehrsmengen zu bewältigen, ist ein wesentlicher Faktor der Standortqualität. Hessen setzt dabei auf seine leistungsfähige Infrastruktur und auf den Einsatz modernster Technik“ schreibt der Minister für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung, Dieter Posch, in der Ankündigung der Veranstaltung.

 

Hessen habe deshalb die Entwicklung intelligenter Verkehrssysteme mit dem Programm „Staufreies Hessen 2015“ vorangetrieben. Sichtbare Ergebnisse seien beispielsweise die dynamischen Informationstafeln an wichtigen Autobahnabschnitten. „Der jetzt vorliegenden ITS-Aktionsplan Hessen baut auf dieser Grundlage auf. Er bündelt das in der Automobil-, der IT- und der Telekommunikationsindustrie vorhandene Know-how mit dem Ziel marktreifer Innovationen. Intelligente Verkehrssysteme sind gefragt, um den zukünftigen Mobilitätsbedarf auf ökonomisch und ökologisch sinnvolle Weise zu befriedigen und den Verkehr noch sicherer zu machen.“

 

Matthias Wissmann, Präsident des Verbandes der Automobilindustrie, ist überzeugt, dass die Autos der Zukunft untereinander und mit der Infrastruktur kommunizieren werden, um auf diesem Wege Informationen über die Verkehrslage oder Gefahrenwarnungen auszutauschen. „Solche Konzepte werden zur Zeit in der Rhein-Main-Region im Rahmen des Projektes simTD erprobt. Diese Ansätze der Fahrzeug-Fahrzeug- sowie Fahrzeug- Infrastruktur-Kommunikation werden mit dazu beitragen können, den Verkehr noch sicherer zu machen und den Verkehrsfluss zu optimieren. Sie sind somit eine Antwort auf die Frage, wie wir die Mobilitätsherausforderungen der Zukunft bewältigen können.“

 

HOLM organisiert zweiten Tag der Materials Handling in Dubai

 

25. September: Das HOLM ist Partner der Messe Materials Handling Middle East, die in Dubai veranstaltet wird, und organisiert das Konferenzprogramm am zweiten Tag der Messe. HOLM-Geschäftsführer Professor Dr. Stefan Walter eröffnet die Veranstaltung.

 

Es sprechen Adil Al Zarooni, SVP Commercial Sales, JAFZA Jebel Ali Free Zone Authority, Dubai, Professor Dr. Dr. h.c. Hans-Christian Pfohl, Supply Chain and Network Management von der TU Darmstadt, David Dronfield, General Manager, Al-Futtaim Auto & Machinery Co. LLC (FAMCO), Dubai, Walid Daniel, Managing Director, SPAN Group, Dubai, und Stephen Cross, Managing Director, ATMS International FZCO, Dubai, Mark Vos, Senior Manager, Manhattan Associates, London, Rami Ghandour, Executive Director, Logcubes, Dubai, John Berg, Director, Arab:IT General Trading, Dubai, und Professor Dr. Stefan Pickl, Chair for Operations Research, Universität der Bundeswehr München.

 

HOLM auf dem Deutschen Logistik-Kongress in Berlin

 

19. Oktober:  Das HOLM ist auch 2011 auf dem 28. Deutschen Logistik-Kongresses in Berlin präsent.  Das House of Logistics and Mobility lädt in die Future in Motion Lounge im Hotel InterContinental ein. Gemeinsam mit Partnern aus Wirtschaft, Wissenschaft und öffentlicher Hand bietet das HOLM mit dieser Lounge den Besuchern des Kongresses neben den besten regionalen Weinen Einblicke in die Qualitäten der Top-Logistik-Region Rhein-Main.

 

Schwerpunktthema in der Lounge wird der Flughafen sein. Dort wird zur Eröffnung  der neuen Landebahn am 21. Oktober Bundeskanzlerin Angela Merkel als erster Passagier landen. Auch die Besucher der Lounge dürfen gern abheben und wieder landen: im eigens für den Kongress aufgestellten Flugsimulator Motion Chair, der den Mittelpunkt der Lounge bilden wird.

 

 

2012

 

EU fördert HOLM für Teilnahme an Regions-of-Knowledge-Initiative

 

31. Januar: Die EU fördert das House of Logistics & Mobility zusammen mit der Johann-Wolfgang Goethe-Universität mit seinem Kooperationsprojekt SoCool mit rund 600.000 Euro.  SoCool ist Teil der „Regions of Knowledge“-Initiative der Europäischen Union. Mit der Initiative soll der Grad der Nachhaltigkeit  im Logistik-Sektor erhöht und die Wettbewerbsfähigkeit von Logistik-Clustern gestärkt werden. Partner des HOLM sind das Dutch Institute for Advanced Logistics (DINALOG, Breda/Niederlande), Asociacion Logistica Innovadora de Aragon (gemeinsam mit dem MIT-Programm in Saragossa/Spanien), Universität Lund-Öresund (Lund/Schweden) und die Mersin Chamber of Commerce and Industry (Mersin/Türkei).

Bis 2015 erhalten die Partner insgesamt 2,5 Millionen Euro von der EU. Das Geld fließt den Projektpartnern aus dem 7.  Forschungsrahmenprogramm der EU zu, das mit insgesamt 50 Milliarden Euro dotiert ist und das wichtigste Instrument der EU-27 darstellt, um Forschung, Wissenschaft und innovative Technologie zu fördern. Die Ergebnisse sollen dazu beitragen, Wachstum und Nachhaltigkeit in der EU besser verbinden zu können, wie es die Union in der gemeinsamen Strategie „Europa 2020“ (smarte Wachstums­strategie) festgelegt hat.

„Hessen ist ein herausragender Logistik-Standort, nicht nur wegen der Anzahl und der Größe der hier ansässigen Unternehmen, sondern auch wegen seiner Kompetenz, Lösungen für die Logistik von morgen zu entwickeln“, sagt Steffen Saebisch, Staatssekretär im hessischen Wirtschafts- und Verkehrsministerium und Aufsichtsratsvorsitzender der HOLM GmbH. „Das von der Landesregierung initiierte HOLM wird diese Innovationskraft weiter stärken und die Rolle Hessens als führende Logistikregion festigen. Ich freue mich deshalb außerordentlich über die Aufnahme des HOLM in das EU-Forschungsrahmenprogramm  ,Regions of Knowledge´. Sie ist ein weiterer Beleg für die Standortqualität Hessens.“

Frankfurts Wirtschaftsdezernent und HOLM-Aufsichtsratsmitglied Markus Frank freut sich, dass das HOLM mit dem Kooperationsprojekt SoCool@EU nun auch in Brüssel angekommen ist. „Es ist eine Auszeichnung für unser HOLM. Es zeigt, dass wir ordentlich Fahrt aufgenommen haben und vom HOLM noch viel zu hören sein wird. Es ist die Aufgabe des HOLM, die klügsten Köpfe zu holen und im Frankfurter Stadtteil Gateway Gardens zusammenzuführen.“

Nach Einschätzung Franks gehört es zu den großen Zukunftsaufgaben, „dass, wenn wir über Logistik und Mobilität nachdenken, nicht immer anfangen zu stöhnen, weil wir an laute Lkw denken. Logistik und Mobilität und das Projekt SoCool@EU hat viel mit Wissenschaft zu tun und damit, wie man moderne Technologien und Prozesse nutzt, um Effizienz und Nachhaltigkeit zu erhöhen“.

„FrankfurtRheinMain ist eng mit anderen europäischen Verkehrsknoten verknüpft. Die Förderung des Projektes SoCool@EU, bei dem die Region durch das House of Logistics & Mobility vertreten wird, ist ein wichtiger Beitrag, um den Logistikhub FrankfurtRheinMain weiter zu entwickeln“, sagt Dr. Khaled Snouber, Leiter des Enterprise Europe Network Hessen (EEN) innerhalb der HA Hessenagentur. Das EEN hat das HOLM beim Förderantrag und beim Aufbau der Kooperation unterstützt und beraten. „Die aktive Rolle, die das HOLM dabei übernimmt, macht den Logistik- und Verkehrsknoten FrankfurtRheinMain in Europa noch sichtbarer und vermittelt die Bedeutung des Themas Logistik für die wirtschaftliche Entwicklung Hessens und der Region FrankfurtRheinMain.“

 

Aufsichtsrat entscheidet über Vergabe des Bauauftrages

27. Februar: Der Aufsichtsrat entscheidet im Verlauf einer Abendsitzung im Park Inn in Gateway Gardens über die Vergabe des Auftrages zum Bau des neuen House of Logistics & Mobility auf dem Baufeld MK 13.

 

Geschäftsführer unterzeichnen Bauauftrag an Lang&Cie

21. März: Die beiden HOLM-Geschäftsführer Dr. Stefan Walter (Inhalte) und Dr. Christian Garbe (Infrastruktur) unterzeichnen mit Heinz-Günter Lang, Hauptgesellschafter und Vorstand von Lang & Cie im Büro des Rechtsanwalts und Notars Dr. Hinrich Thieme (Hogan Lovells International LLP) den Bauauftrag für das neue HOLM-Gebäude.

 

Spatenstich für das HOLM-Gebäude

30. März: Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier, der Staatssekretär im hessischen Ministerium für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung, Steffen Saebisch, die Staatssekretärin im hessischen Ministerium der Finanzen, Professorin Dr. Luise Hölscher, Oberbürgermeisterin Petra Roth, Mitglieder des HOLM-Aufsichtsrates, Fraport-Vorstandsvorsitzender Dr. Stefan Schulte und Professor Knut Ringat, Sprecher der Geschäftsführung des Rhein-Main-Verkehrsverbundes, setzen am frühen Nachmittag den symbolischen Spatenstich für das neue Gebäude des House of Logistics & Mobility in Gateway Gardens.

 

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Interviews

 

Wilhelm Bender

 

Herr Bender, wann ist Ihnen der Name House of Logistics & Mobility zum ersten Male zu Ohren gekommen?

Wir haben relativ früh über ein solches Thema gesprochen, noch nicht unter diesem Namen, als das House of Finance im Gespräch war und wir gleichzeitig intern wie von anderer Seite angestoßen worden sind zu überlegen, wie können wir es schaffen, dass wir Wissenschaft und Praxis verzahnen.   Fraport hat mit der Goethe-Universität immer gut kooperiert, es gibt mit der FH Frankfurt eine enge Zusammenarbeit.  Wir haben einen Studienschwerpunkt Luftverkehr an der TU Darmstadt gefördert. Aber diese Zusammenarbeit auch geografisch sichtbar zu machen an der größten Arbeitsstätte Deutschlands,  das war etwas, was immer im Raum gestanden hat.

Frankfurt war seit dem Mittelalter mit der Messe und später der Börse schon immer ein Drehkreuz für Waren, Personen und Informationen. Waren Sie nicht selbst verblüfft, dass man erst so spät auf diese Idee gekommen ist?

Diese Idee ist von mehreren Seiten entwickelt worden, auch von der Wirtschaftsinitiative. Wir haben mit der Themenwelt den Strategieprozess definiert und angestoßen. Es war nützlich, dass eines der drei großen Themen, der Ewige Drehpunkt, noch mal ins Bewusstsein gekommen ist. Dieser Ewige Drehpunkt, das Mobilitätszentrum, das Sie angesprochen haben, das war ein wesentlicher Punkt.  Wir wollten die Zukunftsfähigkeit von Mobilität und Logistik langfristig gewährleisten und wissenschaftlich absichern. Von uns kam ja das Thema Logistik, das Thema Mobilität vom RMV. Die Logistikindustrie ist sofort aufgesprungen. Ich habe es selten erlebt, dass man ohne Schwierigkeiten Firmen gewinnen konnte,  übrigens auch für die Finanzierung.

Wie haben Ihre Ansprechpartner jenseits der Logistikbranche auf die Idee reagiert?

Das war etwas, was mich sehr gefreut hat. Gerade die Landesregierung hat positiv reagiert. Ohne die öffentliche Unterstützung, ohne die Landesregierung wäre das überhaupt nicht realisierbar gewesen. Da muss man Herrn Güttler nennen, der damals als Staatssekretär im Wirtschaftsministerium das Projekt fachlich begleitet hat. Nennen muss man auch Karlheinz Weimar als Finanzminister, der noch heute Aufsichtsratsvorsitzender von Fraport ist. Sie haben sich sofort Gedanken gemacht, wie man das umsetzen kann, wie man das im Landeshaushalt darstellt. Auch mit der klaren Erwartung, dass sich die Wirtschaft stark beteiligt und dass man stärker ins Risiko geht bei der öffentlichen Hand, weil es auch in ihrem Interesse liegt.

Hatten Sie damals Beispiele vor Augen, nach denen HOLM aufgebaut werden soll?

Es gab damals ein ganz anderes Beispiel in Amsterdam, wo sich ganz früh eine Gesellschaft gebildet hat, die von den Kommunen und dem Flughafen getragen wird, die aber mehr eine Grundstücksentwicklungsgesellschaft ist. Die Gesellschaft hatte einen Vorteil für den Flughafen, weil man eine Stimmigkeit hatte in der Entwicklung der verschiedenen Interessen. Das ist etwas, wo ich geschaut habe, ob wir das ähnlich machen können.

 

 

Wer waren damals ihre Gesprächspartner?

Die Wirtschaftsinitiative beispielsweise, die damals alle Stakeholder zu Frühstücksrunden in unser  DaVinci-Haus  eingeladen und gesagt hat, wir müssen die relativ ungeordnete Diskussion über die Region  auf feste Füße stellen. Unsere These war, und die hat sich auch bestätigt: Es gibt so viele gemeinsame Interessen, die zum Teil unausgesprochen, vor allem aber nicht strukturiert und organisiert sind, dass man sich darüber klar werden muss, welche gemeinsamen Interessen das sind. Das ist die Grundidee der Themenwelt.

Das war eine Quelle. Und dann relativ schnell Klaus-Peter Güttler, Volker Sparmann als RMV Geschäftsführer und die European Business School mit Christopher Jahns, der das immer wieder vorangetrieben hat.

Wie haben Ihre Gesprächspartner reagiert?

Als wir als Fraport die Ausschreibung für den Flughafen Pulkovo in St.Petersburg 2009 gewonnen haben, gab es eine EBS-Konferenz  in St.Petersburg, wo Jahns aufgetreten ist. Jahns hat,  abgesprochen mit uns, vorgetragen, welche intelligenten Konzepte Fraport hat. Er hat ausführlich HOLM dargestellt. Das hat jedem eingeleuchtet, dass die Beförderung eines AirCargo-Drehpunktes eher gelingt, wenn man Wissen und Interessen intelligent zusammenfasst. Die Idee ist wirklich exportfähig. Wir haben das Projekt dann in der Wirtschaftsinitiative und im Verein FrankfurtRheinMain immer weiter begleitet und in die Reihe der Houses of … gestellt.

Die Stadt Frankfurt hat sich ebenfalls beteiligt. Wie haben Sie Oberbürgermeisterin Petra Roth erlebt?

Petra Roth hat den Prozess kritisch begleitet, sie hat die Rolle Frankfurts herausgestellt und sich dazu bekannt. Das ist heute nicht mehr so einfach angesichts der aktuellen Diskussion. Das war sehr hilfreich und im Grunde auch unverzichtbar, weil Gateway Gardens als Standort  schnell ausgesucht worden ist, nachdem relativ viele Alternativen geprüft worden waren.

Was spricht für Gateway Gardens als Standort?

Gateway Gardens ist aufgrund seiner exzellenten intermodalen Verkehrsanbindung und internationalen Anbindung durch den Frankfurter Flughafen der ideale Ort für das HOLM. Hier schlägt das Mobilitäts- und Logistikherz der ganzen Region. Zudem bietet Gateway Gardens dank seiner Public-Private-Partnership-Struktur und den vielseitigen Entwicklungsmöglichkeiten vor Ort beste Voraussetzungen für die Realisierung des neuen HOLM-Gebäudes.

Logistik ist kaum verankert im öffentlichen Bewusstsein, das Image der Branche nicht übermäßig attraktiv. Wie lässt sich das erklären angesichts der Bedeutung von Logistik und Mobilität?

Das ist ja fast ein Lebensthema für mich. Ich ringe immer darum, wie man das besser machen kann. Zum einen muss man es immer wieder an Beispielen deutlich zu machen. Zum anderen müssen  wir deutlich machen, dass Mobilität ein elementares Freiheitsrecht ist. Viele haben darüber hinaus überhaupt keine Ahnung, was ein schwerwiegender Eingriff in Logistik und Mobilität für das tägliche Leben bedeuten würde. Ich sage immer, und das gilt für den Flughafen wie für jeden anderen Betrieb: Hier wird Nachfrage organisiert und nicht Nachfrage stimuliert.

Welche Nachfrage wird hier organisiert?

Nehmen sie das Perishable Center am Flughafen, Europas größtes Luftfrachtzentrum für verderbliche Waren. Der Frankfurter Flughafen ist der größte Fischumschlagplatz Deutschlands, hier wird mehr Fisch umgeschlagen als im Hamburger Hafen. Das wird ja alles gekauft. Das wird ja nicht eingeflogen und weggeworfen. Die Kunden erwarten das heute. Sie realisieren meistens gar nicht, wie stark sie in ihrem täglichen Leben, in ihrem eigenen Bedürfnissen damit verbunden sind. Oder wenn sie sich über einen Lkw beschweren, der die rechte Spur der Autobahn blockiert. Das ist etwas, wo wir uns auch immer an die eigene Brust fassen und fragen müssen, jeder fährt Auto, jeder fliegt, jeder nutzt die Produkte, aber gleichzeitig, und da teile ich Ihre Auffassung, haben wir nur eine relativ geringe Akzeptanz für die Logistik

Wo sehen Sie die größten Herausforderungen im Blick auf Mobilität und Logistik?

Wir müssen mehr Talente für unsere Branche gewinnen, wir müssen das HOLM sichtbarer machen. Wir müssen mehr und kurzfristig Spitzenkräften von Universitäten eine Möglichkeit schaffen zu erkennen, dass die Logistik für ihren Berufsweg eine Alternative ist. Das zieht dann auch internationale Talente an, die dann hoffentlich in Deutschland arbeiten und uns weiterhelfen in den kommenden Jahren.

Das neue Weißbuch Verkehr der EU, das im Frühjahr 2011 veröffentlich worden ist, macht uns deutlich, dass wir vor großen Herausforderungen stehen, etwa angesichts der Verkehrsmengen und der Umweltbelastungen. Was müssen wir angehen?

Ich glaube, dass wir bei der Infrastruktur deutlich machen müssen, dass wir im Moment auf einem Weg sind, die Zukunft Deutschlands in wichtigen Punkten zu verspielen. Wenn Sie die Debatten über das Thema Nordwestlandebahn nehmen, die Debatten über jede Straße, jeden Schienenweg oder über die Trassen für Stromleitungen, dann fragt man sich, wie soll das hier weitergehen.

Was mich immer wieder wundert, ist, dass in diesem Land, das ja eine erstaunliche Prosperität nach dem Zweiten Weltkrieg erlangt hat, das Wissen über wirtschaftliche Zusammenhänge völlig unterentwickelt ist oder sich längst sich nicht so entwickelt hat wie der Wohlstand. Wo man doch meinen könnte, dass jeder, der davon profitiert, sich mit Grundregeln der Ökonomie befasst.

Wer ist in der Verantwortung?

Das ist etwas, wo alle, nicht nur die Politiker, sondern auch diejenigen, die in der Wirtschaft Verantwortung tragen, dagegenhalten müssen. Das andere sind natürlich die ökologischen Herausforderungen. Das ist das große Thema. Mit 40 Jahren Erfahrung in dieser Branche sage ich Ihnen: Es ist unglaublich schwierig, unglaublich komplex. Am Ende ist man in diesem Bereich nur dann erfolgreich, wenn es ökonomisch darstellbar ist.

Der Kunde, egal, ob er eine Logistikleistung direkt kauft oder indirekt die Kosten in ein Produkt einfließen, der Kunde schert sich nicht darum, ob es ökologisch vertretbar ist. Sie werden in jeder Umfrage ein grünes Bewusstsein heraushören können, aber wenn der Kunde dafür mehr zahlen muss oder wenn er einen Nachteil, auch einen Bequemlichkeitsnachteil hat, dann wendet sich das Blatt. Es werden dann tolle Rationalisierungsargumente entwickelt, um etwas nicht zu machen oder um etwas zu verhindern.

Am Ende führt es zu dem, was wir hier im Moment erleben, und das ist gefährlich.

Wo steht die Metropolregion FrankfurtRheinMain im Jahr 2030?

Wir sind auf einem guten Weg, und wir haben weiterhin durchaus gute Chancen. Die große Gefahr, die ich sehe, ist die Veränderungsgeschwindigkeit. Wir sind einfach zu langsam. Wir sind zu langsam in der Weiterentwicklung der Region. Das ist aber etwas, was machbar ist. Aber wir sind auch zu langsam im Aufnehmen von Markttrends und von dem, was andere Metropolregionen attraktiv macht. Da gibt es zwar eine Bewusstseinsveränderung, ich will die Fortschritte nicht verkennen, aber die große Frage ist, ob es reicht. Und das wird nicht hier entschieden, sondern im Konkurrenzkampf weltweit.

 

Volker Sparmann

Herr Sparmann, der Verkehr rollt überwiegend, die Fahrgastzahlen im ÖPNV steigen, das Warenangebot ist umfangreich, die Regale in den Läden gefüllt. Warum müssen wir über Mobilität und Logistik reden?

Wir haben uns in der Vergangenheit immer darauf konzentriert, Verkehrspolitik umzusetzen. Verkehrspolitik bestimmt das, was physisch draußen abläuft und was man dann in Form von Infrastrukturen beantwortet. Das ist vorbei, das funktioniert nicht mehr. Die Infrastruktur ist in den vergangenen Jahren gealtert, weil wir nicht mehr das Geld haben, um die Infrastruktur ausreichend instand zu halten und weiter zu entwickeln.

Heute kommt es darauf an, diese Infrastruktur optimal zu nutzen. Es nur einen Ort in Europa, der als multifunktionaler Knoten auch multimodal ist. Das ist FrankfurtRheinMain mit dem Flughafen im Zentrum und dem House of Logistics & Mobility. Wir müssen uns Herausforderungen in drei Bereichen stellen: Der erste Bereich ist die Infrastruktur. Die vorhandene Infrastruktur muss sehr viel besser genutzt werden. Der zweite Bereich, und das ist für mich besonders wichtig, ist das Verkehrsverhalten der Menschen, auf das wir einwirken müssen. Früher war der Autobesitz das Ein und Alles. Heute ist die Verfügbarkeit von Mobilität über alle Verkehrsmittel das Wichtigste, die Vernetzung, die Informiertheit über das Mobilitäts-System.

Der dritte Bereich, der uns im Moment brennend interessiert, ist bezahlbare Mobilität und in zunehmendem Maße die Sicherheit im öffentlichen Raum.

Stehen wir heute vor größeren Herausforderungen als in der jüngeren Vergangenheit?

Ja, weil die meisten Menschen, insbesondere viele Politiker, nicht verstanden haben, dass Verkehrs- und Mobilitätspolitik auch Standort- und Wirtschaftspolitik ist. So wie wir vergleichsweise rottig mit der Infrastruktur umgehen, werden wir dauerhaft enorme Defizite haben,   insbesondere im Wettbewerb der Regionen. Es reicht nicht aus, dass wir in FrankfurtRheinMain eine hervorragende Lagegunst haben. Man muss auch erreichbar sein. Erreichbar sein heißt nicht, wie viele Kilometer lege ich zurück, sondern in welcher Zeit kann ich welche Entfernung mit Personen und Gütern abwickeln.

FrankfurtRheinMain ist das Verkehrszentrum Europas. Die Metropolregion ist davon abhängig, dass Personen- und Warenströme fließen. War das einer der Auslöser, um das HOLM zu gründen?

Das war einer der Gründe. Es gibt ja keinen herausragenderen Ort in Europa, wo man sein Versuchskaninchen vor Ort hat. Unsere Philosophie lautet: Hier die Lösungen für die Verkehrsprobleme entwickeln, erproben, vorzeigen und von hier aus vermarkten. Diese Philosophie wird ja auch von allen Akteuren angenommen. Und wenn wir schon der verkehrsreichste Knoten in Europa sind, dann stellen wir uns nicht in die Ecke und heulen, sondern nehmen das als Herausforderung an. Das ist eine Chance für uns. Da zeigen wir, wie gut wir sind, wie wir damit Arbeitsplätze und wie wir Innovationzentren schaffen können.

Erinnern Sie sich an ihr erstes Gespräch zum Thema HOLM?

Das war ein Zufall. Ich habe mich damals um ein Kompetenzzentrum Mobilität für unsere Region bemüht. Unsere Philosophie war, dass Wissenschaft und Wirtschaft zusammengehen müssen, um praxisnahe Projekte zu definieren, die wir mit Unterstützung des Landes Hessen und des Bundes umsetzen. Ziel des Kompetenzzentrums ist es, die vielen einzelnen Aktivitäten, die wir in FrankfurtRheinMain haben, zusammenzuziehen, endlich mal den Leuten zu sagen, dass Zusammenarbeit in einem Netzwerk sehr viel mehr bringt, als wenn jeder vor sich hin wurstelt.

Das war schwierig, weil wir keine verfasste Region haben und jeder immer nur die Konkurrenz des anderen innerhalb der Region gesehen hat. Wir haben gesagt, dass wir als Region mit anderen Regionen konkurrieren. FrankfurtRheinMain gehört zu den Top Five in Europa, und da müssen wir uns anstrengen, dass wir diese Position halten. Das braucht Zeit. In diese Zeit fallen etwa Gründungen wie das ZIV, das Zentrum für innovative Verkehrssysteme.

Dann kam es zu dieser eher zufälligen Begegnung im Wirtschaftsministerium in Wiesbaden mit Vertretern der Logistik Branche, die sich schon als Cluster formiert haben. Wir haben gesagt: an dem Standort, wo sich Mobilität und Logistik treffen, die zwei Seiten der gleichen Medaille sind, sollten wir uns zusammentun. So etwas gibt es weder in Deutschland noch in Europa. Das war ein ganz entscheidender Moment. Das ist jetzt drei Jahre her.

Wie haben Ihre Gesprächspartner auf die Idee reagiert, das HOLM zu gründen?

Je weiter man weg ist – es ist wie bei Eintracht Frankfurt -, umso besser ist der Ruf. Wenn Sie im Ausland sind, in den USA oder im Fernen Osten, wird das HOLM-Konzept unheimlich gelobt. Die Mitwirkungsbereitschaft  ist gigantisch, und wir nehmen ja auch schon internationale Kooperationen auf. Da muss man nicht viel Überzeugungsarbeit leisten, da überzeugt das Konzept. Wir arbeiten daran, den Prozess am Laufen zu halten.

Woran liegt das?

Weil wir hier in FrankfurtRheinMain noch kein regionales Bewusstsein haben. Das betrifft den Tourismus, die Kultur, aber auch den Innovationsbereich. Dabei partizipieren wir alle von einer erfolgreichen Zusammenarbeit. Insofern muss auch ein Oberbürgermeister oder ein Landrat, der seinen positiven Effekt vielleicht noch nicht direkt sieht, überzeugt werden mitzuziehen. Es gelingt aber zunehmend und immer öfter.

Das aktuelle Weißbuch Verkehr der EU gibt ehrgeizige Zeile für die Zukunft vor. Welchen Beitrag kann das HOLM leisten?

Wir haben als HOLM mehrfach, auch durch meine Person, in Brüssel vorgetragen und auch den Prozess der Entwicklung des Weißbuches mit beeinflusst. Es ist unsere Aufgabe – ich hätte beinahe gesagt: Visionen zu verbreiten – deutlich zu machen, was verändert werden muss, insbesondere im Bewusstsein der Menschen, um eine solches nachhaltiges Ziel zu erreichen. Das Konzept der EU ist in der Tat zukunftsweisend. Man könnte sehr gut mit dem Weißbuch leben, wenn es denn vom offiziösen ins offizielle Stadium geführt würde.

Was meinen Sie damit?

Nehmen Sie zum Beispiel die Vorschläge der EU für ein Intelligentes Transportsystem ITS. Da stellen sie fest, dass der ÖPNV darin gar nicht vorkommt. Da werden alle Maßnahmen, Schnittkanten und alle Positionen rein auf den Individualverkehr projiziert. Dabei ist es nirgendwo wichtiger zusammenzuarbeiten als im Sektor des öffentlichen Verkehrs. Es ist doch erschreckend zu hören, dass die Orangen von Spanien mit Lastwagen gefahren werden, weil wir mit dem Zug viel zu lange brauchen. Das kann dauerhaft so nicht bleiben. Deswegen ist die Kombination von Infrastruktur, Infrastrukturnutzung und von dem, was wir mit Intelligenz bezeichnen, also die ganze Informationstechnik von nachhaltiger Bedeutung. Das werden wir im HOLM machen.

Wo liegen die größten Herausforderungen?

Wo sich erste Erfolge zeigen, ist der sogenannte Sektor des Paratransits, das ist der Sektor zwischen öffentlichen und Individualverkehr. Wenn man berücksichtigt, dass in FrankfurtRheinMain heute rund 22 Prozent aller Menschen den ÖPNV favorisieren und 28 Prozent eindeutig auf das Auto setzen, dann gibt es 50 Prozent, die zu jedem Fahrzweck einen anderen Verkehrsträger wählen. 50 Prozent aller Menschen nutzen beide Verkehrsmittel.

Gerade bei den jungen Menschen, in der Gruppe der 18- bis 26-Jährigen, kann man feststellen, dass der Autobesitz nicht mehr wichtig ist, sondern die Verfügbarkeit von Mobilitätsangeboten. Das bestätigt unseren Ansatz beim HOLM, die Menschen in den Prozess der Mobilitätsentwicklung mitzunehmen und die Angebote multimodal zu gestalten.

Was bedeutet das für die Metropolregion FrankfurtRheinMain?

Wir können in unserem Ballungsraum nicht gleichzeitig Auto, U-Bahn, Stadtbahn und Taxi nebeneinander anbieten. Wir werden einen Mix anbieten müssen. Ich habe mal gesagt, im Ballungsraum ist die U-Bahn das beste individuelle Verkehrsmittel und das beste kollektive Verkehrsmittel in der Region ist das Auto. Das zu begreifen braucht Zeit. Wir sind in einem gigantischen Wandlungsprozess, den die Menschen machen müssen.

Hessen hat das Verschuldungsverbot in die Verfassung aufgenommen, das Gemeindeverkehrs-finanzierungsgesetz läuft Ende des Jahrzehnts aus und die Kommunen sind chronisch klamm. Sorgt Sie dieser Zustand im Blick auf den ÖPNV?

Nein, das sorgt mich überhaupt nicht. Gerade die Finanzierung im Verkehrswesen, die bezahlbare Mobilität, ist eine der künftigen Herausforderungen an der unsere Politiker nicht vorbei kommen. Wir müssen endlich aufhören, dass der Verkehr alles Mögliche finanziert, nur nicht den Verkehr. Das wird durch eine Nutzerfinanzierung, wo man das, was man benutzt, auch bezahlt, sehr viel transparenter. Da kommen wir nicht drum herum, weil die Haushaltsfinanzierung dauerhaft nicht trägt.

Welche Möglichkeiten sehen Sie langfristig, den öffentlichen Verkehr zu finanzieren?

Es kursiert ja so viel Geld. Banken und Sparkassen geben beispielsweise Immobilienfonds heraus, die kein Mensch braucht. Warum kaufen wir nicht unsere eigene Infrastruktur? Wir könnten Infrastrukturfonds auflegen, wir könnten beispielsweise die Regionaltangente West bauen und über die Nutzung die Refinanzierung gestalten und einen kleinen Gewinn einfahren kann. Da muss man dran bleiben. Im HOLM können wir  mit unseren Partnern neben den logistischen und mobilitätsorientierten Aufgaben auch rechtliche und finanztechnische Fragestellungen bearbeiten.

Wie stellen sie sich das vor?

Ich stelle mir vor, dass wir im Verkehr sehr viel Geld einnehmen, zum Beispiel über die Tankstellen oder generell über Straßenbenutzungsgebühren…

… das sind heikle Themen, mit denen sich nicht nur die EU unbeliebt gemacht hat…

…ja, aber das findet statt. Ich brauche kein Prophet zu sein, wenn ich sage, dass immer dann, wenn Geld fehlt, stärker auf den Mobilitätskunden zurückgegriffen wird.

Die EU Fordert seit längeren, die externen Kosten des Verkehrs zu internalisieren. Befürworten Sie diesen Ansatz?

Die Forderung unterstütze ich. Wenn wir Nachhaltigkeit wirklich ernst nehmen, also das Dreieck aus sozialen, ökologischen und ökonomischen Aspekten der Mobilität, dann muss dieses Fundamental-dreieck alle 3 Sektoren gleichberechtigt berücksichtigen. Aber das ist bei uns nicht der Fall. Bei uns werden  Themen wie Ressourcenschonung und Flächeninanspruchnahme weggeschoben.

Das führt dann dazu, dass wir im ÖPNV Nachweise zur Umweltfreundlichkeit führen, dafür aber nicht honoriert werden. Beispielsweise bekommen wir keine Förderung für den Einsatz umweltfreundlicher Verkehrsmittel.

Was müssen wir heute tun, um 2030 ein attraktive Verkehrssystem zu haben?

Wir müssen ein Kommunikationskonzept erstellen, um allen Akteuren bewusst zu machen, welche Bedeutung Mobilität hat. Jeder Mensch braucht jeden Tag das Verkehrssystem, jeden Tag macht er in „Mobilität“. Eine bewegte Region, die lebenswert ist, sichert die Mobilität zu bezahlbaren Preisen. Dieses Bewusstsein in die Köpfe zu bringen, ist Voraussetzung für ein funktionierendes Mobilitätssystem in 2030.

Darüber hinaus müssen wir uns fragen, welche Rolle Fahrzeugpools in den Integrierten Wegeketten spielen. Welche Effekte können wir erreichen, wenn wir ein Business-Modell erarbeiten in Zu-sammenarbeit von Öffentlichem Personenverkehr und Automobilindustrie, bei dem wir E-Fahrzeuge berücksichtigen und mit Stadtwerken kooperieren? Auch das ist eine Herausforderung mit dem unser HOLM zur Sicherung und Weiterentwicklung unseres Wirtschafts- und Lebensraumes FrankfurtRheinMain beitragen kann.

 

 

Petra Roth

Frau Roth, Frankfurt ist bekannt als Banken- und als Messestadt, weniger als Stadt der Logistik und der Mobilität. Woran liegt das?

Die Konnektivität, also ist Verbindung der Wege der Mobilität zu einem Netzwerk, ist die DNA Frankfurts. Das ist bereits seit Gründung der Stadt so: Es gibt den Main, die Straßen und in unserer Zeit auch die Schienenwege und den Flughafen. Wir sind der Verkehrsknotenpunkt in Deutschland und Europa.

Deshalb stellt die Bahn hier die Züge für die Verbindungen Frankfurt-Paris und Frankfurt-Marseille zusammen, deshalb investiert die Bahn in den Hauptbahnhof. Auf dieser Grundlage wächst unser Wissen um Verkehre und Logistik. Ein Wissen, auf das wir heute in einer globalisierten Welt immer stärker angewiesen sind.

Wie hat diese Ausgangslage die Gründung des House of Logistics & Mobility beeinflusst?

Ein House of Logistics and Mobility zu gründen, ist eine Idee des damaligen  Vorstandschefs von Fraport, Herrn Dr. Bender, vom hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch und der Stadt Frankfurt gewesen. Wir wollten ein Wissenschaftszentrum mit den Themen Infrastruktur und Logistik schaffen. So etwas gibt es noch nicht.

Welche Vorstellung hatten Sie in der ersten Phase von diesem House of Logistics and Mobility?

Wir haben uns eine Universität vorgestellt, die sich mit ihren Lehrstühlen entwickelt, eine Universität, die ihr Wissen aus Unternehmen und Gesellschaften schöpft, die Verkehre und Mobilität ermöglichen wie etwa die Bahn, der RMV, aber auch Speditionsfirmen. Seitdem ist die Idee in der Welt. Ziemlich zeitgleich ist diese Idee als virtuelles Projekt auch in Dubai entwickelt worden. Dubai ist ein Staat, der viel Geld hat, investieren und Technik kaufen kann.

Die haben gesagt, wenn wir schon Zwischenstation zwischen Shanghai und Indien auf der einen und Frankfurt und New York auf der anderen Seite sind, dann können wir daraus auch etwas machen. Da haben wir gesagt, wir bauen die Hochschule, die sich mit den Themen Mobilität und Logistik beschäftigt, mit den aktuellen Herausforderungen und der Zukunft der Branchen …

… eine große Aufgabe …

… ja, das ist eine große Aufgabe. Die Idee ist fantastisch. Eine große Aufgabe, weil wir die Frage klären mussten, wer ein solches Projekt finanziert. Es gibt einen durchaus neuen Effekt beim HOLM: Die Private Wirtschaft und die öffentliche Hand, also Stadt Frankfurt am Main und Land Hessen,  finanzieren das Projekt gemeinsam.

Wir wollen über die Grenzen Hessens nach Rheinland-Pfalz, die sich am Projekt beteiligen sollen.  Als wir hier angefangen und uns damit beschäftigt haben, hat man uns gesagt, in Dubai denkt man auch darüber nach.

War Dubai für Sie der Anlass zu sagen, jetzt müssen wir Tempo machen beim Projekt HOLM?

Wir mussten uns ranhalten, um  Strukturen für das HOLM zu schaffen.

Wie haben die Gesprächspartner auf die Idee reagiert?

Es konnte sich kaum einer vorstellen, was ein House of Logistics and Mobility sein soll. Doch wenn es gute Ideen gibt und Experten, die unbedingt mitmachen wollen, dann lässt sich ein solches Projekt auch politisch umsetzen. Universitäten sind unsere Laboratorien, um auszuprobieren, was die Zukunft bringen könnte. Für Projekte dieser Dimension brauchen wir auch das Geld des Bundes.

Wann sind Sie auf das Thema Mobilität und Logistik aufmerksam geworden?

Wir haben nach 1989 zwar viel über die Globalisierung gesprochen, doch konkret festmachen ließ sich diese Entwicklung noch nicht. Die Stadtverwaltung hat 1993 beispielsweise die bevorstehende Liberalisierung des Telekommunikationsmarktes genutzt, um privaten Unternehmen zum Zuge kommen zu lassen.

 

Das war der nächste Impuls für die weitere globale Vernetzung der Stadt Frankfurt. Mitte der 90er Jahre, also zu Beginn meiner ersten Amtszeit als Oberbürgermeisterin, zeichnete sich für mich bald ab: Viele Firmen sehen die guten Verbindungen Frankfurts als einen enormen Standortvorteil. Deswegen entscheiden sie sich für diesen Standort.

Haben wir ein ausreichendes Bewusstsein für die Bedeutung von Mobilität und Logistik?

Ich glaube es nicht. Wenn ich in den Supermarkt einkaufen gehe, sehe ich die Butter, daneben Sisal und Safran. Das kommt von irgendwo her aus der Welt, Logistik ist deshalb gesellschaftspolitisch eine Herausforderung der Zukunft: Wir müssen den Menschen die Quellen ihres Konsums verständlich machen.

In welchem Maße waren Sie gefordert, um die beteiligten Akteure beim Projekt HOLM auf eine Linie einzuschwören?

Die Bereitschaft in der Politik war groß, aber es dauert etwas, um den Weg zu bereiten. Schließlich waren viele Frage zu klären: Mit wem müssen wir uns vernetzen, was kostet das alles, und wie bekommen wir die Haushaltsmittel und das Grundstück für das House of Logistics and Mobility?

Wir haben als Stadt Frankfurt das Grundstück in Erbpacht vergeben, wir haben als Stadt aber auch fünf Jahre lang einen Zuschuss von jährlich 200.000 Euro gezahlt. Versuchen sie mal den Politikern im Land, die den Hochschuletat verwalten, zu sagen, da entsteht etwas völlig Neues, dazu brauchen wir einige Millionen.

Da muss die Kunst der Politik greifen, und die Idee muss es bringen. Die Idee ist bei den Politikern schnell mehrheitsfähig gewesen. Für mich gehört das HOLM zu meiner politischen Leidenschaft.

In 17 Jahren Amtszeit wird es manche Projekte geben, auf die Sie mit Zufriedenheit zurückschauen. Welche Rolle nimmt das Projekt HOLM in Ihrer Rückschau ein?

Das HOLM ist ein echtes Zukunftsprojekt wie die Frankfurter Altstadt. Das HOLM ist eine Vision, die Wirklichkeit wird. Man kann das mit Saint-Exupéry sagen: Wenn man auf die See will, muss man die Sehnsucht nach dem offenen Meer wecken und Schiffe bauen, und nicht fragen, wie viel Fuder Holz brauche ich, um das Schiff zu bauen.

Frau Roth, zusammen mit Ihrem Münchener OB-Kollegen Christian Ude sind Sie als Spitze des Deutschen Städtetages mit dem Thema Metropolregionen vertraut. Welchen Herausforderungen müssen sich die Städte beim Thema Verkehr künftig stellen?

Ich glaube, und es gibt Zahlen, die das belegen, dass wir den Peak im Individualverkehr überschritten haben, der seit den 60er Jahren gewachsen ist, weil die Städte autogerecht werden sollten. Nun ist mein Blick von Frankfurt geprägt, aber in Hamburg, München und Berlin ist das auch so.

Überall haben wir viel Geld in die Verkehrssteuerung und die Intermodalität gesteckt, die Möglichkeit, verschiedene Verkehrsträger für unsere Wege nutzen zu können. Wir haben den öffentlichen Verkehr ausgebaut, mehr Qualität geschaffen, sodass es eine echte Alternative ist, um die Arbeitsplatzzentren herum den Öffentlichen Personennahverkehr für den Weg in die Zentren zu nutzen.

Aber Gesellschaften ändern sich, der Wunsch, ein Auto haben zu müssen, das seit 70 Jahren das Statussymbol schlechthin ist, lässt nach. Die Wirtschaft und die Städte haben sofort darauf reagiert. So bieten unsere Gesellschaften Mainova und ABG Frankfurt Holding ihren Kunden auch die Möglichkeit, über CarSharing ein Auto zu mieten. CarSharing soll perspektivisch ein Baustein für unsere Mobilitätsketten sein: Wenn man mit der S-Bahn am Hauptbahnhof ankommt, kann man problemlos auf ein E-Bike umsteigen, um dann für ein längeres Stück des Weges ein Auto zu mieten. Der Kulturcampus Frankfurt soll als bedeutendes Kapitel Frankfurter Stadtentwicklung künftig in diesen Mobilitätsketten eine wichtige Rolle spielen: Wer dort wohnt, braucht kein Auto mehr.

Welchen Wunsch haben Sie für die Zukunft der Stadt Frankfurt?

Ich möchte, dass sich diese Stadt auf dem aktuellen Niveau im europäischen Zusammenhang weiter- entwickelt. Ich sage der Politik: Nutzt die Chancen, die diese Stadt für die Zukunft bietet. Wir müssen global denken und lokal handeln. Wenn Frankfurt das weiter tut, dann hat die Stadt Zukunft.

Das Wachstum der Logistik und die Zunahme von Mobilität sind immer auch mit Belastungen verbunden. Muss die Politik mehr Aufklärungsarbeit leisten?

Ich bin das falsche Beispiel für die Entwicklung. Ich brauche keinen Supermarkt, kein Essen aus Siam, ich will auch nicht in die Welt verreisen oder in Hochhäusern ins Schwimmbad gehen wie in Dubai. Ich hab das alles gesehen, aber ich fahre da privat mit Sicherheit nicht hin. Aber es ist auch klar, wir brauchen das.

Wir leben in einer Welt, die sich nur durch den Bedarf weiterentwickelt, damit Wertschöpfung betreibt, Gewinne erzielt und Arbeitsplätze sichert. Einem Politiker muss es ein hohes Gut sein, den Menschen Heimat und eine Beschäftigung zu geben. Aber es wird auch Grenzen des Wachstums geben. Ich sage nicht, dass es sie wird geben müssen, aber es wird sie geben.

Wo sehen Sie Chancen für die Zukunft?

Wir machen uns in Deutschland viel zu wenig Gedanken über die Entwicklungskraft von Afrika. Wir entwickeln im Moment die Ost-West-Relationen, aber die Zukunft liegt in den Nord-Süd-Relationen. Da brauchen wir das Knowhow der Universitäten, das Wissen, das auch im HOLM erarbeitet wird.

Worauf müssen wir verstärkt achten?

Die Weltflugbewegungen laufen zu 80 Prozent über die nördliche Halbkugel. Das ist aber nicht gottgegeben. Es ist auch Aufgabe des HOLM, den Wirtschaftsstandort Deutschland mit dem Zentrum Frankfurt wettbewerbsfähig zu halten. Wir müssen einfach attraktiv bleiben für die nördliche Halbkugel.

 

Spatenstich 30. März 2012

Rede Staatssekretär Steffen Saebisch (autorisierte Fassung)

„Visionen werden tatsächlich manchmal Wirklichkeit. Im Falle des HOLM ist es so. Dafür  bedarf es vieler Persönlichkeiten, die Hand in Hand zusammenarbeiten. Ich darf sie herzlich bitten, die Persönlichkeiten, die heute hier und  Teil des HOLM-Projektes sind,  sehr herzlich zu begrüßen, allen voran unseren Herrn Ministerpräsidenten Volker Bouffier. Ich darf sehr herzlich den Fraktionsvorsitzenden der FDP im hessischen Landtag, Herrn Florian Rentsch, und die Mitglieder des hessischen Landtages begrüßen. Ich begrüße außerordentlich gerne meine beiden Kollegen im Finanz- und im Wissenschaftsministerium, Frau Prof. Dr. Hölscher und Herrn Ingmar Jung, die in den letzten Monaten mit mir Seite an Seite gekämpft haben, damit dieses Projekt heute Wirklichkeit wird.

Ich begrüße ganz herzlich den Stadtrat der Stadt Frankfurt, Herrn Markus Frank. Die Stadt Frankfurt ist ein ganz wichtiger Partner, nämlich unser einziger in der Projektführung. Ohne Frankfurt wäre dieses Projekt nicht möglich gewesen. Hessen und Frankfurt gemeinsam Seite an Seite, dann kommen die Dinge voran – Markus Frank, herzlich willkommen.

Ich begrüße ganz herzlich für den Verein HOLM – der Verein, der sich vor mehr als drei Jahren auf den Weg gemacht hat  als Initiator, als Mitgestalter, der uns in den letzten Jahren immer wieder vorangetrieben hat, der mit uns gemeinsam dieses Projekt sowohl inhaltlich wie auch in der Durchsetzung mitgestaltet hat – für diesen Verein begrüße ich ganz herzlich seinen Vorsitzenden, den Ihnen allen sicherlich vollkommen unbekannten Volker Sparmann.

Ich begrüße aber auch seine Stellvertreter für die Industrie, den Vorstandsvorsitzenden der Fraport AG, der an dieses Projekt immer geglaubt hat, der uns auch mit dem HOLM-Forum hier am Flughafen ein Schaufenster geboten hat, um zu zeigen, wie dieses Projekt Wirklichkeit wird: Ich begrüße ganz herzlich Herrn Dr. Schulte. Ich begrüße aber auch stellvertretend für die Region um Frankfurt herum den anderen Stellvertreter von Herrn Sparmann, Herrn Landrat Krebs aus dem Hochtaunuskreis. Ohne die Region wäre auch dieses Projekt nicht in  der Schnelligkeit möglich gewesen.

Das HOLM lebt von denjenigen, die es in der Projektierung vorangetrieben haben, es lebt aber auch insbesondere von denen, die sein konzeptionelles Gebäude in den letzten Jahren errichtet haben, die erklärt haben, was wir mit diesem Gebäude, dieser Immobilie hier in Gateway Gardens wollen, und das sind die Mitglieder des Beirates – hier der HOLM GmbH und des Vereins – das sind diejenigen, die sich in den letzten Monaten und Jahren sehr intensiv auch um neue Partner gekümmert haben.

Ich möchte sehr gerne an dieser Stelle, weil er heute leider nicht hier sein kann, Karl-Friedrich Rausch, den Vorstandsvorsitzenden von DB Schenker, herzlich grüßen. Er hat maßgeblich mit dazu beigetragen, dass dieses Projekt Wirklichkeit wird. Er war aber so freundlich, seinen Stellvertreter zu bitten, heute hier zu sein.

Auch dieser ist ein wesentlicher Partner in den letzten Monaten und Jahren gewesen, auch für mich persönlich jemand, der mich in dem einen oder anderen auch manchmal schwierigen Moment immer gestützt hat: Prof Knut Ringat, herzlich willkommen.

Meine Damen und Herren, Ihre zahlreiche Anwesenheit zeigt, wie viel Freunde, wie viel Förderer aus Wissenschaft, aus Wirtschaft, aber auch aus der Politik das HOLM hat. Wir haben uns in den letzten Jahren immer vorgenommen: Wir wollen schnell sein. Wir sind gemessen an den Möglichkeiten, die wir miteinander haben, gemessen an denvielen Prozesse, die wir miteinander gestaltet haben, eigentlich ganz schnell gewesen – auch wenn´s dem einen oder anderen, auch mir persönlich, immer mal noch etwas schneller hätte gehen können. Aber drei Jahre für die Umsetzung eines solchen Projektes sind nicht allzu schlecht.

Deswegen freue ich mich sehr, dass Sie heute durch ihre zahlreiche Anwesenheit zeigen, wie Sie hinter diesem Projekt stehen, dass Sie immer an die Realisierung geglaubt haben. Ich darf Sie bitten, deswegen jetzt sehr aufmerksam, aber auch voller Freude dem Mann zu lauschen, der uns noch mal die Wichtigkeit der Mobilität, der Verkehrspolitik erläutern wird. Herzlich willkommen, Herr Ministerpräsident Volker Bouffier.“

 

Rede Ministerpräsident Volker Bouffier (autorisierte Fassung)

 

„Ich freue mich sehr, dass wir heute gemeinsam den Spatenstich für das HOLM setzen. Es ist ein sichtbarer Ausdruck für die ungebrochene Dynamik sowie für die Fähigkeit und den Willen, die Zukunft unseres Landes zu gestalten. Erst vor wenigen Tagen haben wir ein paar Meter von hier entfernt den Grundstein für die neue Zentrale von DB Schenker gelegt und heute fällt der Startschuss für HOLM.

 

Das ist alles andere als selbstverständlich. Es ist ein Anlass zur Freude, und es ist vor allen Dingen ein Beleg für die ungebrochene Dynamik, für die Attraktivität, aber auch für den Gestaltungswillen aller Beteiligten an unserer gemeinsamen Zukunft. Es gibt keinen Platz, an dem dies deutlicher werden könnte, als gerade hier. Denn hier kommt in besonderer Weise etwas zusammen, was auch ein beachtlicher Teil unserer Zukunft sein wird.

 

Die Logistikwirtschaft, die Mobilitätswirtschaft ist eine der großen Branchen in unserem Lande. Allein in Hessen sind über 200.000 Menschen in der Logistikbranche tätig. Ich möchte die Gelegenheit nutzen und darauf hinweisen, dass wir im Norden unseres Landes, in der Region Kassel, mittlerweile auch einen herausragenden Logistikstandort etablieren konnten. Der entwickelt sich sehr gut, hat jedoch nicht die Dimension, wie hier. Aber: Wir wollen in verschiedenen Regionen dieses Zukunfts-thema mitgestalten.

 

Es gibt keinen Standort in Deutschland, und es wird kaum einen in Europa geben, der unter diesem Gesichtspunkt so viel zusammenführt, wie dieser hier. Der Flughafen, der auf dem Kontinent zu den zwei größten gehört. Ein verzweigtes Bahnnetz mit dem Knotenpunkt am Frankfurter Hauptbahnhof, der bei den Passagierzahlen deutschlandweit führend ist und in Europa in der Spitzenliga mitspielt.

 

Ein dichtes Verkehrsnetz, nicht nur für den Personenverkehr, sondern auch für den Gütertransport. Deshalb bietet sich dieser Raum in besonderer Weise an. Deshalb hat Staatssekretär Saebisch zu Recht vielen gedankt, die bei diesem Unternehmen, für das wir heute den nächsten Schritt einleiten, mitgewirkt haben. Ich möchte mich bei allen Partnern herzlich bedanken. Das könnten wir nicht alleine. Aber eins muss auch mal gesagt werden: Ohne den Vorsitzenden des Aufsichtsrats und sein Mitwirken wären wir auch nicht so weit gekommen. Deshalb möchte ich mich herzlich bei Ihnen bedanken.

 

Meine Damen und Herren,

Sie konnten es lesen und es wurde auch freundlich kommentiert: Noch niemals hatten wir in Hessen so viele Menschen in Arbeit wie zurzeit. Besonders bemerkenswert und erfreulich: Zwei Drittel dieser Menschen sind in sozialversicherungspflichtig beschäftigt, der Anteil der Geringbeschäftigungs-verhältnisse ist in Hessen drastisch zurückgegangen und auch beim Beschäftigungszuwachses liegen wir deutlich über dem Bundesschnitt. Das kann einen nur mit Freude erfüllen, das kann uns auch stolz machen. Es zeigt die Spitzenstellung Hessens im bundesweiten Vergleich.

 

Das ist aber kein Naturgesetz. Darum muss man immer wieder ringen, und wir müssen vor allem die Voraussetzungen dafür schaffen, dass wir auch in Zukunft an der Spitze sind. Deshalb kann es nicht genügen, dass wir uns nur mit den Dingen beschäftigen, die wir haben. Deshalb kann es nicht genügen, dass wir eine Diskussion allein über die Frage der Besitzstandwahrung führen.

 

Oder, wenn sich etwas verändert, manche es nicht als Chance, sondern als Belastung empfinden.

Diese Tendenz ist nicht nur bei den Themen der letzten Wochen, ob nun Lärm oder anderes, sondern in unserer Gesellschaft nahezu überall feststellbar. Jede Veränderung ist eine Herausforderung. Eine Herausforderung, die wir positiv gestalten wollen. Aber selten wird sie als Chance begriffen. Genau das wollen wir ändern. Wenn wir nur das bewahren, was wir haben, dann werden wir die Zukunft nicht gewinnen.

 

Dennoch wollen wir gemeinsam eine gute Zukunft haben. Aber zukunftsfähig sind wir nur, wenn wir wettbewerbsfähig sind. In einer globalisierten Wirtschaft sind Veränderungen auch bei uns bis ins letzte Dorf zu spüren. Deshalb können wir uns nicht damit begnügen, nur zu restaurieren.

Deshalb haben wir schon vor längerer Zeit beschlossen, dass wir mehrere Dinge zusammenführen werden, um unsere Zukunft zu gestalten. Das House of Logistics & Mobility ist ein solcher Wegmarker. HOLM steht nicht alleine.

 

Es reiht sich in eine Kette ein, von der wir glauben, dass sie unser Land zukunftsfähiger macht. Ich darf auch einmal an das House of Finance, das House of IT oder das House of Pharma erinnern. Heute schließt das House of Logistics & Mobility an diese Kette an. Warum machen wir das eigentlich? Schlichtweg aus der Überzeugung, dass mehr dabei herauskommt, wenn mehrere an einer Sache gemeinsam arbeiten, als wenn jeder für sich alleine versucht, eine Lösung zu finden. Der Gedanke ist erst einmal schlicht und wenig revolutionär.

 

Komplex wird es aber bei der Umsetzung: In einem Lebensumfeld, in das der Staat, die Verwaltung sowie Wirtschaft, Wissenschaft und Forschung eingebunden sind. Das zusammen ist mehr als reine Clusterbildung. Das zusammen ist der Humus, auf dem etwas Besonders entstehen kann. Entstehen kann wissenschaftliche Exzellenz, die wir schon in verschiedensten Bereichen haben, die wir aber bündeln wollen.

 

Daraus können und sollen zusätzliche Interaktionen zwischen Forschung und Wirtschaft entstehen: Durch den Austausch von Theorie und Praxis können Unternehmen Erfahrungen an die Forschung weitergeben und wissenschaftliche Erkenntnisse Anstöße für die Wirtschaft liefern. Verbunden wird das Ganze mit den verschiedensten Facetten der Verwaltung, um möglichst rasch und schnell Dinge, die sich daraus ergeben, dann auch in die Praxis umsetzen zu können. Diese drei Elemente sind bei allen „House of“-Konzepten die Kernelemente, die unsere Zukunft in besonderer Weise gestalten können.

 

Meine Damen und Herren,

das ist nicht sehr spektakulär. Da suche ich noch heute die Schlagzeilen oder die „Fünfspalter“ drüber. Sie wären es aber wert, denn: Unser Einsatz für Forschung bildet die Grundlage für die Arbeitsplätze von morgen. Hessen ist das einzige Land in Deutschland, das sich eine eigene Forschungsförderung leistet, die allein in dieser Legislaturperiode rund 400 Millionen Euro ausmacht: In unserem LOEWE-Programm.

 

Das machen wir nicht, weil wir zu viel Geld haben. Das machen wir aus der tiefen Überzeugung, dass ein Land, das an der Spitze ist, dort nur bleiben kann, wenn es sich auch im Forschungsbereich besonders engagiert. Um Forschung, Wirtschaft und Verwaltung unter ein Dach zu bekommen, braucht es Partner. Und diese Partner, das will ich ausdrücklich sagen, sind der besondere Schatz, der ein solches Haus ausmacht. Ein besonderer Partner ist die Stadt Frankfurt am Main. Herr Stadtrat Frank, wir haben vieles angestoßen, weitergebracht und mittlerweile auch vollendet, und ich kann nur sagen: Stadt und Land – Hand in Hand – das muss auch so bleiben.

 

Lieber Stadtrat Frank, ich will mich ausdrücklich bei Ihnen und bei der Oberbürgermeisterin bedanken. Ohne Ihr Engagement, ohne Ihre Kooperation, wäre das auch nicht so weit gekommen. Deshalb herzlichen Dank an den Magistrat der Stadt, aber vor allem auch an Sie persönlich.

Ich komme gerade aus dem Bundesrat, und da ging es heute Morgen um die spannende Frage, wie denn die Energiewende am klügsten zu gestalten wäre.

 

Dazu könnte man vieles sagen, das will ich jetzt nicht tun. Ich möchte es als Aufhänger nehmen für einen Umstand, der mir wichtig ist. Ich bitte Sie ausdrücklich darum – alle unsere Partner – mit hieran zu arbeiten: Dass HOLM einen Beitrag leistet, wie wir es in Zukunft hinbekommen, wichtige Infrastrukturprojekte auf der einen Seite tatsächlich umzusetzen, und auf der anderen Seite ein Lebensumfeld zu gestalten, in dem die Menschen sagen: Ich lebe gerne hier.

 

Das, was wir die letzten Wochen und Monaten erlebt haben, das darf man nicht ignorieren. Wir sind hier an der größten Betriebsstätte Deutschlands und Europas. An keiner Stelle gibt es mehr Arbeitsplätze. Es ist das Herzstück unserer wirtschaftlichen Kraft. Darüber liest man und sieht man seit Wochen und Monaten nichts. Beherrscht wird die öffentliche Debatte, beherrscht wird der mediale Eindruck, von den Belastungen, die unstreitig mit einem solchen Großprojekt verbunden sind: Stichwort Lärm.

 

Natürlich ist es nicht erlaubt, so etwas zu ignorieren. Wir müssen auch daran arbeiten, wie wir dies in ein erträgliches Gleichgewicht bekommen. Aber da fängt es schon an. Ein erträgliches Gleichgewicht bedeutet begrifflich, dass ich Ja sage zu einer solchen Infrastrukturmaßnahme, wie dem Ausbau dieses Flughafens und versuche, gleichzeitig die Belastungen im Lot zu halten.

 

Das unterscheidet sich dramatisch von der spannenden Frage, ob wir nicht am besten auf solche Dinge verzichten – uns geht’s doch gut. Und ich bekomme täglich einen Haufen Briefe, wo mir Leute schreiben, warum überhaupt das Ganze, es geht doch auch so. Ich bin weit entfernt davon, das gering zu schätzen und meine wie Ihre Aufgabe ist es, dass wir die Bürger erreichen und nach Möglichkeit auch davon überzeugen, dass das für unsere Zukunft wichtig ist.

 

Deshalb hoffe ich sehr, dass in einem Dreiklang das House of Logistics & Mobility einige Antworten finden möge, die uns gemeinsam weiterbringen. Dazu zählt zum Beispiel die Frage der Akzeptanz. Die Akzeptanz von Entscheidungen für Infrastrukturmaßnahmen, die für unsere Zukunft wichtig sind. Egal wie sie Logistik und Mobilität drehen – ohne Infrastrukturentscheidungen ist das kaum möglich. Das Zweite ist, dass wir die Versorgungssicherheit gewährleisten müssen. Und das Dritte ist, dass wir zukunftsfähig sein müssen. Diese drei Bereiche möchte ich gerne als Kernelemente, als Aufgabenstellung, mitgeben.

 

Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir über wissenschaftliche Exzellenz, über praktische Erfahrungen in betrieblicher Art, durch die Attraktivität des House of Logistsics & Mobility und auch durch Menschen, die hierher kommen, eine ganze Menge von interessanten Erfahrungen, Eindrücken und Ergebnissen bekommen werden.

 

Deshalb glaube ich, dass HOLM auch ein hervorragender Treffpunkt zum Meinungsaustausch sein wird, zum Wissenstransfer, zu anregender Diskussion, die über den Kreis der engeren Beteiligten hinaustreten muss, damit sie Wirkung entfaltet und damit wir ein bisschen Schule für Andere sein können.

 

Meine Damen und Herren,

mit dem House of Logistics & Mobility beschreiten wir nicht nur eine sichtbare Zukunfts- und – wie ich glaube – auch Erfolgsstraße, sondern wir befriedigen auch ein Bedürfnis, das in einem hochentwickelten Land im verdichteten Gebiet bei höchstem Wohlstand andere Antworten geben muss als bisher. Die schlichte Mitteilung über Zahlen interessiert eigentlich niemanden mehr.

 

Bei einem Land, das keine Grundprobleme mehr zu lösen hat, im Sinne der Existenzsicherung, wird erwartet, dass wir mehr bieten als nur Zahlen der Statistik, wonach wir das Bruttosozialprodukt gesteigert haben oder Ähnliches. Auf Dauer wird keine Maßnahmen möglich sein, ohne einen Grundkonsens in weiten Teilen der Bevölkerung, dass wir uns weiterentwickeln müssen, wenn wir Zukunft und Erfolg auch für die nächste Generation garantieren wollen.

 

Deshalb ist das HOLM ein Zukunfts- und – ich bin sicher – auch ein Erfolgsprojekt. Deshalb markiert der heutige Tag einen wichtigen Meilenstein auf einem mit Sicherheit interessanten Weg mit vielen Partnern. Was bleibt, ist insbesondere dem Architekten-Team und dem Bauherrn und allen, die sich beteiligen, zu wünschen, dass dieser Bau ohne Gefährdungen und ohne Unglücke zu einem glanzvollen Ensemble wird. Ich kenne die Pläne nur als Zeichnungen, ich glaube aber, man darf sich freuen auf das, was uns später dann als Bau geboten wird.

 

Ich wünsche Ihnen, dass der Zeitplan und nicht zuletzt auch der Kostenplan eingehalten wird. Als Land beteiligen wir uns – insofern haben wir auch ein Interesse, dass es bei diesem Kostenplan bleibt. Da bin ich zuversichtlich. Wenn wir alles zusammenpacken, dann können wir sagen, dass gerade Gateway Gardens eines der besten Stücke Zukunftsgestaltung ist – nicht nur in Rhein-Main, nicht nur in Hessen, sondern in ganz Deutschland. Daran mitwirken zu dürfen, ist, wie ich finde, eine großartige Sache. Dieses Mitgestalten, und soweit es das Land tun kann, den Weg freizumachen, ist uns eine Verpflichtung.

 

Glück auf! Alles Gute, bis zur Einweihung und dem House of Logistics & Mobility Glück und Segen. Herzlichen Dank.“

 

Rede Stadtrat Frank (autorisierte Fassung)

„Ich darf Ihnen heute die Grüße der Stadt Frankfurt am Main überbringen, und ich darf Ihnen sagen, dass der Magistrat der Stadt Frankfurt froh und glücklich ist, dass es in so kurzer Zeit gelungen ist, von der Idee zur Verwirklichung des House of Logistics & Mobility zu kommen.

Das ist ja nicht selbstverständlich. Meine Damen und Herren, es wurde bereits erwähnt, drei Jahre, nachdem die Idee aufgekommen ist, wird nun der Spatenstich gesetzt. Das zeigt, dass sowohl das Land Hessen als auch die Stadt Frankfurt am Main in der Lage sind, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren und es gemeinsam besonders gut gelingt, Dinge zu bewegen.

Und meine Damen und Herren, gerade in Zeiten des demographischen Wandels ist es auch eine zentrale Frage der Unternehmen, woher sie die klügsten Köpfe für  ihren Betrieb gewinnen können, wer bildet diese aus? Deshalb ist es so wichtig, dass sich das Land Hessen, gemeinsam mit der Stadt Frankfurt am Main, in vielen Bereichen zum Ziel gesetzt hat, Bildung zu stärken.

Der Ministerpräsident hat ein paar Beispiele gegeben. Das House of Logistics & Mobility ist ein Beispiel, aber ich möchte auch das House of Finance nicht unerwähnt lassen. Das House of Finance, die Bündelung von Finanzwirtschaft und Finanzrecht  auf dem Campus der Universität. Eine Institution, die vor 20 Jahren wahrscheinlich undenkbar gewesen wäre. Mittlerweile ist das anders. Wirtschaft und Wissenschaft arbeiten zusammen, und das ist enorm wichtig.

Das ist sozusagen der Zellkern für die Zukunft. Wir brauchen mehr Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft und Wissenschaft. Ich bin froh, dass dies in verschiedenen Institutionen bereits gelebt wird und letztendlich realisiert werden konnte, weil sich Land und Stadt, Hand in Hand, auf den Weg gemacht haben.

Ich möchte mich nochmals ganz herzlich bei Herrn Staatssekretär Saebisch bedanken. Natürlich erfordert die Zusammenarbeit  einen erhöhten Abstimmungsbedarf und ein funktionierendes Zeitmanagement. Doch genau diese gegenseitige Erwartungshaltung und Ungeduld ist eine wichtige Antriebsfeder, um ein Projekt voranzutreiben und sicherlich einer der Gründe, warum es so schnell ging. Genauso stelle ich mir die Zusammenarbeit vor.

Vor wenigen Tagen konnte hier in Gateway Gardens die Ansiedlung von DB Schenker gefeiert werden. Einige Zeit ist es her, dass für Condor Flugdienste der Grundstein gelegt wurde und jetzt sind sie schon dabei, hier in der Nachbarschaft einzuziehen.

Das zeigt, wie wichtig es ist, die richtigen Verkehrsmittel sozusagen in Sprungnähe zu wissen. Mobilität überhaupt ist ein außergewöhnlich existentielles Thema für die Zukunft und gewinnt für die Unternehmen immer mehr an Bedeutung.  So wurde bei den zahlreichen Ansiedlungen, die in den letzten zwei bis drei Jahren in Frankfurt am Main zu verzeichnen waren, als wesentliches Standortkriterium die direkte Anbindung zum Flughafen genannt.

Deshalb ist es wichtig, die passende Infrastruktur zu schaffen und auch dafür zu sorgen, die intelligentesten Köpfe nach Frankfurt am Main und in die Region zu holen, sie gut auszubilden. Das House of Logistics & Mobility ist der Garant dafür!

Ich glaube, die Investition, die wir jetzt gemeinsam tätigen, wird sich um ein Vielfaches auszahlen. Wir haben nicht nur im Bereich der Finanzen erstklassige Ausbildungsstätten, sondern holen die gesamte Expertise Deutschlands hier nach Gateway Gardens, um Logistik und Mobilität der Zukunft zu besprechen und dafür zu sorgen, die richtigen Lösungen zu finden.

Die Bedingungen in Frankfurt am Main stehen sinnbildlich dafür. Jeden Morgen machen sich über 300.000 Menschen auf den Weg in die City, und jeden Abend verlassen 300.000 Menschen wieder die City. Das bedeutet, dass es ganz besonderer Anstrengungen dafür bedarf, dass die Menschen ungestört in die Stadt ein- und auspendeln können.

Dafür, meine Damen und Herren, brauchen wir neue Konzepte, weil wir eine effizientere Logistik brauchen. Wir wollen mit weniger Aufwand mehr Menschen bewegen. Das wird eine der zentralen Aufgaben des HOLM sein.

In diesem Sinne möchte ich Ihnen allen, vor allem den zahlreichen Unternehmen, die sich hier engagiert haben, an vorderster Stelle, unsere Fraport, aber auch Siemens und viele andere, die sich hier tatkräftig eingebracht haben, ganz herzlich danken, dass es möglich ist, das Unternehmen selbst investieren, dass Wirtschaft und Wissenschaft noch enger zusammenkommen. Das ist ein tolles Signal für unsere Stadt, für Hessen und für unser Land.

In diesem Sinne wünsche ich denjenigen, die sich auf den Weg machen auf dieser Baustelle, dass sie störungsfrei bauen können, dass wir in wenigen Monaten  hier die Eröffnung feiern, lieber Herr Ministerpräsident, dass dann schon die jungen Menschen kommen und dass das House of Logistics & Mobility der Ort wird, wo kluge Köpfe für die Region, für unsere Stadt ausgebildet werden, damit wir sagen können: Wir haben damals die richtige Entscheidung getroffen.

In diesem Sinne, ein herzliches Willkommen, schön dass sie alle da sind bei diesem wichtigen Spatenstich.“

 

Zweite Rede Staatssekretär Saebisch (autorisierte Fassung)

„Ich glaube, das Gebäude, wenn man es sich jetzt betrachtet, wird ein architektonisch spannender Blickpunkt und Blickfang in Gateway Gardens sein. Aber uns ging es und geht es in der Landesregierung und im Vorstand des Vereins HOLM ja nicht darum,  ein schönes Gebäude zu errichten. Uns geht es um die Inhalte, die in diesem Gebäude in den nächsten Jahren und Jahrzehnten im wahrsten Sinne des Wortes bewegt, in Schwingungen gebracht werden sollen.

 

Uns ging es um Lösungen, wie es der Ministerpräsident zu recht hier vorgetragen hat. Wenn nicht in Hessen, wo denn in Deutschland ist die Frage des Verkehrs und der Mobilitätsentwicklung von so großer Bedeutung, sind die Chancen und Vorzüge einer dynamischen Verkehrsentwicklung, aber auch die Risiken und Belastungen so spürbar und erlebbar wie in Hessen und im Ballungsraum Frankfurt? Deswegen ist es auch gar kein Zufall gewesen, dass die Entscheidung von DB Schenker, nach Gateway Gardens zu kommen, sehr eng mit der Entscheidung, dieses HOLM, diese Flughafen-Universität, die erste Flughafenuniversität weltweit, hier in Gateway Gardens an den Start zu bringen.

 

Und was können Sie, die Partner des HOLM, jetzt von uns erwarten? Worauf können Sie sich einstellen? Wir wollen hier Innovationszirkel gründen, wir wollen Kernverbundprojekte hier administrieren, wir wollen die Clusterentwicklung hier in der Region voranbringen, ein Innovationsnetzwerk, ein Clustermanagement, auch ein Governance- und Politikmanagement, was heutzutage immer wichtiger wird, auch das wird Gegenstand des HOLM sein.

 

Der Beirat, Karl-Friedrich Rausch und Knut Ringat haben in den letzten Monaten sehr intensiv an den Konzepten gearbeitet. Ich hatte die Möglichkeit, auch den Universitäten in Hessen dieses Konzept schon vorzustellen. Und das Ergebnis dieser entsprechenden Vorstellung war, dass wir bei den Flächen, die wir im HOLM zu vergeben haben,  Anmeldungen in der Größenordnung von 75 Prozent haben – ohne dass jemand weiß, wie hoch überhaupt der Mietpreis ist. Das ist beeindruckend. Die Wirtschaft ist, wenn es um das Thema Kosten geht, immer etwas vorsichtiger, hat sich aber immerhin schon zu 50 Prozent der Flächen bekannt. Auch das ist ein kraftvolles Statement für diesen Standort.

 

Da ich schon in etwa weiß, wo der Mietpreis liegen wird, kann ich Ihnen versichern: Es wird keine böse, sondern eine sehr angenehme Überraschung geben, meine sehr geehrten Damen und Herren. In diesem Sinne: Der Worte sind genug gewechselt, wir sollten jetzt an den Spatenstich gehen. Ich darf ganz herzlich bitten, Herr Ministerpräsident, dass Sie die Phalanx anführen, begleitet, wie immer, wie es neuerdings heißt, von Ihrem zweiten Sturm, Ihren Staatssekretären, umgeben von mir selbst, der Frau Kollegin Hölscher, dem Kollegen Jung. Ich darf ganz herzlich Volker Sparmann als Vorsitzenden des Vereins bitten, natürlich für die Stadt Frankfurt meinen geschätzten Kollegen Markus Frank, Herrn Dr. Schulte von Fraport und Prof. Knut Ringat vom Beirat.“

 

 

 

 

 

Gastbeiträge

Dr. Michael Kassner, Leiter Siemens-Region Mitte

„Warum ist Frankfurt als Logistikstandort für Siemens wichtig?“

Mit ihren rund 5,5 Millionen Einwohnern und einem Bruttoinlandsprodukt von rund 205 Milliarden Euro ist Frankfurt Rhein Main eine der bedeutendsten Metropolregionen Europas. Grund für diese fortwährend aufstrebende Entwicklung ist – unbestritten – ihre international herausragende Stellung als Verkehrs- und Logistik-Drehscheibe, Messe- und Finanzplatz. Diese Infrastruktur nutzt auch Siemens mit seinen gut 4.600 Mitarbeitern im Großraum Frankfurt. Ein Beispiel ist der Siemens-Standort Offenbach, global in der Planung und Erstellung von Kraftwerken aktiv: Unsere Mitarbeiter fliegen für ihre Einsätze rund um die Welt und sind auf die Vielzahl der von Frankfurt angebotenen Interkontinental-Verbindungen angewiesen – um damit zeit- und kostensparend auch entlegene Ziele zu erreichen.

Dieses Beispiel lässt sich ergänzen durch das Weltlogistikzentrum der Siemens-Medizintechnik in Neu-Isenburg: Von hier aus werden Ersatzteile für Siemens-Geräte in die ganze Welt verschickt – von der wenigen Gramm leichten Spannfeder bis hin zum tonnenschweren Generator für einen Computertomographen. Denn: Fällt ein Ersatzteil für einen Computertomographen in Indien aus, sollte das Ersatzteil in der Regel bereits am Folgetag beim Kunden sein. Sonst könnte – schlimmstenfalls – der komplette Diagnose-Prozess einer Klinik tagelang lahmgelegt sein.

Auf rund 25.000 Quadratmetern lagern unweit des Frankfurter Flughafens rund 40.000 Ersatzteile für medizinische Geräte. Geht ein Auftrag im Logistikzentrum ein, wird das bereits verpackte Ersatzteil in Minutenschnelle kommissioniert, für den Versand vorbereitet und vom bereits parallel informierten Spediteur abgeholt. Nach einem extrem kurzen Weg zum Flughafen befindet es sich gegebenenfalls bereits wenige Stunden nach Auftragseingang im Flugzeug auf dem Weg nach Indien. Übrigens: In rund 97 Prozent der Fälle sind unsere Ersatzteile zum Wunschtermin des Kunden am benötigten Einsatzort, in vielen Ländern der Welt sogar innerhalb von deutlich weniger als 24 Stunden.

Dabei hilft auch unser Konzept, Reparaturstätten für unsere Geräte möglichst nahe und im Idealfall direkt im Logistikzentrum am Frankfurter Flughafen anzusiedeln. Angenehmer Nebeneffekt: Die Wirtschaftlichkeit erhöht sich zum einen deutlich, zudem sparen wir durch verkürzte Transportwege geschätzte 53 Tonnen CO2 pro Jahr – und leisten somit einen weiteren Beitrag zu den von Siemens formulierten Nachhaltigkeitszielen für interne Prozesse.

Diese Beispiele zeigen: Eine optimal organisierte Logistikinfrastruktur wird für ein weltweit tätiges Unternehmen zur „conditio sine qua non“ – die wiederum Basis für Wertschöpfung, Standortsicherheit und die Arbeitsplätze vor Ort ist.

Übrigens richtet sich Siemens selbst durch seinen neuen vierten Unternehmenssektor „Infrastruktur und Städte“ noch stärker als bisher nach Lösungen unter anderem für die  Mobilität von morgen aus. Nach Untersuchungen der Vereinten Nationen werden im Jahr 2030 bereits zwei Drittel der globalen Bevölkerung in Städten leben – was erhebliche Anforderungen an Verkehr und Logistik der Städte stellen wird.

Das heutige breite Spektrum von Siemens-Mobilitätslösungen geht von der Steuerung des Straßenverkehrs über Lösungen für den ÖPNV und den Fernverkehr bis hin zur Flughafenlogistik und Post-Automatisierung. Die Weiterentwicklung zukünftiger intermodaler Mobilitäts- und Logistik-Hubs wie Frankfurt Rhein Main werden von solchen ganzheitlichen Konzepten wie zum Beispiel Siemens „Complete Mobility“ profitieren können.

Ein innovatives Beispiel hierzu ist die Stadt Frankfurt: Das zentrale Verkehrsrechnersystem der Stadt, mit dem über 400 Ampelanlagen, das gesamte Parkleitsystem und 18 große Informationstafeln im Stadtgebiet gesteuert werden, wurde 2011 von Siemens erneuert und in die neue Gesamtverkehrsleitzentrale integriert.

Fazit: Die Region Frankfurt-Rhein-Main als „Tor zur Welt“ ist und bleibt für Siemens ein wichtiger Standortfaktor.

 

Andreas Graffe, Director Logistics, Adam Opel AG

Die Bedeutung der Logistik bei der Adam Opel AG

2011 produzierte und verkaufte die Adam Opel AG mehr als 1,2 Millionen Fahrzeuge. Gebaut werden unsere Fahrzeuge sowie Motoren und Komponenten in elf Werken in Europa. Die Aufgabe von Supply Chain ist es u.a. dafür zu sorgen, dass für die Produktion unserer Autos die richtigen Teile in der richtigen Menge zur richtigen Zeit am richtigen Ort sind –  das heißt in unseren Fertigungs- und Komponentenwerken in mehrerer europäischen Ländern.

Dazu nutzen wir ein Transport-Netzwerk von über hundert Dienstleistungsunternehmen, die täglich Material mit dem LKW, dem Zug, über die See und falls notwendig auch auf dem Luftweg für uns transportieren. Allein beim Material reden wir von über 62 000 Teilen, die von rund 1 500 Lieferanten aus 47 Ländern kommen. Auf das Jahr gesehen sind das 190 000 LKW-Fuhren und 100 000 Zugwaggons. Hinzu kommen 17 500 TEU eingehendes Material aus Übersee.

Um den Materialfluss sicher, kostengünstig und termingerecht zu garantieren, setzen wir innerhalb Europas primär auf Transporte mit LKW und Bahn.

Ein Großteil der Beschaffungslogistik von den Komponentenlieferanten zu unseren Opel/Vauxhall Werken findet mit dem LKW statt. Hier arbeiten wird sehr häufig mit sogenannten Gebietsspediteuren zusammen. Ein Spediteur ist dabei jeweils für ein geographisches Gebiet zuständig, in welchem er auf von uns vorgegebenen Routen alle Materialtransporte von Lieferanten zu unseren Werken durchführt. Das tägliche Aktualisieren aller Routen, das kontinuierliche Überwachen des Materialflusses und die ständige Routenoptimierung gehören zu diesen Aufgaben. Dazu kommen die Beobachtung von Stau-Entwicklungen sowie die Entscheidung über kurzfristige Notfallsendungen in Koordination mit den Werken und Lieferanten im Falle von Verspätungen und fehlendem Material.

Zugtransporte innerhalb Europas übernehmen ebenfalls einen wichtigen Anteil der Materiallogistik, auch wenn die teils noch unterschiedlichen nationalen Schienensysteme eine zusätzliche Herausforderung für einen reibungslosen und länderübergreifenden Transport darstellen. Trotz dieser Herausforderungen ist es uns gelungen, die „Otello“-Strategie erfolgreich umzusetzen. Sie steht für die enge Zusammenarbeit mehrerer europäischer Bahnen mit der Adam Opel AG. Über die Drehscheibe Kaiserslautern-Einsiedlerhof gelangen Ladungen in die Werke Szentgotthard (Ungarn), Wien-Aspern (Österreich) und Zaragoza (Spanien) sowie in und aus den deutschen OPEL Werken in Eisenach, Rüsselsheim, Bochum und Kaiserslautern.

Weiter haben wir an strategischen Punkten innerhalb Europas sogenannte Re-Distribution Center  (RDC) eingerichtet. Dies sind Sammellager in Spediteur-Verantwortung, die als Umschlagplätze für LKW Ladungen fungieren. Hier werden u.a. Kleinsendungen konsolidiert, als sogenannte “Trunkline LKW” (hohe LKW-Kubikauslastung) hoch verdichtet und zwischen zwei Anlaufpunkten transportiert. Die Vorteile dieser Struktur liegen in der guten Auslastung und in der geringen Anzahl von Transportmitteln. Ebenso reduzieren sie die Komplexität des Beschaffungsprozesses. Die Sendungsstruktur aus den jeweiligen Gebieten unterliegt einer permanenten Überwachung. Gegebenenfalls erfolgt ein verändertes Streckenrouting.

Wir arbeiten ständig an der Optimierung unseres Logistik-Netzwerkes. Neue Fahrzeugprojekte und die externe Marktentwicklung spielt hier eine wichtige Rolle. Ebenso prüfen wir neue, innovative IT-Systeme und Möglichkeiten zur Weiterentwicklung unserer Logistik. Dass wir hier den richtigen Weg eingeschlagen haben, zeigt die Sicherheit und Flexibilität unseres Logistik-Systems, welches sich auch in Krisenzeiten wie beispielsweise bei Streiks oder Naturkatastrophen bestens bewährt hat.

 

Jolanda Schwirtz, Head of Logistics, Delivery Service, Nestlé

Wie kommen die Produkte von Nestlé eigentlich zu mir in den Supermarkt um die Ecke?

Nestlé produziert als größtes Lebensmittelunternehmen weltweit eine Vielfalt an Produkten wie z.B. der 5 Minuten Terrine von Maggi, Schokoriegel wie KitKat, Smarties oder Lion, Kaffeesorten Nescafé, Dolce Gusto und Nespresso, Babynahrung von Alete und Tiefkühlpizza der Marke Wagner. Doch was geschieht nach der Produktion? Wie kommen zum Beispiel KitKat oder die 5 Minuten Terrine in das Regal, so dass der Konsument sein Lieblingsprodukt jederzeit kaufen kann? Insgesamt gibt es heute 23 Nestlé Werke in Deutschland für die breite Produktpalette von Nestlé Deutschland. Beispielsweise werden die Produkte der Marken KitKat und Maggi u.a. in deutschen Werken produziert, die sich u.a. im Hamburg als auch in Singen am Bodensee befinden.

Hier ein Beispiel der Lieferkette anhand der 5 Minuten Terrine von Maggi, die im Werk Lüdinghausen produziert wird. Nach der Produktion und Qualitätsprüfung im Werk Lüdinghausen werden die Produkte direkt per Förderanlage aus dem Werk in das angrenzende Distributionszentrum transportiert. Dort wird die Ware automatisch im Hochregallager gelagert.  Im Falle von Kommissionierung, also der auftragsbezogenen Zusammenstellung, erfolgt eine Bevorratung über mobile Transportsysteme und eine beleglose Zusammenstellung der Aufträge. Die Distributionszentren liegen allgemein nah bei den Werken, um die Umwelt nicht unnötig mit Verkehr zu belasten.

Um eine bessere Auslastung der LKWs zu erreichen, werden Bestellmengen, die ein großes Volumen umfassen direkt ohne Umschlag in das Zentrallager des Kunden transportiert, wohingegen Bestellmengen, die ein bestimmtes Mengenvolumen unterschreiten über Sammelpunkte zum Kunden geleitet werden. Hierbei kommen sogenannte Doppelstock LKW zum Einsatz, die eine schadenfreie Anlieferung der kommissionierten Paletten gewährleisten und ebenso zu einer hohen Auslastung der Fahrzeuge führt. Ablieferpunkte sind hier entweder die einzelnen Läden oder ein Zentrallager des Kunden/Händlers von denen es letztlich in die einzelnen Läden des Einzelhandels weitergeleitet wird.

Nestlé garantiert seinen Kunden, dass die Zeitspanne zwischen Auftragserteilung und Ankunft am Ziel nicht größer als 48 Stunden ist.

Nestlé bzw. seine kooperierenden Spediteure transportieren auf diesen Wegen mehrere Tausend Paletten am Tag. Der Lieferservicegrad lag bei diesem Umfang in 2011 bei >99%. Doch nicht nur die Auftragserfüllung und damit Zufriedenstellung unseres Kunden liegt uns am Herzen. Nestlé, und damit auch die Logistik, stellt sich ihrer gesellschaftlichen Verantwortung.

Soziale Aspekte, Sicherheit und der Fokus auf Nachhaltigkeit sind wesentliche Bestandteile aller Nestlé Entscheidungen. Das gilt nicht nur für unsere Konsumenten, sondern auch für unsere Mitarbeiter und Kooperationspartner. Ganz nach dem Motto „ein Unfall ist einer zu viel“.

Zum Wohle unserer Umwelt setzt Nestlé seit Jahren auf CO2-Reduktion bei der Lagerung und dem Transport und setzt hierzu alternative Energiequellen wie Photovoltaikanlagen und die abgehende Hitze unserer Produktion und der Produkte als Wärmequelle ein. Ein Beispiel hierfür ist das Mainzer Nescafé Werk indem wir seit bereits fünf Jahren den Kaffeesatz als Strom- und Wärmequelle nutzen. Des Weiteren streben wir einen verringerten CO2-Austoss durch die Nutzung von Kombinierten Verkehr an.

Wir setzen hierfür vermehrt auf den Transport mit der Bahn. Ein weiterer Transportweg ist die Binnenschifffahrt. Für das Werk Mainz wird z.B. der gesamte Kaffee aus Rotterdam per Binnenschiff in den Mainzer Containerhafen gefahren und von dort sind es nur noch wenige hundert Meter bis zu dem Werk.

Die Aufgabe der Logistik ist somit vielfältig. Nestlé kümmert sich um seine Produkte, seine Mitarbeiter, seine Partner und vor allem um SIE, denn wir liefern, was wir Ihnen versprechen.

 

Karlheinz Kroke, Geschäftsführer Druck- und Verlagshaus Frankfurt am Main

Wie kommen die Zeitungen zu ihren Lesern, und was bedeutet Logistik für einen Verlagschef?

Sicherlich entscheidet die journalistische Qualität über den Erfolg oder den Misserfolg einer Tageszeitung. Aber jeder Verlagsfachmann weiß, dass die berühmte „letzte Meile“ entscheidend ist, diesen Erfolg auch in Auflage realisieren zu können. Was nutzt es einer Redaktion und dem Verlag, die schönste Zeitung der Welt produziert zu haben, wenn sie nicht pünktlich und zuverlässig in den Briefkästen der Leser morgens zu finden ist oder der Kioskbesitzer vor leeren Regalen steht.

Die Qualität der „letzten Meile“ wird in Zukunft für die deutschen Verlage entscheidend sein. In anderen Ländern wie beispielsweise in Tschechien oder England kennt man diese Vertriebsform nicht. In Tschechen war es immer üblich die Zeitung am Kiosk zu kaufen, eine Zustellung bis an die Haustür ist hier unbekannt.

Deshalb ist das Zusammenspiel zwischen professioneller Logistik und verlässlicher Zustellung mittlerweile ein wesentlicher Erfolgsgarant für die Verlage. Die Erfahrung der letzten Jahre zeigt aber auch, dass eine überdrehte Kostenoptimierung der Verlage bei den Logistikdienstleistern letztlich auf die Qualität der Logistik durchschlägt. Gute Logistik, muss deshalb ihren Preis haben, genauso wie guter Journalismus seinen Preis haben muss.

Sorge bereitet mir allerdings die zunehmende Konzentration der Logistikunternehmen auf dem deutschen Markt, aber auch Europa und Weltweit. Gerade im nationalen Geschäft könnte die Anzahl attraktiver Logistikpartner größer sein. Im lokalen und regionalen Geschäft ist das Angebot an kompetenten und qualifizierten Logistikunternehmen für Industrie und Gewerbe ausreichend. Die starke Konzentration auf dem nationalen Markt führt aber für Gewerbe und Handel zu einer Reduzierung der Flexibilität der eigenen Angebotspalette, bzw. zu Einengungen zeitlicher Dispositionsmöglichkeiten.

Ebenso ist die Entwicklung des Dieselpreises, der in aller Regel von den Logistikunternehmen an Gewerbe und Handel weitergeben wird zu einer unkalkulierbaren Größe geworden oder positiv ausgedrückt: Jedes Unternehmen kann sich darauf verlassen, dass der Dieselpreis kontinuierlich steigt und damit der Anteil der Transportkosten am Gesamtpreis des jeweiligen Handelsgutes. Inwiefern Alternative Antriebstechnologyen in absehbarer Zeit eine Maßgebliche Rolle in der Logistik spielen können, ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt eher zu vernachlässigen oder vielleicht auch nur ein Geheimnis der Automobilindustrie.

Jedenfalls machen die aktuellen Neuentwicklungen europäischer, amerikanischer und asiatischer Automobilbauer doch Hoffnung auf zügige Innovationen. Gerade in diesem Punkt kann die Logistikbranche Ihrer ökologischen Verantwortung durch eine gute Lobbyarbeit gerecht werden. Dass gelegentlich ramponierte Image der Logistikbranche verbildlicht durch LKW-verstopfte Autobahnen, sollte dann wenigstens mittelfristig durch Einführung dieser Innovationen wieder aufgebessert werden.

Es wird nicht reichen, wenn einige Verbandsoberen sich im Licht ökologischer Ansprüche oder der Forderung nach Nachhaltigkeit sonnen, sondern es muss vielmehr auch gelingen, dass dieser Geist und die Überzeugung zur technologischen Weiterentwicklung und Veränderung Einzug hält bis auf die Basis der Branche.

Eine Herausforderung an Verlage und Logistikunternehmen wird sicherlich auch die rasante Entwicklung der digitalen Medienwelt darstellen. Digital publizierte Medien brauchen kein Papier mehr, also auch keinen Transport. Diese Anforderungen an den Strukturwandel müssen die Logistiker erkennen, sich auf ihn vorbereiten und selbst engagiert mitgestalten. Dies müssen die Verlage schon seit einigen Jahren tun. Ich bin optimistisch, dass die Branche den Zeitenwandel bewältigen wird, mit der Phantasie und der Flexibilität, die man von dieser  Branche kennt.

 

Alexander Kosmidis und Thomas Kosmidis,
Geschäftsführer VENOS Lebensmittelhandelsgesellschaft

Frankfurt die heimliche Fischhauptstadt Deutschlands? Dank Logisitk JA!

Die Venos GmbH in Frankfurt existiert seit 1994 im Stadtteil Rödelheim. Die ersten 6 Jahre machte das Unternehmen 50 % seines Umsatzes mit Fisch, inzwischen sind es 30%, aber in absoluten Zahlen mehr als anfangs. Wir haben ca. 40 Beschäftigte. Mit 8 Kühlfahrzeugen liefern wir unsere Ware an mehr als 200 Kunden aus. Durchschnittlich schlagen wir etwa 15 Tonnen Fisch pro Woche um. In der Weihnachtswoche erreichen wir sogar ein Verkaufsvolumen von 50 Tonnen frischem Fisch.

Als wir unsere Tätigkeit 1994 begannen, war die Welt der Fischlogistik noch eine völlig andere. Es war stadtbekannt, dass es immer dienstags frischen Fisch gibt. Dementsprechend waren an Dienstagen unser Parkplatz als auch unsere Verkaufshalle hoffnungslos überfüllt.

Dies hat sich in den letzten 18 Jahren grundlegend verändert. Fragt uns heute ein Kunde wann wir frischen Fisch bekommen, so können wir getrost sagen „JEDEN TAG“.

Wie es zu dieser Entwicklung kam möchten wir Ihnen hier kurz anhand von drei Hauptargumenten erläutern: Die Lage: Frankfurt liegt im Herzen Deutschlands, an einem der wichtigsten Verkehrsknotenpunkte im Nord-Süd-Verkehr für ganz Europa. Der Flughafen: Durch die Nähe zum Frankfurter Flughafen und zum 1995 eröffneten Perishable Center. Die Erfahrung: Die jahrelange Erfahrung und ein ausgedehntes Netzwerk an Kontakten zu Fischlieferanten, ermöglichen uns kurze Kommunikations- und Logistikwege.

Die Lage unseres Unternehmens hat sich heute als entscheidender Wettbewerbsvorteil für den Handel mit Fisch herauskristallisiert. Der Frankfurter Flughafen ist heute ein Drehkreuz für frischen Fisch geworden. Sowohl für Transporte von Luftà Straße als auch für Transporte Straßeà Straße, d.h. Fisch wird in Frankfurt entweder per Flugzeug oder LKW angeliefert und dann per LKW deutschlandweit ausgeliefert. Wir sitzen sozusagen an dem direkten Drehkreuz für frischen Fisch in Deutschland. Diese Nähe zu den Hauptverkehrsrouten ermöglicht uns dieses ausgedehnte Netzwerk an Fischlieferanten.

Wir bestellen beispielsweise drei Mal wöchentlich Fisch aus Norditalien. Der gleiche LKW, der den Fisch zu uns liefert, fährt auch Fisch an das Perishable Center zur weiteren Verteilung deutschlandweit. Wenn wir Fisch aus Frankreich bestellen, müssen wir etwas anders disponieren. In Frankreich bestellen wir bei mehreren Lieferanten kleinere Mengen an Fisch, welche dann in Rungis von unserem Spediteur gesammelt werden und anschließend an uns geliefert werden.

Die Kunst beim Handel von Fisch besteht darin immer die richtige Menge am richtigen Ort zu organisieren, da es sich bei Fisch um ein leicht verderbliches Gut handelt, d.h. das richtige Timing ist entscheidend für erfolgreichen Handel mit dieser Ware. Grade in der Weihnachtswoche, wo wir bis zu 50 Tonnen Fisch in einer Woche umschlagen ist die Herausforderung sehr groß, da unsere Lagerkapazitäten nicht zur gleichzeitigen Lagerung von solch einer enormen Menge ausgelegt sind. Gewährleisten können wir die Verfügbarkeit einer solch großen Menge nur durch täglich Anlieferung in unsere Lager und den gleichzeitigen Abverkauf.

Da für die nächsten Jahre der Fischkonsum in Deutschland weiter steigen soll und sich bei Kunden auch ein steigendes Interesse an einer Vielzahl von Fischen beobachten lässt, denken wir, dass unsere Tätigkeit auch die nächsten Jahre noch genügend Dynamik und Wachstum erfahren wird, was wiederum auch eine weitere Herausforderung an unsere Tätigkeit darstellen wird.

 

Kurzstatements II

Pilotin: Mobilität bedeutet für mich eine moderne Lebensweise und trägt meiner Meinung nach maßgeblich zur Verbesserung der Lebensqualität bei, denn sie ermöglicht der Gesellschaft, leichter zu kommunizieren, sich in der Welt zu bewegen und dadurch auch wirtschaftliche Beziehungen aufrecht zu erhalten.

Mobilität bedeutet für mich auch Flexibilität – in meinem Beruf als Pilotin unentbehrlich – ein Gewinn von neuen Eindrücken und Kontakten, die Möglichkeit andere Länder und Kulturen kennen zu lernen, viel zu erleben. Es gibt wahrscheinlich wenig Berufe, die so stark von Mobilität geprägt sind wie meiner. Die Fliegerei ist nach meiner Auffassung das Paradespiel für Mobilität in der modernen Gesellschaft.
Stefanie Bub, 33 Jahre, Senior First Officer Airbus A380, Lufthansa.

 

Mobilitätseingeschränkter Mensch: Für mich bedeutet Mobilität, mich – wie andere Menschen auch – mit dem öffentlichen Nah- und Fernverkehr fortbewegen zu können. Doch das ist für Rollstuhlfahrer wie mich noch nicht in vollem Umfang möglich. Es wird immer nur stückweise auf Barrierefreiheit geachtet – in der Stadt als auch auf dem Land.

Seit den 1970er Jahren hat sich die Mobilität für bewegungseingeschränkte Menschen erheblich verbessert. Die Fahrdienste für Behinderte, die es seit Mitte der 1970er Jahre gibt, helfen uns einerseits, mobil zu sein, auf der anderen Seite schließen sie uns aber aus. Um einigermaßen mobil zu sein, bin ich auf die Hilfe anderer angewiesen. Behinderte Menschen haben einen Anspruch auf Mobilität. Es kann nicht sein, dass sie immer noch auf Sonderverkehrsmittel verwiesen werden.
Christa Schlett, 69 Jahre, Rentnerin

 

Fußgänger und Nutzer öffentlicher Verkehrsmittel: Ich besitze kein Auto, bin zu Fuß und mit den öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs. Mit einer Behinderung ist man auf eine städtische Infrastruktur angewiesen. Auf dem Land wäre ich aufgeschmissen.

Der Idealzustand von Mobilität wäre, auch in ländlichen Gebieten flexiblere Möglichkeiten zu schaffen. Hier wird der Nahverkehr zwar ausgebaut, doch es muss noch einiges getan werden. Es fehlen neben besseren Verbindungen auch Einstiegshilfen für Rollstuhlfahrer –  auch in neuen Verkehrsmitteln.
Georg Gabler, 68 Jahre, Rentner

 

Mutter: Flexibel sein – das bedeutet Mobilität für mich. Meine Zeit ist begrenzt, daher möchte ich sie mir möglichst gut einteilen. Mobilität heißt, schnell von A nach B zu kommen  – mit und ohne meine beiden Kinder. Mobilität bedeutet für mich auch, gute Anschlussverbindungen zu haben und nicht eine halbe Stunde auf einen Bus zu warten.

Alleine nutze ich vor allem öffentliche Verkehrsmittel, bin täglich bis zu vier Stunden von Essenheim zu meinem Studienort Frankfurt hin und zurück unterwegs. In großen Städten ist der öffentliche Nahverkehr gut ausgebaut, aber da muss man erst mal hinkommen. Von Essenheim nach Mainz brauche ich mit den öffentlichen Verkehrsmitteln eine halbe Stunde, von dort nach Frankfurt eine Stunde-reine Fahrzeit. Bin ich mit meinen Kindern unterwegs, bin ich auf das Auto angewiesen, um mobil zu sein. Lange auf einen Bus zu warten, der einmal in der Stunde fährt, geht mit Kindern einfach nicht. Um wirklich uneingeschränkt mobil zu sein, müsste es bessere Anschlüsse geben, vor allem außerhalb der Städte und kürzere Wartezeiten.
Yvonne Hirsch, 34 Jahre, Studentin

 

Pendlerin: Mobilität bedeutet für mich laufen zu können, mit dem Rad kurz bei Freunden vorbei zu fahren, andere Länder kennen zu lernen, mal eben fürs Wochenende nach London zu fliegen sowie gleichzeitig an einem schönen Ort zu wohnen und an einem anderen Ort arbeiten zu können. Mobili-tät bringt mir also mehr Freizeit und somit mehr Lebensqualität.

Im Alltag macht mich dabei das Autofahren (trotz der hohen Benzinpreise) besonders mobil. Es ermöglicht mir flexiblere Arbeitszeiten und sorgt dafür, dass ich halb so lang zu meinem Arbeitsplatz brauche wie mit öffentlichen Verkehrsmitteln.
Constanze Rickmeyer, 27 Jahre, Doktorandin

 

Fußgänger: Mobilität heißt für mich in erster Linie Barrierefreiheit in der Stadt. Immer wieder wird diese – gerade für Fußgänger – beschränkt. Oft fehlt es an der Rücksichtnahme gegenüber Fußgängern der  anderen Verkehrsteilnehmer. Fußgänger werden oft nicht wahrgenommen, das ist insbesondere für Ältere problematisch und zuweilen auch gefährlich. Es herrscht ein Interessenskonflikt der Verkehrsteilnehmer.

Der Bürgersteig wird von Radfahrern und Trendsportlern benutzt, oft auch von Autos zugeparkt.  Ideal wäre es, zu Fuß alles ungehindert erreichen zu können. Die Fußwege sollten von den Radwegen und Verkehrsstraßen besser abgetrennt werden, etwa durch Poller oder Aufsetzer an den Bürgersteigen zur Straße hin.
Bernd Irrgang, 66 Jahre, Rentner und Vorsitzender des Vereins „Bund der Fußgänger e.V.“

 

Autofahrer: Wir leben in einer Mobilitätsgesellschaft. Für Menschen aller Altersklassen in unserem Land stellt die Möglichkeit, ständig mobil zu sein fast schon ein Grundbedürfnis wie Essen und Trinken dar. Mobilität ist für mich eine unabdingbare Voraussetzung für die Teilnahme am öffentlichen Leben. Die Ausübung eines Berufes ist in der Regel mit einem hohen Grad an individueller Mobilität verbunden, will man erfolgreich sein.

Deshalb gehören die Erhaltung und die Entwicklung der Verkehrsinfrastruktur zu den wichtigsten Gestaltungsaufgaben in unserem Land. Allerdings muss Mobilität bezahlbar und damit für alle Bürger nutzbar sein. Für mich persönlich bedeutet Mobilität auch Freiheit, Individualität sowie die Möglichkeit an unterschiedlichen Orten mit ganz unterschiedlichen Menschen zusammen zu kommen.
Dr. Erhard Oehm, 76 Jahre, Vorsitzender des ADAC Hessen-Thüringen e.V. und Pensionär

 

Shopperin: Mobilität ist Freiheit. Für mich bedeutet Mobilität, flexibel zu sein und sich frei bewegen zu können – auch ohne Auto. Mobil zu sein heißt, aktiv zu sein und in Bewegung zu bleiben. Als Stylistin muss ich flexibel sein und schnell an andere Orte kommen. Von Frankfurt aus kann ich unproblematisch in die ganze Welt reisen. Für meinen Job benötige ich zudem viele verschiedene Produkte. Mobil zu sein heißt für mich auch, nicht darüber nachdenken zu müssen, wie ich meine Einkäufe transportiere.
Nada Lottermann, 34 Jahre, Stylistin und Fotografin bei Lottermann and Fuentes

 

Radfahrer: Mobilität ist eine Notwendigkeit. Mobil zu sein bedeutet frei und flexibel zu sein.Die gesellschaftliche Wertschätzung räumlicher Mobilität wächst stetig – sie ist zu einem unentbehrlichen Bestandteil unseres Verständnisses von Lebensqualität gereift.

Die Entfaltung ihrer Freiheitsgrade im Modal-Split und die Ausprägung ihrer Qualität – die Mobilitätserfahrung – sind dabei von strukturellen Rahmenbedingungen, subjektiven Ansprüchen und Präferenzen sowie der Notwendigkeit einer nachhaltigen Lebenspraxis abhängig. Wer sich optimal entscheidet, fährt Fahrrad.

Denn bei diesem Verkehrsträger verbinden sich die größtmöglichen Vorteile für Nutzer und Umfeld: Es ist gesundheitsfördernd, kontaktfreundlich, günstig in Unterhalt und Infrastruktur, zeitsparend, emissionsfrei und bietet eine nahezu unbegrenzte Bewegungsfreiheit auf lokaler Ebene. Dazu kommt natürlich eine Menge Fahrspaß – dank moderner Produktionsverfahren. Auch bei Wind und Wetter erhöht es trotz seiner vergleichsweise schlichten Konstruktion den Aktionsradius um ein Vielfaches und emanzipiert seine Halter von alten Konventionen.

Für mich ist ein Rad daher der perfekte Begleiter in fast allen Lebenslagen: zum Pendeln, Regenerieren und Trainieren, für Erledigungen in Nachbarschaft und Innenstadt, dem Urlaub in der Natur und wenn ich gemeinsam mit Freunden oder Bekannten unterwegs bin.
Jan-Frederik Stautz, 32 Jahre, Geschäftsführer der Fahrradwerkstatt Fixiestube

 

Triebfahrzeugführer: Nach meiner Ausbildung zum Lokführer bei der Deutschen Bahn bin ich heute bei der S-Bahn Rhein-Main beschäftigt und bereite in der S-Bahn-Werkstatt in Frankfurt die Züge für den Tageseinsatz vor. Ab Mai werde ich mit einem von 166 S-Bahn-zügen auf dem gesamten Streckennetz in Rhein-Main fahren. In modernen und umweltfreundlichen S-Bahnen reisen 127 Millionen Fahrgäste im Jahr.

Meine Kollegen und ich fahren auf den insgesamt neun S-Bahnlinien täglich fast tausend Züge und legen dabei jährlich 13,7 Millionen Kilometer zurück. Mobilität bedeutet Bewegung. Dafür sorgen wir täglich – Jahr für Jahr. Persönlich ein Teil dieser Leistung zu sein erfüllt mich mit Stolz.
Michael Adam, 20 Jahre, Triebfahrzeugführer bei der S-Bahn Rhein-Main

 

 

Gastbeiträge Wissenschaftler

Prof. Dr.-Ing. Holger Hanselka: Forschen für die Elektromobilität

 

Die Menschheit steht in den kommenden Dekaden vor großen Herausforderungen. Die Nutzung fossiler Energieträger wirft zwei fundamentale Probleme auf. Die Endlichkeit der Vorkommen bei gleichzeitig wachsendem Bedarf führt zwangsläufig zu drastisch steigenden Preisen. Der Klimawandel wird durch die anhaltenden CO2-Emissionen weiter beschleunigt. Das Bevölkerungswachstum auf prognostizierte neun Milliarden Menschen im Jahr 2050 und die steigende Urbanisierung wird gerade im asiatischen Raum zu vielen neuen Megacitys führen. Großstadtbewohner leiden schon heute unter verkehrsbedingten Emissionen von Lärm, Abgasen und Feinstaub.

Unter diesen Randbedingungen müssen neue Lösungen für die Mobilität von Menschen und den Transport von Waren gefunden werden. Diese Lösungen müssen mindestens mittelfristig ökologisch und ökonomisch nachhaltig sein. Deshalb müssen heute große Forschungsanstrengungen geleistet werden, um Lösungen für morgen und übermorgen zu erdenken, zu entwickeln und auch umzusetzen. Als eine Lösung bietet sich die Elektromobilität an. Elektroautos sind lokal emissionsfrei und unabhängig vom Primärenergieträger. Dadurch können sie die Nachteile der Nutzung fossiler Treibstoffe vermeiden.

Die Bundesregierung hat 2009 mit dem Nationalen Entwicklungsplan Elektromobilität ein strategisches Thema identifiziert. In diesem Rahmen war die Fraunhofer Systemforschung Elektromobilität durch ihren ganzheitlichen Ansatz ein besonderes Forschungsprojekt. Das komplexe System Elektromobilität wurde von 33 Fraunhofer-Instituten in allen seinen Facetten erforscht. Lösungen entlang des Pfades der Energie von der Erzeugung über Verteilung und Speicherung bis hin zur Wandlung im Motor wurden erarbeitet.

Sichtbares Ergebnis des Projekts war die erfolgreiche Integration der Komponenten in die Demonstrationsfahrzeuge Frecc0 und AutoTram®. Aber auch sozioökonomische Fragestellungen, wie Verfügbarkeit von Ressourcen, Veränderungen in der Wertschöpfungskette, Kundenakzeptanz und Geschäftsmodelle, wurden untersucht.

Praxiserfahrungen aus den Modellregionen, wie z.B. Rhein-Main, zeigen, dass für gut planbare und auf eine bestimmte Streckenlänge limitierte Einsätze, z.B. bei Pendlern oder Zustelldiensten, Elektrofahrzeuge ein vollwertiger Ersatz für herkömmliche Fahrzeuge sein können. In bestimmten Nutzungsbereichen, wie dem Langstreckengüterverkehr, ist Elektromobilität auch langfristig keine Alternative.

In allen kaufentscheidenden Kriterien, wie z.B. Kosten, Sicherheit, Zuverlässigkeit, Komfort und Emotionen, müssen Elektrofahrzeuge konkurrenzfähig werden. Elektrofahrzeuge haben geringere Betriebs- aber zurzeit deutlich höhere Anschaffungskosten. Massentaugliche Produktionsverfahren und Skaleneffekte können die Anschaffungskosten im Allgemeinen und die Batteriekosten im Besonderen wesentlich senken.

Methoden der Systemzuverlässigkeit und Prüfverfahren müssen an die Elektromobilität angepasst werden, um das gewohnte Sicherheits- und Zuverlässigkeitsniveau zu erreichen. Die veränderte Geräuschkulisse durch den fehlenden Verbrennungsmotor eröffnet hinsichtlich des Verkehrslärms große Potenziale. Gleichzeitig können bisher übertönte Geräusche von Nebenaggregaten plötzlich als störend empfunden werden.

Als mobiler Speicher werden Elektroautos integraler Bestandteil des Energieversorgungsnetzes der Zukunft. Auch die IKT wird in Elektrofahrzeugen eine stärkere Rolle spielen. An diesen Beispielen wird deutlich, dass das System Elektromobilität ein komplexes und vernetztes Forschungsfeld ist. Die Vermittlung dieser interdisziplinären Kompetenzen an unsere Nachwuchskräfte ist essenziell, um die internationale Konkurrenzfähigkeit zu erhalten.

Die elektromobilitätsspezifischen Vorteile werden zukünftig bei „purpose design“-Fahrzeugen besonders gut zur Geltung kommen. Mit neuen Designfreiheiten, Funktionsintegration und Leichtbau können solche Fahrzeuge auf das Nutzungsprofil hin optimal gestaltet werden.

 

Prof. Dr.-Ing. Holger Hanselka ist Leiter des Fraunhofer-Instituts für Betriebsfestigkeit und Systemzuverlässigkeit LBF und Vizepräsident der TU Darmstadt, an der er auch das Fachgebiet Systemzuverlässigkeit und Maschinenakustik SzM leitet. Prof. Hanselka ist Hauptkoordinator der Fraunhofer Systemforschung Elektromobilität, Mitglied der Nationalen Plattform Elektromobilität und des Elektromobilitätsbeirats der Hessischen Landesregierung. Unter seiner Führung haben sich 17 Fachgebiete als „Forschungsinitiative Elektromobilität an der TU Darmstadt“ zusammengeschlossen. Das Fraunhofer LBF und die TU Darmstadt erforschen die Elektromobilität im Auftrag von Kunden und in mehreren durch EU und Bundes- und Landesregierung geförderten Projekten.

 

 

Professor Dr. Ing. Uwe Clausen: Über nachhaltige Güter- und Personenmobilität

In Europa leben bereits heute über 60 % der Bürgerinnen und Bürger in Städten und über 80% des Bruttoinlandsprodukts der EU werden dort erwirtschaftet. Auch weltweit zieht es die Menschen in die Metropolregionen. Gleichzeitig nimmt die weltweite Arbeitsteilung und damit die Bedeutung der Logistik weiter zu. Die Herausforderung, urbane Räume im Sinne einer nachhaltigen Güter- und Personenmobilität zu gestalten und diese zugleich in weltweite Netzwerke einer zukünftigen Kreislaufwirtschaft einzubetten, ist letztlich nur durch eine effiziente Logistik lösbar. Dabei stoßen wir in der vorhandenen Infrastruktur mit den herkömmlichen Logistik- und Mobilitätskonzepten zunehmend an Kapazitätsgrenzen.

Im Personenverkehr zeichnet sich ab, dass zu einem weltweiten Trend der individuellen Motorisierung ein moderner, urbaner Trend der flexiblen Mobilität ohne Eigentum am Pkw hinzutritt, der Angebote des öffentlichen Verkehrs mit zeitweiser Nutzung von Taxi, CarSharing oder Pedelec bedarfsabhängig kombiniert. Internet, Smartphones und innovative Geschäftsmodelle sind zusätzlich Treiber in diesem neuen Segment der Mobilitäts­dienstleistungen. Das Rückgrat bilden – auch in den stark wachsenden Metropolen der Schwellenländer – die spurgeführten, massenleistungsfähigen Verkehrssysteme der U-/S- und Stadtbahnen.

Allerdings stellt die zunehmende Anzahl von Ein- und Auspendlern eine Herausforderung dar, die oft – teilweise sogar mehrheitlich – im eigenen Kraftfahrzeug zum Arbeitsplatz kommen. Diese Tendenz gibt es in allen Ballungsräumen und aufgrund der geforderten Mobilität und Flexibilität ist sie – in Verbindung mit geringer Neigung, zum Arbeitsplatz umzuziehen – bislang noch steigend. In zentralen Lagen hat sich das Angebot des ÖPNV vor allem durch Beschleunigungsprojekte in den letzten Dekaden in Deutschland, aber auch vielen anderen Ländern, verbessert.

Zugleich ist aber auch durch höheres verfügbares Einkommen die Motorisierung gestiegen, wobei die Anzahl privater PKW mit Elektroantrieb bislang noch verschwindend gering ist. Allerdings verfügen Gewerbeparks mit überwiegender Büronutzung über ein großes Potenzial zur alltäglichen Nutzung von Elektromobilität, die in Verbindung mit flexiblen Nutzungskonzepten langfristig ihre Chancen haben wird.

Der Güterverkehr wird sich – will er nicht kostbare Zeit im Stau und auf verstopften Straßen verschwenden – in Zukunft in stärkerem Maße außerhalb der Hauptverkehrszeiten und in den Nachtstunden bewegen müssen. Eine besondere Herausforderung wird dabei die Nachtbelieferung durch „leise Logistik“ mit Hilfe von Elektrofahrzeugen sein. Denn wenn der Güterverkehr in die Nebenzeiten verlagert werden soll, sind neue Technologien und Belieferungskonzepte sowie neuartige Steuerungsstrategien des Güterverkehrs notwendig, die die Umwelt so wenig wie möglich mit Lärm und Emissionen belasten.

Die Notwendigkeit „grüner Logistik“ wird dabei alle Bereiche tangieren: Von der Optimierung der Strukturen und besserer Bündelung von Sendungen bis zum Fahrertraining und der Effizienz logistischer Anlagen ist die Identifikation aller Potentiale vor dem Hintergrund des globalen Klimawandels und steigender Energiepreise notwendig. Multimodale Transportketten sind auch für solche Branchen und Nutzer aufzubauen, für die sie bisher als „zu kompliziert“ galten, und zugleich muss ihre Robustheit durch Kommunikation, dynamisches Routing und flexible Disposition weiter verbessert werden.

Im EffizienzCluster-Projekt „Integrated Air Cargo Hub“ wird exemplarisch für die Luftfrachttransportkette die Verzahnung der Vielzahl von Akteuren mit dem Ziel der besseren Abstimmung von Abfertigungsprozessen und der Einführung aktueller Lösungen für die übergreifenden Informationsflüsse anwendungsnah erforscht.

Mit diesem und vielfältigen weiteren aktuellen Forschungsansätzen bringen sich das Fraunhofer IML und die Fraunhofer Allianz Verkehr als Forschungs- und Entwicklungspartner in das HOLM ein, um mit unserer bestehenden Kompetenz- und Kommunikationsplattform gleichermaßen innovative wie praxisbezogene Beiträge zur Lösung der Herausforderungen einer nachhaltigen Mobilität und Logistik anzustoßen und gemeinsam weiterzuentwickeln.

 

Prof. Dr.-Ing. Uwe Clausen ist Institutsleiter am Institut für Transportlogistik an der Universität Dortmund und Institutsleiter am Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik IML. Von Juli 2002 bis Juli 2005 war er Dekan der Fakultät Maschinenbau der Universität Dortmund und von Juli 2005 bis August 2008 Prodekan der Fakultät Maschinenbau. Er studierte Informatik an der TH Karlsruhe und promovierte an der Universität Dortmund. Nach seiner wissenschaftlichen Tätigkeit als Abteilungsleiter Verkehrslogistik am Fraunhofer IML war er zunächst als Projektleiter Logistik für die Deutsche Post AG tätig und später als Geschäftsführer der Tochterfirma IPP Paketbeförderung GmbH in Österreich. Danach wechselte Prof. Clausen zu Amazon.de nach Bad Hersfeld und war zuletzt European Operations Director bei Amazon.com, bevor er am 01. Februar 2001 ans Fraunhofer IML zurückkehrte.

 

Professor Dr. Martin Harsche: Herausforderungen des Luftverkehrs der Zukunft

Verkehrsentwicklung: Bis zum Jahr 2025 wird sich das Verkehrsaufkommen im weltweiten Luftverkehr auf ca. 9,1 Milliarden Passagiere abermals verdoppeln. Die Gründe für das Wachstum des Luftverkehrs liegen in den zunehmend international ausgerichteten Wirtschafts- und Gesellschaftsverflechtungen, in der weltweiten Bevölkerungsentwicklung, in den zunehmenden Mobilitätsbedürfnissen und in der fortschreitenden Deregulierung und Liberalisierung des Luftverkehrs. Die zukünftige Entwicklung des Luftverkehrs wird allerdings regional unterschiedlich sein. Die höchsten Wachstumsraten der Passagieraufkommen im Luftverkehr von ca. 5,8% pro Jahr werden für Afrika und für den asiatisch/pazifischen Raum erwartet. Im Nahen Osten wird das Luftverkehrsaufkommen bis zum Jahr 2025 voraussichtlich um durchschnittlich ca. 4,6% pro Jahr auf 260 Mio. Passagiere steigen.

Für Nordamerika hingegen wird zukünftig eine eher moderate Luftverkehrsentwicklung erwartet, mit einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate des Passagieraufkommens um ca. 2,7% und einem Verkehrsaufkommen im Jahr 2025 von ca. 2,53Mrd. Passagieren. Für die Länder Europa wird bis zum Jahr 2025 ein Wachstum des Passagieraufkommens im Luftverkehr von durchschnittlich 3,6% pro Jahr auf insgesamt ca. 2,56 Mrd. Passagiere vorausgesagt.

Neben dem steigenden Passagieraufkommen nimmt im Kontext zunehmend international verflochtener Wirtschaftsstrukturen auch die Bedeutung der Luftfracht für den internationalen Transport insbesondere hochwertiger Güter weiter zu. Bis zum Jahr 2025 wird ein Wachstum der weltweit geflogenen Frachttonnenkilometer von jährlich durchschnittlich ca. 5,8% erwartet.

Volkswirtschaftliche Bedeutung des Luftverkehrs: Dem Luftverkehr kommt vor dem Hintergrund der stark steigenden Luftverkehrsaufkommen eine zentrale volks- und regionalwirtschaftliche Bedeutung zu. Dabei geht es zunächst um die umfangreichen Investitionen der Luftverkehrsunternehmen und ihrer Zulieferer selbst und um die daraus resultierenden Wertschöpfungs-, Beschäftigungs- und Einkommenseffekte.

Darüber hinaus hat der Luftverkehr im Kontext zunehmend international ausgerichteter Wirtschafts- und Gesellschaftsverflechtungen vor allem aber eine immer zentralere Bedeutung als Standortfaktor für Investitionen insbesondere international ausgerichteter Unternehmen anderer Wirtschaftszweige zu (sogenannte „Katalytische Effekte“). Zu dieser Thematik liegt seit 2008 für Deutschland eine Grundlagenuntersuchung vor.

Die Ergebnisse zeigen, dass die exportorientierte deutsche Volkswirtschaft und die hier ansässigen international ausgerichteten Unternehmen existentiell auf Luftverkehrsanbindung und damit auf effiziente und weltweit vernetzte Flughäfen angewiesen sind. In den Flughafenregionen Deutschlands sind durch international ausgerichtete Unternehmen Direktinvestitionsbestände in Höhe von 425 Milliarden Euro  platziert (ca. 83% aller Direktinvestitionsbestände in Deutschland) Dadurch werden in Deutschland über 2,2 Millionen Arbeitsplätze gesichert.

Luftverkehr ermöglicht international ausgerichteten Unternehmen den Zugang zu internationalen Güter-, Kapital und Arbeitsmärkten und ist damit häufig Grundvoraussetzung für ihre Investitionen in Deutschland mit entsprechend umfangreichen Wertschöpfungs-, Beschäftigungs- und Einkommenseffekten.

Zukünftige Herausforderungen: Vor dem Hintergrund des international steigenden Luftverkehrsaufkommens und der erheblichen volkswirtschaftlichen Bedeutung des Luftverkehrs steht die Luftverkehrsbranche zukünftig vor zentralen Herausforderungen. Was dabei zunächst die Situation der Fluggesellschaften angeht, wird deren Wettbewerbsfähigkeit maßgeblich durch die Kostenstrukturen beeinflusst.

Im internationalen Vergleich sind erhebliche Unterschiede der Struktur und der Höhe standortspezifischen Kosten festzustellen. Dabei gehört Deutschland ebenso wie andere europäische Länder zu den Standorten im internationalen Vergleich relativ hohen Gesamtkosten. Dies impliziert für die Luftverkehrswirtschaft in Deutschland einen hohen Effizienzdruck.

Vor dem Hintergrund des prognostizierten Wachstums des weltweiten Luftverkehrs gewinnt auch das Thema Flugsicherung zunehmend an Bedeutung. Die Forderungen nach einer strukturellen und technischen Modernisierung der Flugsicherung beinhalten als übergeordnete Ziele die weitere Verbesserung von Sicherheitsstandards, die Verringerung flugsicherungsbedingter Pünktlichkeit der Starts und Landungen, die Optimierung vorhandener Luftraumkapazitäten und letztlich die Steigerung der Gesamteffizienz.

Für die Flughafenbetreibergesellschaften besteht die zentrale Herausforderung vor allem in der Planung entsprechend notwendiger Luftverkehrsinfrastruktur­einrichtungen. Die entsprechenden Planungs- und Genehmigungsverfahren verlaufen in Deutschland, in anderen Ländern Europas sowie in den USA deutlich langsamer als in Ländern des Nahen Ostens und Asiens. Dort sind die schnelleren und kostengünstigeren Genehmigungsverfahren für Luftverkehrsinfrastruktur allerdings nur unter Inkaufnahme sehr geringer gesellschaftlicher Partizipationsmöglichkeiten möglich.

In Deutschland konnte nach ca. 14 Jahren Planungs- und Bauzeit immerhin am 21.10.2011 am Flughafen Frankfurt Main die Landebahn Nordwest neu in Betrieb genommen werden. Für den Flughafen München wurde zudem am 26.07.2011 durch die Regierung von Oberbayern der Planfeststellungsbeschluss für eine dritte Start- und Landebahn erlassen.

Für die internationale Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Volkswirtschaft insgesamt wird zukünftig den Kapazitäten der Flughäfen eine zentrale Bedeutung zukommen. Die Raum-Zeit-Konvergenz des internationalen Passagier- und Warenverkehrs durch Luftverkehr stellt gewissermaßen die Grundvoraussetzung für die Teilhabe auch der deutschen Volkswirtschaft an internationalen Wirtschafts- und Gesellschaftsverflechtungen dar.

Die Erschließung von Standorten und Regionen durch Luftverkehr ist im Kontext internationaler Wirtschaftsbeziehungen eine notwendige Voraussetzung für den internationalen Austausch von Innovationen, Technologien, für die Erstellung und internationale Vermarktung von Gütern und Dienstleistungen und damit für die internationale Teilhabe an Wohlstand geworden. Eine unzureichende Luftverkehrsanbindung wäre zukünftig ein limitierender Faktor der Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands und seiner Teilräume.

Der Handlungs- und Gestaltungsspielraum zur Verbesserung der Rahmenbedingungen für Investitionen in Deutschland und daraus resultierender Wertschöpfung, Beschäftigung und Wohlstand ist begrenzt. Umso mehr sollte zukünftig die Aufmerksamkeit ausdrücklich auf die Kapazitäten des Luftverkehrs als dem Verkehrsträger der international vernetzten Wirtschaft gerichtet werden.

 

 

Professor Knut Ringat: Mobilität im Herzen Europas

Der Standort FrankfurtRheinMain mit seinen ca. 5 Mio. Einwohnern zeichnet sich besonders durch seine herausragende zentrale Lage  zu den europäischen Märkten aus. In einem Radius von 200 km rund um Frankfurt werden 35 Mio. Menschen erreicht. Durch eine exzellente Verkehrsinfrastruktur wird der günstige Standort optimal genutzt. Hessen und insbesondere die Region FrankfurtRheinMain sind die Verkehrsdrehscheibe in Europa.

Es ist nicht nur der Flughafen Frankfurt, der mit 56 Mio. Fluggästen an 3. Stelle, mit 2,1 Mio. Tonnen Luftfrachtumschlag an 2. Stelle in Europa liegt und mit 71.000 Beschäftigten bei rund 500 Firmen und Institutionen die größte Arbeitsstätte Deutschlands ist, sondern vielmehr die Konzentration der bedeutendsten Verkehrsknoten für Straße, Schiene und Luft  innerhalb eines Radius von 10 km. Unweit des Flughafens Frankfurt befindet sich das verkehrsreichste Autobahnkreuz Deutschlands mit ca. 331.000 Fahrzeugen am Tag und zusätzlich zur hervorragenden Schienenanbindung des Flughafens mit 2 Bahnhöfen (Regio- und Fernbahnhof) ist der  Frankfurter Hauptbahnhof nur 10 S-Bahn Minuten entfernt. Mit 350.000 (zu Messezeiten bis zu 400.000) Reisenden am Tag ist der Frankfurter Hauptbahnhof einer der größten und verkehrsreichsten Bahnhöfe Europas.

Er ist nicht nur Kreuzungspunkt für den nationalen und internationalen Fernverkehr, sondern auch zentraler Umsteigeknoten im Nah- und Regionalverkehr des Rhein-Main-Verkehrsverbundes (RMV). Diese Bündelung der Verkehrsknoten gleich dreier Verkehrsträger auf so engem Raum ist einzigartig in Europa und bietet große Chancen aber auch Risiken.

Die Belastung für die Bevölkerung wie auch der zögerliche Ausbau der Infrastruktur, insbesondere der Schieneninfrastruktur, stellen hierbei die größten Herausforderungen dar. Logistik und Mobilität teilen sich in dieser hochbelasteten Region die gleiche Infrastruktur. Höhere Leistungsfähigkeit durch  intelligente Lösungen sind entscheidend für die Region FrankfurtRheinMain und geben Impulse für Europa und die Welt.

Gerade das House of Logistics and Mobility (HOLM) bietet in der Bündelung der Kompetenzen aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik die Möglichkeit, diesen großen Herausforderungen der Zukunft in enger Kooperation von Logistik und Mobilität zu begegnen und neue Lösungsansätze zu finden. FrankfurtRheinMain als internationale und weltoffene Region bietet für innovative und nachhaltige Projekte hervorragende Voraussetzungen. Das enge Zusammenwirken von Mobilität und Logistik begründet den Spirit des HOLM.

Der RMV engagierte sich von Beginn an an der Entwicklung des HOLM. Das Überwinden von Unternehmens- und Branchengrenzen und das Zusammenwirken von Wirtschaft, Wissenschaft und Politik waren dafür ausschlag­gebend. Das HOLM, das mit einem offenen Netzwerk mit allen Universitäten und Hochschulen in Hessen verbunden ist und an der Schnittstelle wichtiger Verkehrswege sowie dem internationalen Luftverkehrsdrehkreuz Frankfurt Flughafen liegt, wird rund 500 neue Arbeitsplätze bieten, darunter  300 Wissenschaftler aus aller Welt. Außerdem werden Konferenz- und Seminarsäle für nationale und internationale Veranstaltungen bereitgehalten.

Die Zukunft liegt da, wo Mobilität und Logistik täglich hautnah zu erleben und entscheidende Wirtschafts- und Beschäftigungsfaktoren sind, wo Experten aus aller Welt unkompliziert anreisen können und einen idealen Ort für Begegnung und Austausch finden. Das Haus der Mobilität und Logistik soll nicht nur mit Wissenschaft und Forschung vereinen, sondern Synergien für die Praxis erschließen und die Region FrankfurtRheinMain sowie ganz Hessen zur Modellregion für andere Metropolregionen entwickeln. Die Zukunft hat einen Namen: HOLM.

 

Professor Knut Ringat ist seit 1. Mai 2008 Geschäftsführer des Rhein-Main-Verkehrsverbunds (RMV) und seit 1. September Sprecher der Geschäftsführung des Verkehrsverbundes. Seit 2009 arbeitet  Ringat ferner als Honorarprofessor an der Fakultät Verkehrswissenschaften der Technischen Universität Dresden. Seit Mai 2009 ist Knut Ringat Präsident der Deutschen Verkehrswissenschaftlichen Gesellschaft und seit Juni 2009 Vizepräsident des Verbandes Deutscher Verkehrsunternehmen.